Wie fühlen sich Wehen eigentlich an?

Tasche

 

– Schwangerschaftsrückblick Teil IV –

„So, ich glaube, es ist soweit.“

Hochschwanger lag ich auf der Couch, Kiwipapa neben mir und sah mich etwas verdutzt an. Eine bedeutungsschwangere Stille breitete sich aus. Dann sagte ich mit ernster Stimme:

„Wir müssen die Kliniktasche packen.“

Etwa drei Wochen vor dem errechneten Termin hatte ich langsam das Gefühl, mich final auf die Geburt vorbereiten zu müssen. Real fühlte sie sich trotzdem noch nicht an. Geschweige denn das, was danach kommen sollte.

Um nicht völlig von den kommenden Ereignissen überrumpelt zu werden, wollte ich also zumindest mit ruhigem Gefühl ins Krankenhaus fahren können, wenn es denn soweit ist. Seltsamerweise hatte ich überhaupt keine Angst vor der Geburt. Ich sehnte sie mir zwar noch nicht vorbei – denn, hey, die Schwangerschaft war mittlerweile zwar schon irgendwie „beschwerlich“, aber die ersten paar Monate waren mir noch allzu präsent – aber noch sah ich sie mehr wie ein „sportliches Ereignis“, dem ich mich stellen wollte.

Also, auf ging’s ans Taschepacken. Gott sei Dank gibt es im Internet tausende von Seiten mit Tipps für den Klinikaufenthalt und auch im Geburtsvorbereitungskurs hatten wir eine Liste mit Dingen bekommen, an die es zu denken galt. Der kleine Koffer war also schnell gefüllt und befand sich gleich danach als unser treuer Begleiter im Kofferraum des Autos. Tja, leider machte das die ganze Sache für mich auch nicht realer. Ich freute mich zwar, aber wirklich begreifen, was da bald geschehen sollte, konnte ich noch nicht.

Die Vorbereitung betraf aber natürlich nicht nur mich. Kiwipapa hatte ab sofort Alkoholverbot (damit er immer fahrtüchtig war) und erhielt die Anweisung, auf der Arbeit auch in einem Meeting an sein Handy zu gehen, wenn ich anrufen sollte. Alles, was ich ihm über Geburt oder Beschwerden, die eine Fahrt zum Arzt oder zum Krankenhaus nach sich ziehen würden, sonst noch so mitteilen wollte, erledigte ich ab sofort per WhatsApp. Im Krankenhaus meldeten wir uns auch schon einmal an und durften gleich die Kreißsäle besichtigen. Wie friedlich mir diese erschienen so im Morgenlicht und ohne Patientin weit und breit. Da freute man sich doch schon so richtig auf die Geburt! (haha… 😉 )

Die Tage verstrichen. Und verstrichen. Und verstrichen…

Und ich wartete. Und wartete. Und wartete…

Etwa eine Woche vor dem errechneten Termin traute ich mich nicht mehr, mich außer Reichweite des Autos aufzuhalten in der Furcht, die Fruchtblase könnte platzen. Da Kiwis Köpfchen auch immer noch abschiebbar war, hieße das für mich, so beteten es mir sämtliche Ärzte und Hebammen vor, mich sofort hinzulegen und liegend in das Krankenhaus transportieren zu lassen.

Und während dieser ganzen Zeit schwirrte mir eine Frage unentwegt im Kopf herum, die ich dann irgendwann auch etwas zögerlich meiner Frauenärztin stellte.

„Wenn ich Wehen habe, dann merke ich das, oder?“

Bisher nämlich hatte ich so gut wie nichts von irgendwelchen Senk- oder Übungswehen gespürt, von denen in sämtlichen Büchern die Rede ist. Auch hatte das CTG noch nie eine Wehe aufgezeichnet. Ich hatte also immer noch keine Ahnung, wie sich diese sagenumwobenen Wehen anfühlen sollten.

Meine Ärztin grinste leicht und nickte. Geduldig erklärte sie mir noch einmal, dass sich Wehen wie Menstruationsschmerzen anfühlen, wie Wellen kommen und gehen usw. usf. Also alles, was ich bisher schon tausendmal gelesen habe, aber mir immer noch nicht vorstellen konnte. Auch Kiwimamas Mama lachte nur bei dieser Frage und antwortete immer: „Die wirst du schon merken, keine Sorge!“

Und wenn nicht? Oder was, wenn ich sie zu spät merke? Und es nicht rechtzeitig ins Krankenhaus schaffe? Meine Frauenärztin erwähnte außerdem, dass es tatsächlich Frauen gäbe, die die Wehen nicht spüren würden, aber das wäre sehr sehr sehr sehr selten. Und wenn ich nun gerade zu diesen Frauen gehörte? Was dann?

Und dann kam er endlich. Der Tag der Tage: der errechnete Entbindungstermin. Und es tat sich… nichts. Aaaaargh!

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