Einer dieser Tage…

Sie:

Ich wollt, ich wär…

 

Verdutzt schlage ich die Augen auf. Da war ein Geräusch. Kiwi?

Mein Blick zuckt zum Babyphone, aber das ist ruhig. Erst danach werde ich mir dem schwachen Licht der Handytaschenlampe bewusst, das in unseren Kleiderschrank leuchtet. Mein Mann steht verschlafen davor und zieht ein Hemd heraus. Ach so, er muss aufstehen.

Noch ein wenig benommen schließe ich wieder meine Augen und höre kurz darauf die Dusche aus dem Badezimmer nebenan. Ich seufze bei dem Gedanken an eine ganz selbstverständliche, ungestörte, warme Morgendusche und frage mich gleichzeitig, wann ich wohl heute dazu kommen werde, mir die Haare zu kämmen oder die Zähne zu putzen.

Kurze Zeit später erwache ich erneut. Mein Mann steht am Bett neben mir. Schick wie jeden Morgen in einem seiner schwarzen Anzüge und schlichtem Hemd.

„Ich fahr jetzt los“, flüstert er leise und gibt mir einen Kuss auf die Wange.

Er riecht so gut. Es ist eines meiner Lieblingsparfums, das er aufgetragen hat. Plötzlich schießt mir eine Szene durch den Kopf. Kiwi war noch sehr klein, ich wollte mal wieder Parfum auflegen und plötzlich begann sie ganz fürchterlich zu weinen, als ich sie auf den Arm nahm. Sie erkannte mich nicht. Erst da erfuhr ich etwas über den Geruchssinn von Babys. Parfum habe ich seitdem nicht mehr angerührt.

„Ja, okay, fahr vorsichtig“, murmele ich. „Du siehst schick aus!“

Er grinst, bedankt sich für das Kompliment und schleicht sich aus der Tür. Ich höre, wie er so leise wie möglich die Treppen nach unten geht, höre kurz darauf, wie sich das Garagentor öffnet und das Auto wegfährt. Wieder alleine im plötzlich viel zu großem Schlafzimmer. …WEITERLESEN…

„You know nothing, Kiwimama!“

Game of Thrones

– Die ersten Tage mit Baby Teil 2 – 

Tatsächlich hielt diese extreme Angespanntheit etwa die ersten drei Tage an. Ich konnte kaum schlafen, so viele Gedanken machte ich mir. Kiwi wollte dauernd gestillt werden (teilweise schon wieder nach 10 oder 20 Minuten, auch in der Nacht) und ich bekam kaum Schlaf. Ich war so übermüdet, dass es mir teilweise schwer fiel, ganze Sätze zu bilden. Etwas besser wurde es, als ich anfing, meine Sorgen auch zu äußern.

Mein Mann konnte mich im ersten Moment so gar nicht verstehen und ich war verwirrt, dass er nicht genau so dachte wie ich. Unsere Gespräche sahen in etwa so aus:

„Und wenn ich zum Arzt muss?“

„Dann fahren wir zum Arzt.“

„Und was ist mit Kiwi?“

„Die nehmen wir mit.“

„Und wenn sie weint?“

„Dann füttern wir sie.“ (Zu diesem Zeitpunkt weinte Kiwi tatsächlich nur dann, wenn sie Hunger hatte 😉 )

„Und wenn ich nicht stillen kann?“

„Dann geben wir ihr die Flasche.“

So ging es noch einige Zeit weiter und Kiwipapas nüchterne Antworten auf meine Fragen brachten mich irgendwann zum Lachen. Meine Güte, sonst war ich gar nicht so unsicher, aber seit Beginn der Schwangerschaft überkamen mich immer wieder Phasen der völligen Hilflosigkeit, die ich überhaupt nicht von mir kannte. Was so ein kleines Menschenkind aber auch mit einem anstellen kann!

Und dann kam er – der Tag der Tage! …WEITERLESEN…