Leben wie ein Einsiedler

Entspannung

„MAAAAAMAAAAA! Biiiiiist du?!“

Ein wenig genervt lasse ich die Kaffeetasse sinken und atme einmal tief ein. Kurz schießt mir der Gedanke durch den Kopf, einfach nicht zu reagieren, doch das schlechte Gewissen siegt und schon rufe ich zurück:

„Hiiiiiier!“

Ich höre Schritte. Kurz darauf öffnet sich die Tür zu meinem Arbeitszimmer. Mein Mann steht in der Tür, auf seinem Gesicht ein entschuldigender Ausdruck, zu seinen Füßen meine kleine Kiwi, die augenblicklich auf mich zustürmt und mein Bein umklammert.

„Mama, Arm!“, fordert das kleine Wesen zu meinen Füßen und streckt mir seine Hände entgegen.

Ich pausiere das Video, das ich mir gerade angesehen hatte, bringe den Kaffee außer Reichweite und hebe Kiwi hoch auf meinen Schoß.

„Tut mir leid, sie wollte ständig zu dir. Ich konnte sie kaum ablenken“, meint mein Mann bedrückt und kommt zu uns ins Zimmer.

Ich lächle ein wenig zerknirscht und bringe ein „Ist schon gut“ über die Lippen. Ich weiß, dass er alles versucht hat.

Kiwi windet sich währenddessen schon wieder aus meinem Arm zurück auf den Boden, schnappt sich meine Hand und ruft: „Mama mit!“

„Nein, komm, lass Mama doch einmal in Ruhe. Ich gehe mit!“, versucht es mein Mann, aber keine Chance.

„Mama mit! Mama MIT! Mama MIIIIT!“

Kiwi ignoriert die ausgestreckte Hand ihres Papas und zerrt stattdessen an meiner.

Vorbei ist das, was eigentlich meine kurze „Auszeit“ hätte sein sollen.

 

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