Sehr schön und sehr seltsam (#Familienmoment)

Muse-Drones-Tour

Der heutige #Familienmoment war etwas ganz Neues für uns. Etwas worauf wir schon seit fast einem Jahr hingefiebert haben und was uns dennoch in Sorge versetzte. Wird das klappen? Ist es nicht noch zu früh? Hätten wir uns besser vorbereiten können? Kann man uns auch wirklich immer erreichen? Es geht um unseren ersten Ausflug zu Zweit und die erste Nacht ohne Kiwi, weit weg im fernen Hamburg… Schaut euch auch gerne die weiteren #Familienmomente beim Blog von Küstenkidsunterwegs an.

Den Anfang der Story hatte Kiwimama auch schonmal hier beschrieben.

Logo Familienmoment

Vor rund 9 Monaten hat Kiwimama einen Trailer zu einem Muse-Konzert in Hamburg entdeckt. Man muss dazu sagen, dass wir Muse schon einmal dort gesehen haben und von diesem Konzert wahrscheinlich noch unseren Enkeln erzählen werden, denn es hat uns damals schlicht umgehauen. Was diese drei Leute auf die Bühne bringen ist unfassbar und wurde außerdem noch von einer phänomänalen Lichtshow und Bühne begleitet. Diesmal sollte also noch einer draufgesetzt werden. Eine 360°-Bühne, mit dem neuen Album, das ohnehin bei uns rauf und runter lief und alles in Hamburg und direkt an meinem Geburtstag. Wir hätten sofort das Ticket gelöst wenn wir nicht unser damals noch kleineres Würmchen, die süße Kiwi, oben in ihrer Wiege liegen gehabt hätten. Sie war noch so klein, so unselbständig und vor allem noch total auf uns Eltern fixiert. Außerdem wurde sie ja auch noch von Kiwimama gestillt. Ein Abend zu zweit in Hamburg schien damals so fern und unerreichbar, dass wir die Idee erstmal begraben hatten.

Als dann in den nächsten Tagen die Oma vorbeikam erzählten wir ihr davon und sie machte uns Mut. „Wie alt ist Kiwi dann? Ungefähr ein Jahr? Dann müsste das aber gehen. Ich kann aufpassen!“ Nach kurzem hin und her überlegen haben wir uns also doch dafür entschieden, die Tickets zu kaufen. Was war schon das Schlimmste was passieren kann? Wenn es tatsächlich noch nicht möglich sein sollte, Kiwi bei der Oma zu lassen, hätten wir die Tickets halt verkauft. Die Zeit mit Kiwi war neben die vielen sehr schönen Momenten auch anstrengend und es war einfach auch toll, sich so lange auf diesen Mini-Urlaub zu Zweit freuen zu können. Doch die Zweifel waren immer dabei: Ist Kiwi dann wirklich schon so weit? Wollen wir dann überhaupt selbst fahren? Schafft es Oma denn, sie Abends ins Bett zu bringen? Etc. etc.

Nun war es also soweit, der Tag nahte. Kiwi hat sich deutlich weiterentwickelt, so wie es die Oma damals prophezeit hatte. Dennoch waren wir schon seit Tagen ein wenig nervös, genau wie die Oma auch. Es gibt trotzdem niemandem, dem wir Kiwi aktuell sonst für eine solche Aktion anvertraut hätten. Kiwi und Oma verstehen sich so gut, dass wir es immernoch wagen wollten. Am Tag der Abreise regelten wir alles was notwendig war. Detaillierte Mengenangaben für Kiwis Speisen (fein säuberlich von Kiwimama aufgeschrieben), ihre normalen nächtlichen Aufwachzeitpunkte, die genaue Bedienung des Babyphones und tausend weitere Fragen. Nach Kiwis Mittagsschlaf verabschiedeten wir uns von den Beiden uns setzten uns ins Auto.

Ein Blick in die Augen, ein etwas mulmiges aber dennoch auch gutes Gefühl im Magen, und das Geräusch den startenden Motors waren der Beginn unserer kleinen Reise, die uns doch schon so lange beschäftigt hat.

Auf der Fahrt wurde natürlich Muse gehört und wir fühlten uns gut. Wir schauten zwar öfter Mal aufs Handy aber Kiwi war ja in guten Händen. Und Oma schickte uns ein Bild von der fröhlichen Kiwi im Garten, was uns noch darin bestärkte uns endlich ein wenig mehr fallen zu lassen. Nach der von Baustellen gesäumten Fahrt kamen wir dann auch im Hotel an und checkten ein. Erneut ein Blick auf die Handys, ein kurzer digitaler Wortwechsel à la „Alles gut?“ „Alles gut!“ und wir machten uns für das Konzert frisch bevor wir losfuhren und uns auf dem Weg zur Halle weitere Baustellen anschauten. (Was ist denn da los in Hamburg?) Dort angekommen deckten wir uns mit Bandshirts ein, die wir direkt in der Porzellanabteilung anzogen und setzen und in den Saal.

Die Bühne allein ließ schon auf einen großen Abend hoffen, doch wir waren immernoch nicht komplett angekommen. Unsere Gedanken kreisten noch immer um Kiwi und ihre Oma, die sich bei uns zu Hause nun mit dem Schlafengehen beschäftigten müssten. Kiwimama schickte nochmal eine Nachricht, die allerdings lange ungelesen bliebt. „Mama hat bestimmt keinen Empfang bei uns!“ „Naja, die ist halt gerade beschäftigt!“ „Aber die Nachricht ist glaube ich noch gar nicht angekommen.“ „Aber sie hat doch WLAN, oder?“ „Nee, ich glaube nicht.“ „Was? Sie hat noch kein WLAN bei uns zu Hause?“ Irgendwann kam dann aber die erlösende Nachricht:

„Kiwi schläft jetzt.“

Bei uns legte sich ein Schalter um. Wenn Kiwi schläft ist alles in Ordnung. Oma hatte wirklich alles im Griff, Kiwi ist zufrieden – das Konzert konnte beginnen.

Das Konzert selbst ist kaum in Worte zu fassen. Es war einfach eine bombastische Show. Wir waren mit sehr hohen Erwartungen rein gegangen und diese wurden mehr als erfüllt, was bei hohen Erwartungen ja eher selten der Fall ist.  😉 Die zwei Stunden vergingen wie im Fluge. A propos Flug: In der Halle schwebten mehrfach riesige Drohnen passend zum Album „Drones“ herum. Teilweise 10 davon in Formation – Waaaaaahhhnsinn! Es gab keine Pause und wir gingen nach zwei Stunden mit einem fetten Grinsen aus der Halle.

Wieder im Hotel schrieb uns die Oma, dass Kiwi nun ihre nächtliche Flasche bekommen hat und friedlich weiterschläft. Genau das taten wir auch. Kiwimama behauptet steif und fest in der gleichen Position eingeschlafen zu sein, in der sie auch aufgewacht ist. Hat sie also tatsächlich geschlafen wie ein Stein? 🙂 Nach dem frühstück ging es zurück nach Hause und wir fanden eine strahlende Kiwi vor.

Dieser Familienmoment – oder besser diese Familien-24-Stunden – waren gleich für mehrere aus der Familie eine ganz neue und besondere Erfahrung. Für Kiwimama und mich war es sehr befreiend, auch mal etwas Zeit mit uns selbst zu verbingen – und das auch noch auf diese Art und Weise. Kiwi verbrachte ihren ersten Tag, Abend, Nacht und Morgen allein mit ihrer Oma und Kiwi’s Oma weiß nun, dass das auch gut klappt. Verbleibt nur noch ein dickes Dankeschön an Kiwi’s Oma auszurichten, denn ohne sie hätten wir diesen tollen Abend nicht erleben können! 🙂

6 thoughts on “Sehr schön und sehr seltsam (#Familienmoment)

  1. Oh, wie schön, das ist ja ganz fantastisch, dass das so wunderbar geklappt hat. Bei uns wäre das so einfach nicht möglich, einfach weil Mäusekind nicht so die mega entspannte Einschlafkandidatin ist. Ohne mich funktioniert es irgendwie nicht. Dafür schläft sie aber dann durch. Irgendwelche Abstriche muss man eben dann doch machen. Bin aber ganz guter Hoffnung, dass sie auch mal bei Oma übernachten kann, allerdings, wenn sie dann etwas größer ist und man mit ihr besser kommunizieren kann im Sinne, dass man verbal ihr einiges erklären kann. Ich beneide euch schon ein wenig ;-). Diese Paar- und Freizeit-Time ist doch wichtig und wird oft unterschätzt. Perfekt, dass alles so gut geklappt hat. Ganz liebe Grüße, auch an die Kiwimama 🙂 !

    1. Wenn ich mich entscheiden müsste zwischen Durchschlafen und „auch bei jemand anderem einschlafen können“ wüsste ich auch nicht, wie ich wählen würde. Beides hat super viele Vorteile! Wieso geht eigentlich nicht alles? 😉
      Ich bin auch wirklich wahnsinnig froh so jemanden wie meine Mutter zu haben, die sich nicht nur anbietet aufzupassen, sondern der man Kiwi auch mit einem so guten Gefühl „überlassen“ kann! <3

  2. YEAH! Ihr habt es getan – fantastisch, das es so gut geklappt hat! Und danke für’s Teilen dieser Erfahrung, vielleicht traue ich mich das dann auch mal 😉

    Viele liebe Grüße
    Eure Küstenmami

  3. Oh wie schön, dass das so toll geklappt hat mit Kiwi und ihrer Oma und dass ihr so einen tollen Abend hattet. Ich weiß noch genau, wie unendlich nervös ich war, als Kringel als kleines Baby zum ersten Mal abends mehrere Stunden mit Papa allein war, weil ich beim Fussball war. Wird die abgepumpte Milch reichen? (Klar wird sie das, es war so viel da, dass mein Mann gut und gern die Hälfte hätte verschütten können). Wird Kringel schlafen? (Ja, er war während meiner Abwesenheit nicht ein Mal wach).
    All die Vorbereitungen, all die Gedanken…und dann feststellen, dass ich im Stadion keinen Handyempfang habe. Uff, das hat mich echt Nerven gekostet.

    1. Oh je! Kein Handyempfang hätte mich auch echt nervös gemacht!
      Aber komisch, dass man sich vorher oft so viele Gedanken macht und es dann meist einfach läuft 😉

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