Das Schmuckkästchen quillt über, getragen wird nichts davon

Dieser Artikel wurde zuletzt im Juli 2026 aktualisiert & geprüft.

Geöffnetes Schmuckkästchen mit altem Goldschmuck beim Ausmisten

Die Kette mit dem kaputten Verschluss, der Ring aus einer anderen Lebensphase, einzelne Ohrringe, deren Partner seit Jahren verschollen ist. Und ganz unten das Erbstück, das dir nie gefallen hat. Alles Gold, alles wertvoll, alles ungenutzt. Wegwerfen kommt nicht infrage, tragen aber auch nicht. Der dritte Weg ist der, an den kaum jemand denkt: verkaufen. Und zwar zu einem Preis, den du vorher selbst kennst.

Kurz & klar: Goldschmuck verkaufen
Alter Goldschmuck wird nach Materialwert gekauft, nicht nach Aussehen. Entscheidend sind Feingehalt (333, 585, 750), Gewicht und der aktuelle Goldkurs. Eingefasste Steine werden separat betrachtet. Rechne den Wert vorher grob selbst aus und hol dir zwei Angebote.

Erst sortieren: was kann überhaupt weg?

Bevor du irgendwo hingehst, lohnt sich eine Viertelstunde Sortieren. Leg drei Häufchen an: behalten, unsicher, weg. Alles, was du seit zwei Jahren nicht getragen hast und wo kein echtes Gefühl dranhängt, darf in den Verkaufsstapel. Kaputte Ketten, einzelne Ohrringe und Bruchstücke gehören auf jeden Fall dazu, denn sie werden ohnehin nach Materialwert bezahlt und nicht nach Schönheit.

Beim Ausmisten fällt oft auf, wie wenige Stücke tatsächlich im Alltag getragen werden. Wer danach bewusst auf ein paar zeitlose Schmuckstücke setzt, hat mehr davon als von einer vollen Schatulle, die nur Staub ansetzt. Alten Schmuck zu verkaufen ist also nicht nur eine Geldfrage, sondern auch eine Aufräumaktion.

Was ist dein Goldschmuck wert?

Der Wert steckt in zwei Zahlen. Die erste ist der Feingehalt, eine winzige Punze im Schmuck. 333 bedeutet 33,3 Prozent reines Gold, 585 steht für 58,5 Prozent und 750 für 75 Prozent. Der Rest sind unedle Metalle und wird nicht bezahlt. Ein 585er-Ring mit fünf Gramm enthält also nur knapp drei Gramm echtes Gold.

Die zweite Zahl ist der Tageskurs, der sich börsentäglich ändert. Gewicht mal Feingehalt mal aktueller Feingoldpreis ergibt deinen groben Materialwert, von dem der Händler eine nachvollziehbare Marge abzieht. Wer diese Zahl vorher kennt, erkennt sofort, ob ein Angebot fair ist. Wer stattdessen pauschal „so und so viel fürs ganze Kästchen“ gesagt bekommt, ohne dass gewogen wird, sollte hellhörig werden.

Alter Goldschmuck wird nach Feingehalt sortiert und gewogen

Und was ist mit den Steinen im Schmuck?

Das ist die häufigste Frage beim Ausmisten, und die Antwort überrascht viele: Beim klassischen Goldankauf wird nur das Metall bezahlt. Ein eingefasster Stein zählt für den Materialwert nicht mit, weil er beim Einschmelzen ohnehin herausfällt. Kleine Zirkonia oder Schmucksteine sind damit praktisch wertlos.

Anders sieht es bei echten Diamanten oder hochwertigen Farbsteinen aus. Die können deutlich mehr wert sein als die Fassung drumherum und sollten separat begutachtet werden. Faustregel: Bei auffälligen oder größeren Steinen und bei Erbstücken mit möglichem Sammlerwert lohnt sich ein Gutachten, bevor irgendetwas eingeschmolzen wird. Alles andere kannst du mit ruhigem Gewissen als Materialgold verkaufen.

Wo verkaufst du Goldschmuck am besten?

Es gibt drei übliche Wege, die sich im Preis deutlich unterscheiden. Spezialisierte Goldankäufer mit Ladengeschäft zahlen meist am meisten, weil Edelmetall ihr Kerngeschäft ist. Juweliere sind bequem, kaufen aber oft zurückhaltender an. Online-Ankauf per Post ist praktisch, bedeutet jedoch, dass du dein Gold vor der Auszahlung aus der Hand gibst.

Am entspanntesten läuft es dort, wo du beim Wiegen und Bewerten danebenstehst. Wer in Norddeutschland lebt, kann seinen Schmuck etwa bei einem Ankauf für Goldschmuck verkaufen Hamburg direkt nach Tageskurs bewerten lassen und bekommt ein schriftliches Angebot zum Vergleichen. Mit dieser Zahl in der Tasche kannst du in Ruhe entscheiden, statt dich drängen zu lassen.

Praktischer Nebeneffekt: Ein solcher Termin lässt sich gut mit etwas anderem verbinden, zum Beispiel mit einem Familienausflug in Hamburg, damit der Weg sich doppelt lohnt.

Seriösen Ankauf erkennen und Fehler vermeiden

Ein guter Ankäufer wiegt jedes Stück einzeln, prüft den Feingehalt sichtbar, legt den Kurs offen und drängt dich zu nichts. Ab einem bestimmten Bargeldbetrag muss er deinen Ausweis erfassen, das schreibt das Geldwäschegesetz vor und ist ein Zeichen für sauberes Arbeiten. Wer anonym und ohne Papiere abwickeln will, umgeht die Regeln bewusst.

Die teuersten Fehler sind Bequemlichkeitsfehler: das erste Angebot annehmen, nicht nach dem Kurs fragen, ungewogen verkaufen. Ein zweites Angebot einzuholen kostet eine halbe Stunde und ist der wirksamste Schutz vor einem schlechten Preis.

Was du mit dem Erlös machst, ist am Ende Geschmackssache. Manche stecken ihn in ein eigenes kleines Projekt, andere legen ihn für die Kinder zurück, wo er ganz nebenbei ein gutes Beispiel dafür ist, dass Geld mehr ist als nur Zahlen.

Häufige Fragen zum Goldschmuck verkaufen

Wo kann ich Goldschmuck am besten verkaufen?
Spezialisierte Goldankäufer mit Ladengeschäft zahlen meist mehr als Juweliere oder Banken. Hol dir zwei Angebote und vergleiche.

Wie berechne ich den Wert meines Goldschmucks?
Gewicht mal Feingehalt (333, 585, 750) mal aktueller Feingoldpreis ergibt den groben Materialwert, abzüglich der Händlermarge.

Werden Steine im Schmuck mitbezahlt?
Beim Goldankauf wird nur das Metall vergütet. Echte Diamanten oder wertvolle Farbsteine sollten separat begutachtet werden.

Kann ich kaputten Schmuck verkaufen?
Ja. Gerissene Ketten und einzelne Ohrringe werden nach Materialwert bezahlt, der Zustand spielt keine Rolle.

Lohnt sich der Verkauf von 333er-Gold?
Auch 333er-Gold hat einen Materialwert, allerdings deutlich geringer als 585 oder 750. Sortiere die Feingehalte getrennt, damit sie korrekt vergütet werden.

Eine neutrale, werbefreie Übersicht mit Tipps zum Goldverkauf bietet die Verbraucherzentrale.