Schlafen? Nur bei Mama!

Trösten

Gestern twitterte die liebe Frieda von 2kindchaos den Link zu einem sehr interessanten Artikel mit dem Titel Wenn nur die Mama trösten kann.

In diesem Artikel geht es exakt um die selbe Problematik, mit der im Hause Kiwi gerade gekämpft wird: Kiwi schläft nur ein, wenn sie von Mama ins Bett gebracht wird.

Hier ein kleiner Auszug aus dem letzten Donnerstagabend, der die Problematik der letzten Wochen widerspiegelt: 

Kiwipapa ist am Vortag sehr spät von einer mehrtägigen Geschäftsreise wiedergekommen und freut sich auf seine Zeit mit Kiwi, die er an diesem Tag nur morgens kurz gesehen hat. Diese hat es sich mittlerweile allerdings angewöhnt schon um 18 Uhr so müde zu sein, dass sie für die Nacht fertig gemacht und ins Bett gebracht werden will. Da er erst um 17 Uhr zu Hause ist, nutzt er die verbleibende Stunde, um zu kuscheln und zu spielen. Kiwi freut sich auch sichtlich ihn zu sehen. Die beiden haben wirklich Spaß zusammen.

Um 18 Uhr ist Kiwi allerdings wie immer so müde, dass sie dringend ins Bett muss. Sie wird also von Kiwipapa bettfertig gemacht, ich stille sie noch – wobei sie schon fast einschläft – und übergebe sie dann an meinen Mann. Irgendwie hatte ich die Hoffnung, dass Kiwi ihren geliebten Papa so sehr vermisst hat, dass es dieses Mal klappt mit dem Zubettbringen. In dem Moment jedoch, in dem die schon halb schlafende Kiwi in Papas Arme übergeben wird, beginnt sie zu quengeln.

Ich sitze kurz darauf im Wohnzimmer und versuche mich abzulenken. Wie ein Mantra sage ich mir in Gedanken immer wieder: „Er kann das. Er kriegt das hin. Er kann das. Er kriegt das hin…“

Das Quengeln, das ich von oben höre, wird lauter.

Ich denke an die anstrengenden zurückliegenden Tage und daran, wie schön es wäre, zumindest das Zubettgehen ab und an mal abgeben zu können. Ich weiß, dass Kiwipapa sich alle Mühe gibt. Sie ist in guten Händen.

Das Quengeln steigert sich in Weinen.

Jetzt brauche ich schon all meine Kraft, um nicht aufzuspringen und nach oben zu eilen. Ich beiße mir auf die Unterlippe und surfe im Internet, nehme aber eigentlich gar nichts davon wahr. Meine Gedanken sind oben im Schlafzimmer. „Bitte, bitte, bitte… Schlaf doch einfach ein…“, streift es durch meine Gedanken. Ich bin so müde und erschöpft, ich brauchte auch einmal eine Pause.

Das Weinen wird zum Schreien.

Unten auf dem Sofa beiße ich mir so fest auf die Lippe, dass es weh tut. Mein Mutterherz blutet und in meinem Inneren meldet sich eine immer lauter werdender Stimme: „Du lässt dein Kind da oben schreien, nur, weil du zu bequem bist es selbst ins Bett zu bringen? So müde bist du doch eigentlich gar nicht! Warum hast du dich nicht einfach tagsüber noch einmal schlafen gelegt? Einen „freien Abend“ hat man nun einmal nicht, wenn man Mutter ist. Verwöhnst du dein Baby nicht sowieso viel zu sehr? Es ist schon so stark auf dich geprägt, dass nicht einmal dein Mann sie ins Bett bringen kann! Andere Kinder schlafen ohne Probleme immer und überall. Du kettest sie viel zu sehr an dich! Sie kann sich ja gar nicht an andere Leute gewöhnen!

Als ich schon glaube, aus Kiwis Schreien ein immer wiederkehrendes „MAMA!“ herauszuhören, kann ich mich nicht mehr halten und eile nach oben. Ich öffne die Schlafzimmertür und sehe einen enttäuscht aussehenden Kiwipapa, der die schreiende Kiwi auf seinem Arm wiegt. Ohne weitere Worte nehme ich sie an mich, worauf das Schreien automatisch erlischt und zu einem leisen Wimmern wird. Ich sehe die Tränen auf ihren Wangen und würde am liebsten mitweinen.

Das ist deine Schuld!“, zischt die Stimme in meinem Kopf. Dieser Gedanke bohrt sich wie ein Messer in mein Herz.

Auf meinem Arm findet Kiwi binnen fünf Minuten in den Schlaf, während ihr immer wieder kleine Erleichterungsseufzer entweichen. Mein Mann liegt währenddessen neben mir im Bett und murmelt nur ein leises „Unfair…“ vor sich hin.

Und das ist es. Es ist wirklich unfair! Er erzählte mir danach, was er alles versucht hatte, um Kiwi in den Schlaf zu begleiten. Nichts davon war „falsch“, nicht einmal „anders“ als bei mir. Nur war es eben nicht ich.

Ich weiß nicht, ob wir es tatsächlich mit einem „hoch reaktiven“ Kind wie in dem oben genannten Artikel zu tun haben. Oder ob vielleicht doch die Biologie eine Rolle spielt? Oder aber sollte die Stimme in meinem Kopf Recht behalten und ich „verwöhne“ mein Kind viel zu sehr?

Ich weiß es nicht.

Am nächsten Tag versuchten wir es erneut mit einem noch motivierteren Papa und einer noch nervöseren Mama. Das Ergebnis war das Gleiche, nur dass ich es dieses Mal nicht lange unten im Wohnzimmer ausgehalten habe.

Aber wir geben nicht auf. Zwar weigere ich mich, die Situation noch einmal so eskalieren zu lassen wir vor einigen Tagen und werde schneller reagieren – ich kann einfach nicht anders -, aber ich bin mir sicher: Irgendwann wird es klappen. So, wie es auch in der ersten Zeit nach Kiwis Geburt geklappt hat.

Und dann werde ich hier unten im Wohnzimmer sitzen und diejenige sein, die einen Erleichterungsseufzer ausstoßen wird.

8 thoughts on “Schlafen? Nur bei Mama!

  1. Hallo liebe Kiwimama,
    dein Artikel hat mich sehr berührt. Ich finde es ist wirklich oft so, dass man denkt was falsch zu machen und die Schuld für ganz normale DInge bei sich zu suchen… Wir einem ja auch so oft vom Umfeld eingeredet. Vor allem das mit dem „Verwöhnen“ womit viele eigentlich „Verziehen“ meinen. Ich finde man darf sein Baby ruhig verwöhnen. Vor allem, in dem Alter, in dem deine Maus ist, ist das das beste was man machen kann.
    Dass sie grad sehr an dir hängt ist normal. Das war bei uns auch so. Mittlerweile lässt sich unsere Kleine gern von Papa ins Bett bringen. Aber wir hatten auch ne Phase, wo das gar nicht gut ging. Da war sie meist noch wach, wenn ich abends mal zum Essen weg war und zu ihr und dem Papa zurückkam. Auch ich hab da oft gedacht, haben wir was falsch gemacht? Bei anderen klappt das doch alles viel besser, denkt man zumindest … Und wenn schon … Bei denen klappt vielleicht was anderes nicht so toll, wie bei einem selbst 😉 Aber trotzdem ist diese Phase natürlich traurig für den Papa. Das war bei uns auch so. Aber immer dran denken, ist schneller vorbei als man denkt und dann ist plötzlich Papa Nummer 1 ;DDD

    1. Danke für deinen Kommentar, tut gut sowas zu hören 🙂 Ja man sollte sich und sein Kind eigentlich nicht vergleichen, aber das fällt manchmal echt schwer. Aber es freut mich zu hören, dass ihr ähnliche Probleme hattet und sich das Ganze dann doch irgendwann gegeben hat. Das macht mir Mut 🙂 (Und Kiwipapa freut sich glaub ich schon drauf, wenn er mal dran ist die Nummer 1 zu sein 😉 ).

  2. Liebe Kiwimama, ich kann das sehr gut verstehen. Bei uns ist das nicht anders, ich bringe unsere Kleine immer noch ins Bett, sonst schläft sie nicht ein. Aber wir sind eben auch die Mama, bei uns fühlen sich unsere Kleinen am Wohlsten, wir spenden Geborgenheit, Frieden und Ruhe! Und nein, ich glaube nicht, dass es etwas mit Verwöhnen zu tun hat. Das höre ich auch oft, wenn ich auf das Weinen meiner Tochter sofort eingehe. Ich kann sehr gut unterscheiden, ob es Verzweiflung oder Trotz ist. Eine Mutter kennt doch ihr Kind am besten. Und auch bei Trotz reagiere ich, auch wenn andere den Kopf schütteln. Aber ich denke mir, lass sie doch. Wenn man immer alles beurteilen muss, was andere tun, hat man doch im Grunde selbst ein Problem. Lass dich nicht beirren. Ich bin auch ganz guter Dinge, wir haben es ja irgendwann auch alle geschafft, ohne Mama einzuschlafen 😉
    Liebste Grüße
    Anna

    1. Da hast du Recht, das haben wir auch alle irgendwann geschafft 🙂 Heute ging es sogar zumindest schon mal, dass sie tagsüber vom Papa ins Bett gebracht wird 🙂

  3. Liebe kiwimama,
    das was du beschreibst kommt mir sooo bekannt vor.
    Ich saß auch auf der Couch, in Gedanken aber war ich längst im Schlafzimmer bei Mann und Kind. Und ich glaube, auch er hat sich alle Mühe gegeben, aber Mama ist nun mal Mama.
    Ich kann dich beruhigen, das wird besser! Mittlerweile ist mein Sohn 7 Monate alt und Papa steht ganz hoch im Kurs, wenn es ums zu Bett bringen geht. das geht sogar schneller als bei mir.
    Also hab Geduld, das wird!
    Liebste Grüße vom MutterKutter
    Claudia

    1. Liebe Claudia,
      es freut mich echt zu lesen, dass es scheinbar doch mehreren Leuten so ergeht/ergangen ist und scheinbar doch ganz normal zu sein scheint. Und, dass es irgendwann anders wird, das macht Mut 🙂
      Liebe Grüße
      Kiwimama

  4. Es ist natürlich ein wenig frustrierend für den Papa, wenn sie sich nur von dir ins Bett bringen lässt. Und für dich kann das natürlich auch belastend. Aberich glaube, ihr macht absolut nichts falsch, wenn ihr genau das tut, was Kiwi gut tut. Wer weiß, vielleicht sind da tatsächlich Zähne unterwegs oder irgendwas anderes wirft sie gerad ein bisschen aus der Bahn, so dass sie zum Einschlafen ihre Mama braucht. Das wird auch wieder anders werden. 🙂 Wenn sie nun aber merkt, dass Mama da ist, wenn sie ihre Mama braucht, dann kann sie sich entspannen (deshalb schläft sie dann auch innerhalb weniger Minuten ein) und gewinnt an Sicherheit und Vertrauen. Dieses Sicherheitsgefühl ist dann bald so fest verankert, dass sie sich auch von Papa ins Bett bringen lässt.

    1. Danke für deine aufmunternden Worte 🙂 Ja, ich habe im Moment auch ein besseres Gefühl. Papa gibt noch immer alles, aber wenn es nicht klappt, dann komm ich auch sofort. Tagsüber hat es am Wochenende sogar geklappt, wenn mein Mann sie ins Bett bringt, das ist schon einmal ein riesen Fortschritt! 🙂

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