Verpatzter Stillstart … und trotzdem Happy End!

Flasche

 

Kiwis und mein Stillstart war sicherlich alles andere als optimal. Dabei wollte ich doch unbedingt stillen! Das hatte ich mir fest vorgenommen. Letztendlich hat es aber doch geklappt – dank meiner Hebamme! Aber von vorne:

Das erste Problem bestand darin, dass unter der Geburt irgendwann ein Kaiserschnitt gemacht werden musste. Das hatte zur Folge, dass Kiwi zum Papa kam, während ich genäht wurde. Und ich muss ehrlich sagen, ich bin dem Krankenhaus noch immer etwas böse, denn – vermutlich, weil die Hebamme wusste, dass das Nähen einige Zeit in Anspruch nimmt – Kiwi wurde einfach eine Flasche mit Pre Nahrung gegeben. Schon bevor sie zum Kiwipapa kam.

Davon wusste ich nichts und war nur ein wenig enttäuscht und traurig, als ich endlich zu ihr kam und sie keinerlei Interesse daran hatte zu trinken. Wenn ich denn überhaupt gewusst hätte, was ich tun soll. Denn bei meiner Rückkehr in den Kreißsaal wurde sie mir gegeben und die Hebamme ging dann irgendwann mit den Worten „Jetzt können Sie ja mal versuchen zu stillen. Wenn’s Probleme gibt einfach melden.“

Ich lag im Bett und sah ihr verwirrt nach. „Okay“, dachte ich. „Ich versuch’s einfach mal.“ Der Versuch scheiterte aus dem oben genannten Grund. Aber selbst wenn sie Durst gehabt hätte, hätte ich das Stillen in der Situation – auf dem Rücken liegend, hundemüde und erschöpft und unfähig, mich großartig zu bewegen – wohl kaum ohne Hilfe hinbekommen.

Als Kiwi dann irgendwann auf dem Krankenzimmer Hunger bekam, klingelte ich sofort nach einer Schwester und bat sie darum, mir das Anlegen zu zeigen. Das tat sie etwas halbherzig, es klappte nicht sofort und nach etwa 20 Sekunden verschwand die Schwester mit den Worten „Ich hole dann mal ein Stillhütchen.“

Sie kam dann damit zurück und Kiwi begann zu saugen. Natürlich kam noch keine Milch.

„Sie hatten noch keinen Milcheinschuss, das kann bei einem Kaiserschnitt auch noch etwas länger dauern als normal. Legen Sie sie an beiden Seiten an und klingeln Sie dann nochmal, dann bekommt sie eine Flasche“, war die Anweisung der Schwester.

Gesagt, getan. Natürlich hätte man auch den „harten“ Weg gehen könne und warten, bis ich meinen Milcheinschuss bekommen würde, allerdings hätte ich das so oder so schon nicht über’s Herz gebracht und die Sache mit dem Kaiserschnitt hatte mich völlig verunsichert. Darauf war ich einfach nicht vorbereitet gewesen.

Wie lange ich sie anlegen sollte sagte mir allerdings erstmal keiner, das fragte ich erst später nach (was zwischenzeitig eine Anleg-Session von einer Stunde zur Folge hatte :/ ). Mein Milcheinschuss ließ allerdings immer noch einige Tage auf sich warten und ich hatte schon Angst, es würde gar nicht klappen. Umso glücklicher war ich, sie dann etwa nach vier Tagen richtig trinken zu sehen. Zufüttern sollte ich jedoch trotzdem noch unter anderem deshalb, weil Kiwi eine leichte Gelbsucht hatte und das gute Trinken dann wichtig sei.

Auch als ich nach einer Woche aus dem Krankenhaus entlassen wurde fütterte ich noch zu und benutzte Stillhütchen – bis meine Nachsorgehebamme kam.

An dieser Stelle kann ich nur jedem ans Herz legen, sich eine solche Hebamme zu organisieren (auch, wenn es viel zu wenige von ihnen gibt)! Sie kam, ich erzählte ihr, wie ich bisher vorgegangen war und ich sollte ihr zeigen, wie ich Kiwi anlegte. Sie sah kurz zu und fragte dann nur „Wollen wir es denn jetzt mal ohne Stillhütchen versuchen?“

Ich sah sie völlig verwirrt an.

„Ja geht das denn?“

Es dauerte keine 10 Sekunden und Kiwi trank ohne Probleme – ohne Stillhütchen. Alles war es gekostet hatte waren ein paar geübte Handgriffe, die sie mir dann erklärte. Auch sollte ich versuchen, langsam das Zufüttern einzustellen. Sie erklärte mir außerdem noch einmal das Angebot-und-Nachfrage-System und wir gingen die tausend anderen Fragen durch, die ich so hatte.

Drei Tage später brauchte ich weder Stillhütchen, noch musste ich noch zufüttern. Kiwi trank zufrieden (allerdings sehr, sehr häufig, aber daran arbeiten wir gerade). Ich griff nach einiger Zeit noch ein Mal auf Stillhütchen zurück, weil ich Schmerzen hatte, aber auch da riet mir meine Hebamme nur zu einem Positionswechsel ab und an und auch das Problem hatte sich im Nu erledigt.

Mittlerweile wird Kiwi voll gestillt – ohne irgendwelche Hilfsmittel – und hat ihr Geburtsgewicht schon um mehr als 1 kg gesprengt.

Ihr seht also: Selbst ein verpatzter Stillstart muss nicht immer gleich das völlige Still-Aus bedeuten. Zufüttern heißt ebenfalls nicht, dass man quasi schon abgestillt hat und Stillhütchen kann man auch wieder loswerden 🙂

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