Wie Game of Thrones mich zum Veganer machte

Game-of-Thrones-Vegan

„Ein Veganer, ein Crossfitter und ein Atheist kommen in eine Bar.

Woher ich das weiß?

Sie haben es innerhalb von Sekundem jedem Anwesenden erzählt.“

Lustig oder?

Ich kenne echt nicht viele Witze, aber den habe ich immer mal wieder zum Besten gegeben. Ich fand ihn einfach so unglaublich wahr.

Veganer fand ich schon immer komisch. Und irgendwie nervig. Vegetarier, das waren die Netten. Ein wenig zu sensibel, aber tolerierbar. Aber Veganer? Die haben doch alle nen Hau… Und mit deren Kult wollte ich auch nichts zu tun haben.

Im Nachhinein irgendwie seltsam, denn tatsächlich habe ich persönlich in meinem bisherigen Leben kaum Berührungspunkte mit Veganern gehabt. Klar, in den Nachrichten oder im Netz sah man manchmal leicht bekloppt anmutende Gestalten, die sich in einem Steakhaus nach „Dog Meat“ (Hundefleich) erkundigten und danach das Restaurant mit irgendwelchen Schildern belagerten. Aber sonst?

Umso erzürnter war ich vor einigen Wochen, als so ein merkwürdiges Pärchen, das sich das „Vegan Couple“ nannte und mir damit schon mal unsympathisch war, eine meiner lieblings YouTuberinnen angriff. Ein ganzes Video lang versuchten diese beiden Leute, diese YouTuberin in sehr abfälligem und belehrendem Ton zu erklären, wieso ihre Ernährung „falsch“ sei. Wieso sie kein Recht dazu hätte, Fleisch zu konsumieren und wieso sie auch die Milch und die Eier aus ihrem Leben streichen sollte.

Mit offenem Mund saß ich vor dem Bildschirm und dachte nur eine Sache: Geht’s noch?!

Ich wusste in diesem Moment gar nicht, woher diese innere Wut kam, die mich fast überrannte. Ich würde mich selbst gar nicht als leicht reizbaren Menschen beschreiben. Tatsächlich versuche ich eher, an viele Dinge irgendwie diplomatisch heranzugehen. Aber in diesem Fall?

Tatsächlich tauchte dieses nervige Pärchen in den nächsten Tagen immer und immer wieder in meinem Kopf auf. Mein Mann fungierte dann oft als Prellbock und ich ratterte in einer Tour herunter, wie sehr ich mich darüber aufregte. Über die Art und Weise, aber auch über die Argumente, die ich mir genau angehört hatte, um sie gedanklich widerlegen zu können.

Am meisten beschäftigte mich die Aussage, dass es nicht jedermanns „freie Entscheidung“ sei, welches Essen er zu sich nehmen möchte. Diesen Satz fand ich so unglaublich dreist und ich begann eine innerliche Diskussion mit mir selbst zu führen, wieso die beiden damit Unrecht hatten.

In dem Video heißt es, dass es eine persönliche Entscheidung sei, wie man seine Haare trägt oder welche Hose man heute anziehe, aber die persönliche Entscheidungsfreiheit dann aufhöre, wenn es um das Leben von anderen ginge.

Aber so ist eben die Natur, oder nicht? Menschen sind nun einmal Fleichesser, schon immer gewesen. Und selbst wenn nicht: Löwen töten doch auch ihre Beute! Der Kreislauf des Lebens und so. Hakuna Matata…

Und dann ploppte in meinem Kopf plötzlich eine Szene aus Game of Thrones (Achtung! Nichts für eure Kinder!) auf. Eine Szene aus der ersten Folge der ersten Staffel, die einen Satz beinhaltete, den ich schon immer wahnsinnig toll und unglaublich richtig fand.

In dieser Szene wird ein Deserteur der „Nachtwache“ von Lord Eddard Stark – dem guten, noblen und ehrenvollen Charakter der Serie – zum Tode verurteilt und er selbst ist derjenige, der diesen Deserteur nach seinem Urteil umbringt. Er geht daraufhin zu einem seiner Söhne mit den Worten (legt mich nicht auf die exakte Wortwahl fest):

„Du weißt, warum ich es getan habe?“

„Weil er ein Deserteur der Nachtwache war“, antwortet sein Sohn.

„Aber verstehst du auch warum ich ihn getötet habe?“

Kopfschütteln.

„Derjenige, der das Urteil spricht, sollte auch das Schwert führen.“

Ich bekam diesen Satz nicht mehr aus dem Kopf. Diesen Satz, den ich damals so beeindruckend fand und oft bei irgendwelchen Ereignissen in der Politik innerlich wiederholte und fragte mich: Würde ich es tun? Würde ich eine Kuh umbringen? Ich selbst?

Zunächst war die Antwort klar: Ich könnte das, natürlich. Aber ich betrog mich selbst, denn ich malte mir in meinem Kopf eine Extremsituation aus. Eine, in der es um mein eigenes oder das Leben meiner Familie ginge und ich diese Kuh würde töten müssen, damit wir überleben.

Aber um eine solche Extremsituation ging es nicht. Es ging um reinen Genuss, reinen Geschmack.

Nachdem mich also auch diese Antwort einige Zeit nicht zufrieden stellte, stellte ich mir eine andere Situation vor.

Würde ich, wenn ich beispielsweise einen eigenen Bauernhof mit eigenen Kühen hätte – glücklich aufgewachsend, gut versorgt, weidend auf einer grünen Wiese – auf die Weide gehen und eine dieser Kühe umbringen, weil ich sie essen möchte? Weil ich mal wieder Lust auf Steak hatte?

Dieser Gedanke erschien mir völlig abstrus und ich wusste sehr schnell, dass ich das nicht tun würde. Dass ich es nicht könnte.

Aber klar, wenn es meine eigenen Kühe wären, hätte ich ja auch eine Verbindung zu ihnen aufgebaut.

Würde ich also auf irgendeine Weide gehen und eine mir völlig fremde Kuh umbringen? Noch einmal: Nicht, um zu überleben, sondern um einen Burger zu essen?

Die Antwort war einfach: Nein, würde ich nicht.

Ab diesem Zeitpunkt begannen meine Gedanken zu rasen, anders kann ich es kaum beschreiben.

Ich redete mit meinem Mann darüber und dieser erwiderte nur recht trocken: „Musst du ja auch nicht. Das machen ja andere.“

Das stimmte, aber was war das für eine Einstellung?

„Derjenige, der das Urteil spricht, sollte auch das Schwert führen“, hörte ich immer wieder in meinem Kopf. Ich fragte mich, welche Botschaft wir Kiwi übermitteln wollten. Welche Moral vertreten? Dass wir nie im Leben eine Kuh töten würden, es aber okay sei, wenn das andere für uns machten? Dass sie unserem Kater nicht am Schwanz ziehen dürfe, aber das Schwein vom Bauernhof nebenan zum Verzehr auf ihrem Teller landen darf?

Ich spürte, wie sich alles innerlich in mir verkrampfte. Wie ich versuchte, das Thema wieder wegzudrängen, zu argumentieren. Aber es klappte nicht.

Das war der Moment, in dem ich entschied, Vegetarierin zu werden.

Ich hatte vorher schon, während dieses ganzen Denkprozesses, die Überlegung gehabt, das Ganze einfach mal eine Woche auszuprobieren. Mal eine Woche vegetarisch zu leben, vielleicht sogar vegan. Denn ich hatte mir in der Zwischenzeit (der Denkprozess oben erstreckte sich über mehrere Tage) noch ein paar mehr Veganer auf YouTube angesehen – davon jetzt auch einige sympathischere Exemplare. Ich sah, was sie so aßen, hörte viel über sogar gesundheitliche Vorteile und über die Bedingungen, in denen die Tiere „leben“, aufwachsen und getötet werden.

An irgendeinem Abend hatte ich dann gerade Kiwi ins Bett gebracht, kam nach unten in die Küche und war völlig verwirrt als ich meinen Mann sah, wie er aufräumte und dabei eine Dokumentation über die gesundheitlichen Vorteile und Nachteile von Vegetariern/Veganer ansah. Ihn! Den größten Fleischliebhaber unter der Sonne!

„Was machst du da?“, fragte ich völlig verwirrt und bekam zunächst nur ein Schulterzucken und ein „Hat mich interessiert“ zur Antwort.

Kurz darauf sagte ich ihm, dass ich kein Fleisch mehr essen möchte. Und, dass ich mich sogar gerne mal eine Woche vegan, also komplett ohne tierische Produkte (Fleisch, Eier, Milch…) ernähren möchte.

Ich rechnete mit allerhand Reaktionen, aber nie im Leben hätte ich seine Antwort erraten können:

„Ich glaub, ich möchte das auch mal ausprobieren.“ Schnell fügte er jedoch noch ein „Die vegetarische Ernährung! Nicht die vegane!“ hinzu. 😉

Wir informierten uns also. Ja, tatsächlich wir.

Und da passierte es…

Ich sah das Video einer Kuh, die gerade ein Kalb geboren hatte… Ich sah, wie ihr das Kalb sofort danach weggenommen wurde. Es weggeschleift wurde, um ehrlich zu sein. Und ich sah die Kuh, die gerade eine Geburt hinter sich hatte und die verzweifelt hinter ihrem Kalb herlief.

„Wieso?!“, ging es mir nur durch den Kopf. „Wieso machen die das?“ Mir standen die Tränen in den Augen.

Als Mutter, die vor einigen Monaten ihr eigenes Kind geboren hat, brach mir dieses Bild fast das Herz.

Warum genau das nicht etwa Einzelfall, sondern das Standardvorgehen bei Milchkühen ist, wurde kurz darauf erklärt und mich traf meine eigene Ignoranz mit ganzer Kraft. Die nächste Erkenntnis tat mir beinah körperlich weh.

Wieso geben Kühe Milch? Darüber hatte ich nie nachgedacht. Kühe halt.

Dass diese milchgebene Kuh jedoch nur dann Milch gibt, wenn sie zuvor auch (künstlich) befruchtet und ein Kalb geboren hat und, dass dieses Kalb natürlich nicht die für ihn bestimmte Muttermilch erhält, sondern diese der Mutter für den menschlichen Verzehrt abgepumpt wird – darüber hatte ich nie nachgedacht.

Dass dieses Kalb natürlich keinen Tropfen dieser Muttermilch erhält (höchstens manchmal die erste Vormilch der Kuh) , sondern von der Mutter getrennt und vom Menschen mit anderem Futter ernährt wird – das wusste ich nicht.

Dass dieses Kuhbaby, sollte es männlich sein, dann nur so lange (wenige Wochen bis Monate) gefüttert wird, bis es groß genug ist, um umgebracht zu werden – darüber hatte ich nie nachgedacht.

Und, dass eine weibliche Kuh weiter aufgezogen wird, nur um immer und immer wieder diesen Kreislauf von künstlicher Befruchtung, Geburt, weggenommenem Baby und Milchgabe durchlaufen muss, dass sie dabei oft unter einer unglaublich schmerzhaften Entzündung des Euters (Mastitis, viele Mütter werden das kennen) leidet, sie deshalb immer weiter mit Medikamenten vollgepumpt wird, damit sie weiter durchhält und sie dann, wenn sie letztendlich unter diesen Qualen zusammenbricht, zum nächsten Schlachthof gefahren wird – das alles waren Informationen, die ich kaum ertragen konnte, als ich sie an mich heran ließ.

Über die Bedingungen der Tierhaltung ließe sich noch so viel mehr erzählen und es steht jedem frei, sich zu informieren. Doch dieses Bild von der Kuh, der ihr frisch geborenes Kalb weggenommen wird, war der ausschlaggebene Punkt für mich, mein Ziel nicht dabei zu belassen, Vegetarier zu werden – sondern Veganer.

Ich wollte so etwas einfach nicht mehr unterstützen. Nicht mehr dafür mitverantwortlich sein, dass so etwas geschieht.

Ich hörte also auch auf, Milch zu trinken. Ich aß auch keine Eier mehr.

Stattdessen informierte ich mich über Ernährung, Nährstoffe und Gesundheit im allgemeinen.

Denn – man muss doch Fleisch essen, um gesund zu sein? Woher sollen wir sonst unsere Proteine bekommen? Und man muss doch Milch trinken? Wo soll denn das Kalzium herkommen?

Ich muss euch ehrlich gestehen, ich fühlte mich ein wenig für dumm verkauft, als ich erfuhr, dass all diese Nährstoffe sogar ohne Probleme durch eine vegane Ernährung aufgenommen werden können. Ohne Probleme!

Das Einzige, wirklich das Einzige, das ein Veganer nicht durch seine normale Ernährung zu sich nimmt ist Vitatmin B12. Aber dafür gibt es viele Alternativen.

Ich möchte das ganze Thema an dieser Stelle gar nicht ausufern lassen, denn der Text ist auch so schon sehr lang und beinhaltet auch so schon einiges, worüber es sich lohnt, nachzudenken.

Sollte euch das Thema interessieren oder solltet ihr euch ein eigenes Bild machen wollen, findet ihr unten einige Links zu den Seiten und Videos, die mir in den letzten Wochen so über den Weg gelaufen sind und, die mir gut gefallen haben. Einige der Videos sind englisch, einige englisch mit Untertiteln und einige deutsch (das werde ich euch immer zu dem jeweiligen Video dazuschreiben).

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die letzten Wochen äußerst emotional für mich verlaufen sind und ich mich manchmal selbst kaum wiedererkenne. Ich finde die ganz oben erwähnten Veganer noch immer furchtbar unsympathisch und es gibt leider noch einige andere, die mit ihrem Verhalten dazu führen, dass viele Menschen sich eher von ihnen abgestoßen fühlen, als ihnen zuzuhören. Und das Zuhören, das an sich heranlassen all dieser Informationen, ist das wichtigste Kriterium, um ein Umdenken – in welcher Form auch immer – bei jemandem anzustoßen.

Ich möchte diesen Text schließen mit einem letzten Update zu meiner aktuellen Ernährung, denn obwohl ich es oben im Titel schrieb, würde ich mich noch nicht als 100%igen Veganer bezeichnen (der Titel dieses Posts ist also ganz genau gesehen „falsch“, allerdings war das die einfachste Umschreibung 😉 ). Ich esse kein Fleisch mehr, trinke keine Milch und esse keine Eier, aber all diese Dinge sind natürlich noch in einigen anderen Produkten „versteckt“. Aber weil ich möchte, dass diese Veränderung auch gelingt, gehe ich das Ganze langsam an. Lasse mehr und mehr Lebensmittel weg oder ersetze sie durch andere (meist genau so gut oder sogar noch besser schmeckende Produkte). Ich bin also noch lange nicht am Ziel, aber ich weiß, in welche Richtung ich mich bewegen möchte.

Und das ist ein verdammt gutes Gefühl!

—-

Warum vegan?

101 Gründe vegan zu leben (englisch mit deutschen Untertiteln)

Why I’m Vegan (englisch)

Sehr sympathische vegane YouTuberin

Unnatural Vegan (englisch) – sachlich, wissenschaftlich korrekt, super informativ und unaufgeregt

Vegane Blogger + Rezepte

ÖkoHippieRabenmütter

Ab jetzt vegan

Vegane Familien

Gemüsebaby

Totally Veg!

Veggies

Küchenmamsell

(Kennt ihr noch mehr! Her mit den Links, ich füge sie noch nachträglich ein 🙂 )

 

Sehenswert

Gabel statt Skalpell (deutsch) – Zum Thema Gesundheit

Cowspiracy (englisch) – Zum Thema Umwelt

Zum Thema Massentierhaltung wird oft der Film „Earthlings“ empfohlen. Ich habe ihn selbst noch nicht geschaut und weiß nicht, ob ich das möchte. Es gibt aber auch viele weitere Dokumentationen auf YouTube zum Thema.

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52 thoughts on “Wie Game of Thrones mich zum Veganer machte

  1. Sehr sehr guter Beitrag! 🙂 Teile ihn mal bei mir auf der FB-Seite! 🙂
    Bin persönlich auch seit einigen Jahren Vegetarier und auch gerade dabei besonders meinen Milchproduktekonsum zurück zu schrauben. Ist einfach nicht zumutbar.

    Missionierende Veganer/Vegetarier finde ich auch ganz furchtbar (missionierende Menschen allgemein… 😀 )
    Ebenso furchtbar sind aber auch Fleischesser, die einem ungefragt (nach dem man ganz höflich das angebotene Fleisch ablehnt) um den Kopf hauen warum Fleisch ja so wichtig sei und fragen, warum man als Vegetarier dauernd alle anderen missionieren möchte, obwohl man selbst nicht einen Ton in diese Richtung gesagt hat… ^^

    LG

    1. Dankeschön und danke auch für’s Teilen! 🙂

      Ja, diese Abwehrhaltung habe ich auch schon mitbekommen und finde es um ehrlich zu sein ziemlich schwierig damit umzugehen. Manchmal fühlt man sich echt, als müsste man auf Zehenspitzen um dieses Thema herumschleichen, damit man nicht automatisch als „missionierendes Sektenmitglied“ abgestempelt wird 😉

    2. Die Missionierer haben aber auch ihre Berechtigung :). Sie stoßen die Leute immerhin mit der Nase auf etwas und zwingen sie, sich mit der Materie auseinander zu setzen. Mission klappt natürlich nicht. Aber wenn dann ein Atilla Hildmann kommt und hinzufügt, dass vegan sexy und cool ist oder man dann ein Video schaut, das man sich sonst nicht angeschaut hätte, dann wird man vegan ;). Und vergisst den Missioniere. Es braucht also verschiedene Rollen für ein verändertes Bewusstsein ;).

    3. Da hast du recht. Im Endeffekt waren es ja auch so typische „Missionierer“, die mich tatsächlich missionierten – nur eben auf ziemlich unsympathische Art und Weise 😉

  2. Der Artikel hat mich erneut zum Nachdenken angeregt und auch zum Lesen, danke! Ich esse kaum Fleisch und wenn nur aus biologischer artgerechter Haltung eines Bauern unserer Stadt. Bei Milch und Milchprodukten fällt mir der Verzicht im Alltag schwerer, daher habe ich hier gerne und mit gutem Gewissen auf Demeterprodukte zurück gegriffen. Nun lese ich, dass auch hier Mutterkuh und Kalb nicht zusammen bleiben, was mich sehr entsetzt. Irgendwie dachte ich, das gehört natürlich zu einer artgerechten Milchproduktion dazu…Wie wichtig es ist sich wirklich gründlich zu informieren, wird mir wieder bewusst.

    1. Ja, ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe auch lange immer Bio gekauft etc. und dachte, damit hätten die Tiere zumindest ein einigermaßen schönes Leben. So leicht lässt man sich blenden :/

  3. Ein ganz spannender Artikel, vielen Dank fürs Teilen deines Weges!
    Wir haben fast 60 Tage als Challenge vegan gelebt, sind aber nun zurück beim „nur“ Vegetarismus. Für mich war auch eine Doku ausschlaggebend, allerdings ging es um Hühner.
    Ich fand es total merkwürdig, dass Hühner inklusive Innereien verkauft werden, wobei die Innereien gar nicht ihre eigenen sind … Dieser Gedanke war für mich so abstrus, dass ich diesen Wirtschaftszweig einfach nicht mehr unterstützen wollte.

    Lea von veggi.es macht tolle vegane Rezepte und ist darüber hinaus noch ein wirklich netter Mensch 😉

    Liebe Grüße
    Carolin

    1. Vegetarier zu sein finde ich ganz großartig! Allein kein Fleisch mehr zu essen ist doch schon ein sehr großer und schätzenswerter Beitrag zum Wohl der Tiere meiner Meinung nach! 🙂

      Den Blog habe ich gerne hinzugefügt!

  4. Sehr schöner Text und in vielen Dingen auch nachvollziehbar. Aber ich frage mich immer, wieso man dann diesen radikalen Schritt geht. Wieso nicht auf Bio-Fleisch umsteigen und nur noch wenig davon essen? Aber es stimmt, wenn man sein „Futter“ nicht selber töten kann, dann ist es schon eine gewisse Doppelmoral, doch Fleisch zu essen. Ich mag aber nicht komplett verzichten, dafür schmeckt es mir einfach zu gut. Ich achte aber mittlerweile besser darauf, dass es nicht das billigste von Aldi ist.

    1. Dankeschön! 🙂
      Auf Bio-Fleisch umzustellen war auch mein erster Gedanke. Allerdings war es auch da, wie du ja schon schriebst: Es kam mir falsch vor, dass ich andere Menschen dafür bezahle etwas zu tun, das ich selbst nicht über’s Herz brächte. Und – das war mir allerdings auch vorher nicht klar – Bio heißt ja nicht zwangsläufig, dass es den Tieren auch wirklich „gut“ geht.

    2. Ich habe gestern noch sehr viel über das Thema nachgedacht und da ist mir eingefallen, wie mein vater erzählt hat, dass ihnen, als er noch ein Kind war, dauernd die Schweine abgehauen sind. Oder dass sein Vater dem Hahn, wenn dieser mal wieder am Sonntag in der früh zu laut war, einfach den Kopf umgedreht hat. Dann gabs eben Hühnersuppe. UNd alle paar Monate kam der Schlachter und alle zusammen haben (bei Bedarf) die Tiere erlegt und zu Wurst gemacht. Könnte es also sein, dass es einfach an der fehlenden Möglichkeit liegt, sich wirklich mit diesem Thema zu beschäftigen? Ich meine, wer hat heutzutage denn noch Schweine und Hühner im Garten? Es war übrigens ein Zechenreihenhaus, kein Bauernhof! Mitten im Ruhrgebiet. Fleisch gab es ohnehin nur am Sonntag und zu Festtagen.
      Als wir Kinder waren, haben wir immer Milch beim Bauern im Dorf wo unser Ferienhaus stand geholt. Die Kühe waren tagsüber auf der Weide, um 18 Uhr wurden sie gemolken und wir durften ganz oft zugucken. Das ging auch schon mit ner Maschine und nicht von Hand. Aber wie ich hörte, darf heute aus gesundheitlichen Gründen kaum noch frisch gemolkene Milch verkauft werden.
      Ich glaube langsam, dass aufgrund der vielen Gesetze zum „Schutz“ der Menschen und Tiere ein gesundes Miteinander verloren gegangen ist. Ganz ehrlich, man muss das Schwein gar nicht selber töten, wenn es jemanden gibt, der dazu ausgebildet ist, es schnell, schmerz- und möglichst stresslos für das Tier zu machen. Das ist wahrscheinlich sogar besser, als wenn jeder Hinz und Kunz selber sein Schwein oder seinen Hahn erlegt. Leider ist es ja nicht mehr wirklich erlaubt, im heimischen Garten selber zu schlachten, dafür müssen die Tiere in Käfige gezwängt durch die halbe Republik oder weiter gekarrt werden, voller Angst, Hunger und in Hitze oder Kälte…

  5. Super gut! So schlimm es klingen mag, aber es inspiriert mich es dir gleich zu tun. Ich/wir haben es viel zu lange vor uns hergeschoben und müssen es jetzt auch endlich angehen.

    Hier fängt es an. Danke dafür.

    Viel Erfolg!!!

    1. Ich hatte ehrlicherweise Tränen in den Augen, als ich deinen Kommentar gelesen habe, denn dass meine Worte tatsächlich dazu führen, dass jemand dazu bereit ist etwas zu ändern ist ein unglaubliches Gefühl. Ich danke also DIR, denn so ein Umdenken ist absolut keine Selbstverständlichkeit! <3

  6. Ein schöner Text, der bestimmt einige anregt, sich auch Gedanken über die Form der eigenen Ernährung zu machen. Ich finde gerade die Textpassage, dass man andere dafür bezahlt, Tiere zu töten sehr ausschlaggebend. Ich weiss nicht, ob missionieren der richtige Weg ist, aber ich finde es wichtig, dass es eine Diskussion gibt und dass ein Umdenken stattfindet. Ach, eigentlich wollte ich dir nur sagen, dass mir dein Text sehr gefällt, viele wichtige Punkte drin sind und es mich freut, dass du es mit der veganen Ernährung versuchst. Viel Erfolg weiterhin dabei.
    Liebst, Bina
    stryleTZ

    1. Vielen lieben Dank! 🙂 Ja, so eine Diskussion ist total wichtig. Was nun der richtige Weg ist, um so etwas anzustoßen, ist wahrscheinlich auch bei jedem unterschiedlich.

  7. Ein sehr schöner Artikel, der zum Nachdenken anregt. Das Problem liegt in meinen Augen vor allem an unserer Gesellschaft: Massentierhaltung ist eine fürchterliche Ausprägung menschlicher Grausamkeit. Wir selbst kaufen Eier auf dem Wochenmarkt und wissen, dass sie von kleinen regionalen Höfen hier aus der Region kommen, die vom jeweiligen Bauern am Stand selbst betireben werden. Fleisch an sich zu essen, darin sehe ich für mich persönlich nicht das Problem, es liegt in der Evolution begründet, dass Tiere Tiere essen und auch wir sind Omnivore. Das schlimme ist wie unser Fleisch gewonnen wird, unter welchem unsaglichen und unaussprechlichen Bedingungen Fleisch produziert wird. Auch Bio sagt nichts über die Schlachtung aus, denn auch Tiere aus Bio-Haltung werden im normalen Schlachthaus getötet. Im Grunde käme nur Fleisch aus eigener Hausschlachtung in Betracht. Man muss sich vergägenwärtigen, woher und wie unser Essen gewonnen wird. Fleisch sollte in viel geringeren Mengen konsumiert werden. Das wäre ein Anfang. Für das Problem der Milch habe ich persönlich keine Lösung gefunden. Käse würde mir sehr fehlen, das muss ich wirklich gestehen. Wenn man allerdings den veganen Weg konsequent gehen will, so darf man im Grunde auch kein Leder verwenden und ganz wichtig, keine normale Kosmetik benutzen. Ich selbst achte darauf, dass ich Kosmetik kaufe, die nicht bei Tieren getestet wurde. ABER, und jetzt kommt ein ganz großes ABER: Alle Pharmaunternehmen machen Tierversuche. Wir dürften keine Medizin mehr nehmen. Eine Freundin von mir hat ihre tierveterinärische Doktorarbeit über Tierexperimente in der Artzneimittelindustrie geschrieben, es ist wirklich grauenvoll, was da von statten geht. Den meisten ist das nicht bewusst. Es ist schwer ethisch korrekt zu leben, aber ein Bewusstsein zu schaffen, das ist ein guter Anfang. Mich würde noch interessieren, ob du Kiwi auch vegan ernährst? Ganz liebe Grüße, Anna

    1. Dass man das Tierleiden auf diesem Planeten nicht mit einer veganen Ernährung verhindert, ist leider wahr. Du hast definitv recht, zum veganen Lebensstil gehört ja nicht nur die Ernährung, da gibt es noch viele andere Dinge, die beachtet werden wollen (z.B. Leder und Kosmetik). Ich möchte mich dem Ganzen schrittweise annähern, damit es auch nachhaltig gelingt und habe darüber nachgedacht, wo man den Anfang machen kann.

      Dabei kam mir die Ernährung einfach deshalb am sinnvollsten vor, weil man dort den größten Effekt erzielt. Ich habe mir in meinem bisherigen Leben genau ein Mal eine Lederjacke gekauft (und würde es jetzt nicht mehr tun) und meine Kosmetikartikel kaufe ich ebenfalls ziemlich selten neu (vielleicht alle paar Monate).
      Beim Essen jedoch kann ich jeden Tag mehrmals die Entscheidung treffen tierische Produkte zu meiden und so das Leiden der Tiere zumindest ein winzig kleines bisschen zu ändern. Eine Ernährungsumstellung ist für mich einfach das effektivste Mittel dafür.
      Wo man die Grenze zieht, muss man selbst entscheiden. Bei mir wäre sie definitv bei Arzneimitteln erreicht.

      Kiwi lebt derzeit größtenteils vegetarisch (sie bekommt ganz ab und zu noch Fisch). Inwiefern wir unsere eigene Ernährung auf sie ausweiten wollen, darüber müssen und wollen wir noch ein wenig länger nachdenken und auch sehen, wie es uns selbst mit der Umstellung geht. Auch würden wir uns bei diesem Thema gerne ärztlichen Rat einholen und uns weiter informieren.

    2. Ich finde es ganz bewundernswert wie ihr die Umstellung wagt und euch darauf einlasst. Der Ansatz das schrittweise zu vollziehen ist mit Sicherheit der richtige. Ich respektiere sowohl Veganer als auch Vegetarier, für mich persönlich wäre die vegetarische Ernährung die einfachere Lösung, dabei sei es aber mal so hingestellt, ob sie damit wirklich die ethisch korrektere wäre. Denn das bezweifle ich. Im Grunde ist die Idee hinter der veganen Lebensweise die ethisch vertretbarste. Ich glaube auch, dass dieses ganze „Mangelernährung“-Gerede oft angeführt wird, um die vegane Lebensweise schlecht zu machen, denn sie erfordert ein Umdenken in den Köpfen und davor fürchten sich viele. Ich kann das natürlich nicht wirklich beurteilen, weil ich kein Mediziner bin, aber zumindest kam es mir immer so vor. Und ich habe Berichte gelesen, dass Mütter ihre Kinder ebenfalls vegan ernährt haben und diese keinerlei Mangelerscheinungen hatten.Aber es ist auf jeden Fall gut, dass ihr das nochmal abklären lasst. Was noch viel witziger ist, es gibt Studien, die belegen, dass Hunde, die vegan ernährt werden, ebenfalls völlig gesund sind. Also kann die vegane Ernährungsweise nicht so schädlich sein, wie sie immer hingestellt wird. Ein ganz wichtiges Thema, das mich auch sehr beschäftigt und über dass ich studenlang philosophieren könnte. Ich finde es generell sehr traurig, wie schlecht Tiere behandelt werden, Tierversuche, Massentierhaltung das sind unsagbare Grausamkeiten. Im Grunde ist der Mensch das grausamste Tier. Danke für diesen wunderbaren Artikel, der zum Nachdenken anregt 🙂

  8. http://kuechenmamsell.blogspot.de/p/alle-rezepte.html
    Ganz großartiger veganer Blogg!

    Wir betreiben selber einen Bauernhof mit Hühnern und Hähnchen und essen unser eigenes Fleisch.
    Allerdings mit der Gewissheit, dass es den Tieren gut ging.
    Und wir sind ein Biolandbetrieb. Also absolut keine Massentierhaltung.
    Kann aber jeden verstehen, der sich für eine vegane oder vegetarische Lebensweise entscheidet.

    Was ich wirklich schlimm finde und was wir im Umgang mit unseren Kunden und Besuchern immer wieder feststellen ist, wie viele Leute einfach nicht darüber nachdenken, was sie essen.

    1. Ich finde die „Scheuklappen“, die man im Bezug zu seinem Essen aufhat, auch ganz erstaunlich und ganz furchtbar. Ich habe das ja an mir selbst erlebt.
      Und viele Menschen wollen diese Verbindung zwischen dem, was sie essen und dem, wo es herkommt auch einfach nicht herstellen, denn für Viele würde es bedeuten, dass sie etwas ändern müssten, um mit sich selbst im Reinen zu sein.

      Das ist für mich persönlich der schwierigste Punkt. Wenn jemand wie du sagt: „Hey, ich weiß darüber Bescheid. Ich halte selbst Tiere, weiß, wie es ihnen geht und was mit ihnen passiert und ich entscheide mich trotzdem dafür, sie zu essen“ dann kann ich persönlich so eine Einstellung viel leichter nachvollziehen als jemand, der jeden Gedankenanstoß quasi sofort abblockt und die Realität absolut nicht an sich heranlassen will. Es fällt mir ziemlich schwer, damit umzugehen.

      Den Blog habe ich übrigens gerne verlinkt 🙂

  9. Finde ich toll geschrieben und der Satz von Ned hat sich bei mir nach dem Lesen auch eingebrannt und danach bin ich erst mal auf vegetarisch umgestiegen – bis mich in der ersten Schwangerschaft Panik bzgl. Versorgung beim Baby packte. Mittlerweile bleibt Fleisch wieder weg und vegan wäre mein Ideal. Da muss ich mich noch umfassender informieren bzgl. Nährstoffe und „Ersatzmitteln“, vertrage z.B. scheinbar kein Soja.
    Find’s auch cool, dass dein Mann mitzieht, meiner gewöhnt sich da auch langsam dran, aber vegan will er nicht. Bin gespannt, was das wird. ☺

    1. Ach was wirklich? Jetzt würde mich ja wirklich interessieren, wie viele Menschen der liebe Herr Martin schon zum Vegetarier/Veganer gemacht hat? 😀
      Das mit dem Soja ist doof, mein Mann verträgt das auch nicht. Bei dir Milch ist er jetzt auf Reismilch umgestiegen, aber insgesamt verkompliziert die Ganze Sache schon.
      Ich bin um ehrlich zu sein auch wirklich erleichtert, dass mein Mann da mitmacht. Er will sich noch nicht festlegen, wie genau nun seine zukünftige Ernährung aussehen soll, aber ich merke, dass wir da sehr ähnliche Gedanken zu haben 🙂

  10. Ah mir ging es vor vielen Jahren genauso. Ich lebe jetzt seit 6 Jahren vegan und habe es nie bereut. Alles Gute für deinen Weg

    1. wenn du das wirklich verinnerlicht hast, ist es ganz einfach und veganismus kann auch ganz undogmatisch sein.

    2. Momentan könnte ich mir ein „wieder-zurück-denken“ auch überhaupt nicht vorstellen. Mir kommt es auch nicht wie Verzicht vor – ich vermisse nichts, weil ich Fleisch und Co. einfach mittlerweile mit ganz anderen Augen sehe 🙂

  11. Sorry, aber wenn Menschen andere von ihrem „falsch-leben“ bekehren wollen finde ich das etwas heuchlerisch. Wie konsequent bist du? Bin ich? Sind die Veganer und wie sie alle heißen? Interessiert es dich nur, weil du jetzt etwas darüber erfahren hast? Hast du dich mal über die Menschen informiert, die von der Industrie verarscht und verraten werden? Über Nestle? Über die Gewinnung von Uran? Über die Ausbeutung der Welt wegen anderer Rohstoffe? Über die Verbrechen der Pharmaindustrie? Anders gefragt: kaufst du nur Produkte, von denen du weißt, wie sie angebaut wurden? Kleidung, Strom, Essen, Möbel? Fährst du kein Auto? Oder noch besser: arbeitet ihr sogar in Betrieben, die böses auf der Welt tun oder unterstützen? DA muss man ansetzten. Denn Menschen schädigen ist noch weitaus verwerflicher. Aber da schreibt man sich lieber die Tierliebe auf die Fahnen und geht weiter zu basf oder Nestle oder einem Zulieferer für Waffen oder sonst wem arbeiten oder nutzt schwächere aus, indem man die Produkte benutzt.
    Der Punkt ist, dass je mehr ihr euch informiert, desto mehr muss man boykottieren. Und, es wird mancher veg-irgendwas nicht gerne lesen: Menschen sind wichtiger als Tiere. Fangt mal da an, euch korrekt zu verhalten und denen zu helfen, denen es nicht so gut geht.

    1. Zunächst einmal: Danke für deinen Kommentar. Du hast vollkommen recht damit, dass Veganismus nicht bedeutet, dass alle Probleme auf der Welt ausgelöscht werden und es wichtig ist, immer und immer wieder darüber nachzudenken, wie man etwas zum Wohle aller Lebewesen beitragen kann. Darin sind wir einer Meinung.

      Was die „Bekehrungsabsicht“ meines Textes angeht kann ich nur sagen, dass ich hier nur meinen ganz persönlichen Weg beschrieben habe. Ich habe nie gesagt: „So, und jetzt werdet gefälligst alle sofort vegan! Das und das ist jetzt zu tun!“, sondern ich habe lediglich ein paar Informationen zusammengestellt, die den Leuten helfen können, die tatsächlich mit diesem Gedanken spielen sollten. Genau so findest du aber auch Futter zum Nachdenken, wenn du dich nicht dafür entscheidest in den geteilten Links.

      Noch einmal: Mir ist durchaus bewusst, dass es noch viel, viel mehr Probleme auf dieser Welt gibt und die sind mir sicherlich nicht egal. Aber irgendwo muss man anfangen, das heißt ja nicht, dass man da dann auch gleich wieder aufhört. Wie ich bereits in einem Kommentar weiter oben schrieb hat eine Ernährungsumstellung für mich einfach den größten positiven Effekt. Deswegen denke ich sehr wohl, dass es sich lohnt, genau hier zu beginnen. Wenn du dich lieber für andere „Baustellen“ stark machen möchtest – nur zu! Auch das ist super wichtig und unterstützenswert!

      In einem Punkt möchte ich dir allerdings widersprechen: Tiere sind meiner Meinung nach nicht weniger wert als Menschen. Es sind nur die Menschen selbst, die sich das gerne einreden, um einiges zu rechtfertigen, was sie so tun. Und selbst WENN das so wäre. Selbst WENN wir – aus welchen undefinierbaren Gründen auch immer – wir mehr wert wären als andere: Gibt uns das das Recht, andere Tiere SO zu behandeln? Mit ihnen zu machen, wozu wir gerade Lust haben? Ich glaube kaum.

      Ich stimme dir also zu 100% zu, wenn es darum geht, dass es nicht nur die Tiere sind, die unsere Hilfe benötigen. Aber es sind eben auch nicht „nur“ die Menschen.

      Übrigens: Ich bin Lehrerin. Welchen diabolischen, waffenexportierenden Wirtschaftszweig unterstütze ich denn damit? 😉

  12. Danke für diesen Text, der beweist, dass das Denken die Richtung wechseln kann. <3
    Genau vor einem Jahr habe ich mir eine vegane Testwoche auferlegt, die dann mehrere Monate anhielt. Ich lebe mittlerweile teil-vegan, backe meistens noch mit Eiern. Käse und Milch-Konsum hat sich sehr eingeschränkt in der Familie. Nur die Kinder bestehen noch darauf. Habe ich auch alles verbloggt .)

  13. „Am meisten beschäftigte mich die Aussage, dass es nicht jedermanns „freie Entscheidung“ sei, welches Essen er zu sich nehmen möchte. Diesen Satz fand ich so unglaublich dreist und ich begann eine innerliche Diskussion mit mir selbst zu führen, wieso die beiden damit Unrecht hatten.“

    Ich finde übrigens, damit haben die beiden allerdings tatsächlich Unrecht. Selbstverständlich ist das die freie Entscheidung des Einzelnen … und das sage ich als jemand der selbst seit vielen Jahren auf jegliche tierischen Nahrungsmittel verzichtet.

    1. Das ist der Knackpunkt, bei dem ich für mich selbst noch zu keinem Ergebnis gekommen bin. Ich kann diesen Gedankengang, dass es „nicht“ der freien Entscheidung unterliegt, jemand anderem das Leben zu nehmen mittlerweile gut nachvollziehen. Genauso gut verstehe ich aber auch die andere Seite.

  14. Ein toller Text! Ich bin schon gaaanz lange Vegetarierin (seit dem 13. Lebensjahr), aber seit einiger Zeit geht mir das mit den Kälbchen auch immer wieder durch den Kopf (habe selbst ein neun Monate altes Baby). Ehrlich gesagt fällt es mir soo schwer, auf Milchprodukte zu verzichten. Zum Beispiel beim Kaffee. Habe schon diverse Ersatzprodukte ausprobiert: Sojamilch, Mandelmilch, Hafermilch, Haselnussmilch, Kokosmilch. Aber der Kaffee schmeckt damit einfach bäh. Deshalb trinke ich jetzt oft schwarzen Tee. Aber gerade am Wochenende… Sonntagsfrühstück ohne Milchkaffee? Hast du einen Tipp?

    1. Oh ja, das Kaffeeproblem hab ich auch! Du hast da schon mehr durchprobiert als ich. Ich bin bei normaler Sojamilch, aber richtig toll schmeckt das nicht. Das hat bei mir momentan zur Folge, dass ich gar keinen Kaffee mehr trinke (eines der wenige Dinge, die ich vermisse). Mein Mann trinkt momentan immer Matcha-Tee. Vielleicht sollte ich das auch mal ausprobieren. Gerade mit Baby bzw. Kleinkind ist der Kaffee ja doch ziemlich wichtig irgendwie 😉
      Wenn ich noch auf eine gute Lösung stoße melde ich mich! 🙂

    2. Huhu, wir hatten hier mal ein megageniales veganes Cafe mit Sahnetorten vom Feinsten. Die haben erzählt, dass sie für ihre Cafes alle möglichen Pflanzenmilchsorten ausprobiert haben und letztendlich hat ihnen nur Alpro geschmeckt, also die nicht-bio-Variante. Vielleicht also noch weiter durchprobieren? Meine Mutter (nicht-Veganerin) trinkt inzwischen Hafermilch im Kaffe und meint es schmeckt anders, aber besser… Vielleicht kannst du dich ja an ein ganz neues Getränkt gewöhnen ;)!

    3. Danke für den Tipp! Ich hab mal die Mandelmilch von Alpro ausprobiert und *Trommelwirbel* – trinke ab sofort wieder Kaffee, denn es schmeckt richtig gut! Yeah! 😀

  15. Wow :). Das ist ja toll. Nur gleich die teuerste Variante ;). Naja, muss ja vielleicht kein täglicher Milchkaffe sein… LG

  16. Gratuliere für deinen neuen Weg! und dass du es langsam angehen willst, ist sicherlich eine weise Entscheidung, alles was mit Zwang, Stress, Druck geschieht ist fast zwangsläufig zum scheitern verurteilt. wenn du es in DEINEM tempo in dein Leben integrierst, dann wird es für dich immer stimmig sein und sich gut anfühlen – so halt MEINE Erfahrung. ich bin vor 11 Jahren Vegetarieren geworden und verzichtete dann ziemlich schnell auch auf Milchprodukte. Lediglich Ziegenkäse (von den Ziegen einer lieben Freundin) und Eier hielten sich noch etwas länger im speisplan und auch die von dir angesprochenen Produkte, die es enthalten können. Mittlerweile bin ich sehr sehr strikt und essen wirklich gar nichts mehr was nur irgendwas tierisches enthält – udn es ist absolut kein Verzicht sondern ich bin froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin und wenn ich etwas bedauere, dann nur, dass ich es nicht früher getan habe. und zur Gesundheit: ich habe die Blutbefunde der letzten 20 Jahre verglichen: so ein gutes wie jetzt hatte ich noch nie (sollte das mit dem Alter nicht schlechter werdne ;-)) und ich habe es auch in der Schwangerschaft nicht unterbrochen und auch unsere Tochter wird vegan ernährt. die Kinderärztin war zum Glück aufgeschlossen, sodass ich da keine Diskussionen hatte – und mittlerweile sieht sie in ihr ein „Vorzeigekind“ für alle, die vegan ernähren wollen, da sie so gesund ist (jetzt 2 Jahre alt). Mangelernährung findet man in JEDER Art von Ernährung. Vegan bedeutet auch „Wodka & Pommes“ 😉 der Spruch belustigt mich immer wieder und zeigt dass nur vegan natürlich nicht automatisch GESUND bedeutet. was mir jedoch auffällt ist, dass sich Veganer einfach häufiger auch mit gesunder Ernährung auseinandersetzen als „Allesesser“. jetzt mal vom Tierleid abgesehen. für mich gibt es keinen Weg zurück, unvorstellbar und von wegen „missionieren“ – naja, wenn es diese nervenden nicht gegeben hätte, wärst du jetzt vielleicht nicht auf diesem WEg? 😉 aber ich versteh schon was du meinst. mich nervt dafür dieses „der mensch braucht das … der Mensch hat schon immer … der Mensch hat ein Allesfresser-Gebiss … dir fehlen Vitamine … und und und“ 🙂 Alles Gute für euch weiterhin!

  17. Hallo,

    ich bin gerade durch einen anderen Blog auf deinen gestolpert und lese gern etwas über vegane Ernährung. Ich selbst esse gern Fleisch und Wurst, aber interessiere mich dennoch für vegetarische und vegane Ernährung (Muss ja nicht andauern Fleisch sein, sondern ein Salat tut es auch).

    Ich mag deine angehensweise und die Art wie du darüber schreibst. Wie du einfach berichtest, wie es bei dir gekommen ist und wieso und weshalb. So mag ich es… Nicht diese Art, wo man verachtet wird, wenn man dennoch Fleisch ist.

    Ich komme aus einem kleinen Dorf und mein Vater hatte eine Gaststätte. Wir hielten Hasen und schlachteten diese auch. Es gehörte einfach zu unseren Alltag. Und diese Art akzeptiere ich auch, nur nicht Massentierhaltung. Somit habe ich es beibehalten darauf zuachten woher mein Fleisch kommt, genauso bezahle ich halt 1,20€ für mein Liter Milch, anstatt 50 cent, weil ich somit Milch aus dem Nachbarort hole.

    Das dein Mann sich auch dafür so interessiert, find ich auch total klasse.

    Und wegen Mangelerscheinung: Wenn ich jeden Tag nur Steak essen würde und kein Obst und Gemüse, hätte ich auch Mangelerscheinung. Man sollte immer darauf achten, was man isst 😀

    LG
    Bammy

  18. Wow, dein Text hat mich echt beeindruckt. Und zum Nachdenken angeregt. Wobei mir das Thema schon präsent ist, weil mein Mann und mein ältester Sohn beide Vegetarier sind. Ich muss aber zugeben, dass ich das Thema gerne immer wieder verdränge, denn im Grunde wäre für mich die logische Schlussfolgerung auch absolut eindeutig. Aber ich schaffe nicht mal die Umstellung auf eine rein vegetarische Ernährung. Klar gibt es bei uns auch nicht so oft Fleisch, aber ganz ohne packe ich nicht. Allein schon die Brotaufstriche hängen mir nach einer Weile echt zum Hals raus und dann kann ich dem Salami-Brot doch wieder nicht widerstehen…. Und ganz ohne Käse? Unvorstellbar… 🙁
    Ich finde es wirklich bewunderswert, wie du es schaffst, in wie es scheint, relativ kurzer Zeit, eure Ernährung so konsequent umzustellen. Respekt!

  19. Gerade „the Vegan couple“ finde ich sehr sympathisch. vielleicht schaust du dir nochmal andere Videos an. Die zwei sind nämlich wirklich nett 🙂

  20. Find ich auch toll, was ihr macht. Hier in meiner kleinen Runde kann ich das vergessen. Der Mann ist ein mega Fleischesser, worüber ich auch ständig schimpfe. Die Kinder essen auch viel zu gerne Fleisch. Ich selbst mag es auch und auf Eier und Milch will ich nicht verzichten. Aber weiß was och kommt. Das Thema generell beschäftigt mich aber auch. Ich habe da auch mal was zu geschrieben vor einiger Zeit. Denn ich hatte die „Schocktherapie“ in Marokko. Ich habe beim Schlachten zugesehen. Von Anfang bis Ende: http://beatrice-confuss.de/2016/04/16/ernaehrungsueberfluss-und-mangelndes-bewusstsein/
    Lg Beatrice

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