Unser nicht existierendes Einschlafritual (inkl. Werbung)

Einschlafritual

Ich kann mich noch sehr genau an einen bestimmten Satz erinnern, den ich gleich am ersten Abend unserer Heimkehr aus dem Krankenhaus nach Kiwis Geburt aussprach:

„So! Und jetzt müssen wir uns ein Einschlafritual ausdenken!“

Ebenso gut erinnere ich mich an den verwirrten Gesichtsausdruck meines Mannes und seine trockene Erwiderung:

„Können wir sie nicht einfach ins Bett legen?“

Nein, das ginge auf gar keinen Fall, sprudelte es aus mir heraus. Babys bräuchten auf jeden Fall ein festes Ritual zum abendlichen Einschlafen! Schritt für Schritt müsse dies immer gleich ablaufen, damit sie wissen, was als nächstes passiere. Ich war regelrecht empört über seinen Vorschlag, während mir romantische Bilder von abendlichen Vorlesestunden und gesummten Wiegenliedern im Kopf herumschwirrten, die sich so im Laufe der Zeit aus der Fernsehwelt in meinem Kopf abgespeichert hatten.

Da Kiwi allerdings anfangs – wie wohl so ziemlich jedes Baby – noch ohne wirklichen Rhythmus schlief – und uns damit ziemlich zusetzte – wollten wir zunächst ihren Schlafrhythmus besser kennelernen, bevor ein solches Ritual eingeführt werden sollte.

Dazu gekommen ist es nie.

Versteht mich nicht falsch. Natürlich haben wir eine gewisse abendliche Routine entwickelt, wenn Kiwis Schlafenszeit angebrochen ist. Diese läuft allerdings nicht ritualisiert Schritt für Schritt jeden Abend gleich ab. Mal wird schon beim Hochgehen eher geflüstert, mal herumgealbert. Mal wird noch im Bett oder im Zimmer kurz gespielt, mal ein Buch vorgelesen und mal geht’s direkt zum Schlafen. Meist bringt Papa sie ins Bett, manchmal Mama und manchmal auch wir beide zusammen. An einigen Abenden wird erst ein an die Decke projezierter Sternenhimmel bewundert, an anderen leuchtet nur ein Nachtlicht und manchmal ist es völlig dunkel.

Was es aber gibt gewisse Eckpfeiler, die Kiwi Orientierung bieten und ihr beim Einschlafen helfen. Das sind: Zeit, Dunkelheit, Schnuller und Kuscheln.

Zeit:

Jeden Abend bringen wir Kiwi zwischen 18 und 19 Uhr ins Bett, nachdem sie ihren Abendbrei gegessen hat. Egal, wie gut oder wie schlecht sie am Tag geschlafen hat: Um diese Uhrzeit wird sie müde. Während ihre Schlafenszeiten in der Nacht oder auch über den Tag verteilt durchaus variieren können, scheint das für Kiwi eine magische Grenze zu sein. Manchmal merkt man es ihr nicht einmal an, dass sie eigentlich müde ist und dann beginnt sie erst zu gähnen, sobald wir die Treppe mit ihr nach oben laufen.

Tatsächlich haben wir schon sehr früh versucht, einen einigermaßen verlässlichen Zubettgeh-Zeitraum zu etablieren – und haben dafür so manches Mal geschummelt 😉 Als Kiwi noch ganz, ganz klein war, schaltete sie meist gegen 21 Uhr in den „Nachtmodus“, nachdem sie von mir gestillt wurde. Um diesen Rhythmus aufrecht zu erhalten, griffen wir zu einem kleinen Trick, falls es mit dem Einschlafen nicht so klappen wollte: Wir fuhren Auto.

Kiwi liebte Autofahren und schlief zuverlässig schon nach sehr kurzer Fahrzeit ein. Das brummende Geräusch und die leicht schaukelnden Bewegungen schienen sie einfach zu beruhigen. Zurück von der Fahrt ließ sich Kiwi meist ziemlich problemlos in ihre Wiege legen. Wir griffen einige Male zu diesem Trick und dann hatte sich diese Uhrzeit für Kiwi als Schlafenszeit etabliert.

Dunkelheit:

Kiwi braucht es dunkel, wenn sie schlafen will. Generell war sie schon sehr früh sehr wählerisch, was ihre Schlafumgebung anbelangte. Einfach so am hellichten Tag in einem Restaurant auf Mamas Arm einschlafen? No way! Viel zu aufregend, viel zu laut und vor allem – viel zu hell!

Was war ich froh über die Außenjalousinen in unserem ehemaligen gemieteten Doppelhaus! Nach unserem Umzug stand mir dann das erste Mal der Schweiß auf der Stirn, als ich mich in unserem neuen Schlafzimmer so umsah – in dem damals ja auch noch Kiwi mit uns schlief – denn: Neben dem normalen Fenster, das glücklicherweise ebenfalls über Außenjalousinen verfügte, befand sich noch ein Veluxfenster im Raum – ohne Jalousie.

Ich sah, dass das Fenster über ein Plissee verfügte, machte mir aber keine großen Hoffnungen, dass es den Raum großartig abdunkeln würde. Tatsächlich wurde ich allerdings eines Besseren belehrt, denn es handelt sich hier um ein Verdunklungsplissee von Velux.

Da wir also so gute Erfahrungen mit Velux gemacht hatten, freute ich mich ganz besonders, als diese nach einer Kooperation fragten. Noch entzückter war ich als ich erfuhr, dass es dort sogar eine Disney Kollektion für Verdunklungsrollos gibt (wenn ihr auf den Link klickt, scrollt einfach mal etwas nach unten, da könnt ihr alle Motive bestaunen). Mir persönlich hat es ja besonders die erste Bambi-Variante angetan. Soooo niedlich! 🙂

Besonders jetzt im Frühling und im Sommer sind solche Verdunklungsmöglichkeiten eine gute Option für angenehmen Schlaf.

Der Schnuller:

Schon im Mutterleib verfügte Kiwi über ein sehr ausgeprägtes Saugbedürfnis. Das äußerte sich darin, dass sie ab einem gewissen Alter auf jedem Ultraschallbild mit ihrer Hand oder ihrem Daumen saugte. Waren wir zunächst noch davon überzeugt, einen Schnuller erst gar nicht einführen zu wollen, erwies ein solcher sich ziemlich schnell als sehr effektive Beruhigungsmethode, die Kiwi dankend annahm. Noch heute braucht sie ihren Schnuller – allerdings nur zum Einschlafen.

Wacht Kiwi morgens auf, liegt sie meist noch kurz mit Schnuller im Mund da. Ist sie jedoch richtig war, merkt man das daran, dass sie sich fast schon theatralisch den Schnuller aus dem Mund fisch, von sich wirft und loskrabbelt.

Kuscheln:

Der letzte Eckpfeiler, den Kiwi zum Einschlafen braucht, ist das Kuscheln.

Ich habe euch ja bereits vor einigen Tagen unser neues Floor Bed vorgestellt, auf dem sie schläft. Ein solches Bett hat natürlich den Vorteil, dass man sich einfach zum Einschlafen neben das Kind legen kann (zu unsere Erfahrungen zum Floor Bed und Links zu anderen tollen Beiträgen von anderen Blogs schreibe ich noch einmal einen separaten Post). Kiwi nimmt das damit einhergehende Kuschelangebot sehr gerne an und dreht sich, wenn sie nun wirklich schlafen möchte, einfach irgendwann zur anderen Seite, als wenn sie sagen wollte: „Okay, Kuschelakku aufgeladen. Jetzt will ich schlafen!“ Das heißt nicht, dass man dann sofort weggehen darf, aber ist man an diesem Punkt angelangt, besteht die eigene Aufgabe eigentlich nur noch darin, den richtigen Zeitpunkt zum Rausschleichen zu finden.

Natürlich kann dieses ganze Prozedere mal länger und mal weniger lang dauern. Mal schläft sie unruhiger, mal dreht sie sich sofort auf die Seite und schläft ein. Aber so lange Kiwi in ihren eigenem Bett in vertrauter Umgebung mit vertrauten Personen um sie herum schlafen kann, haben wir es hier glücklicherweise in der Regel mit einem guten Schläfer zu tun.

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Soviel zu unseren momentanen Eckpfeilern beim Einschlafen. Und versteht mich bitte nicht falsch: Ich glaube durchaus, dass es viele Kinder gibt, die ganz feste, immer gleich ablaufende Rituale zum Einschlafen benötigen. Allerdings denke ich ebenfalls, dass man oftmals bereits in der Schwangerschaft so viel zu diesem Thema ließt, dass man schon gar nicht mehr darüber nachdenkt, dass es auch ohne total festgeschriebene Routine funktionieren könnte – zumindest ging es mir so 🙂

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Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung von Velux.

2 thoughts on “Unser nicht existierendes Einschlafritual (inkl. Werbung)

  1. Ich habe in der Schwangerschaft eher gar nichts gelesen zum Thema Einschlafritual. Ich war da genauso blauäugig wie der Kiwipapa. Kann man Babys nicht einfach so ins Bett legen? Ne, bei uns klappte das leider nicht so gut. Aber auch Rituale waren kein Wundermittel. Momentan ist es bei uns so wie du schon beschrieben hast, es gibt Eckpfeiler die vor dem Schlafengehen gleich sind. Zähneputzen, Schnuller, ein Buch lesen und Dunkelheit sind unsere Signale für : jetzt geht es ins Bett 🙂
    Als das Bilderbuchmädchen so neun Monate alt war, verbrachten wir unseren ersten Urlaub mit ihr. Das Schlafzimmer im Hotelzimmer konnte man nicht komplett abdunkeln. Die Nächte waren entsprechend verkorkst 😉

  2. Ich hab insgesamt das Gefühl, dass ich in der Schwangerschaft viel zu viel gelesen hab (vielleicht, weil ich durch das Beschäftigungsverbot so viel Zeit hatte?). Man hätte von Anfang an mehr auf sein Bauchgefühl hören müssen, aber das war gar nicht so einfach.
    Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es mit dem Einschlafen nicht so „easy“ bleiben wird, wie es momentan ist. Allerdings hoff ich das natürlich nicht 😉
    Oh je… Ein Raum ohne Verdunklung wäre für uns ebenfalls der Horror. Wir sind bald auf einer Konfirmation und übernachten im Hotel, ich hoffe, da gibt es sowas. Da hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht :/ Ansonsten darf man sich auf kurze Nächte freuen 😉

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