Kiwis 8 Monats Update

8MonatsUpdate

Dieses monatliche Update fällt für mich gefühlt ein wenig aus der Reihe. Warum? Weil ich bis vor einigen Tagen das Gefühl hatte: Na ja, soooo viel hat sich dieses Mal ja gar nicht getan. Und dann gab Kiwi so richtig Gas! Aber lest selbst!

– Motorik –

Im letzten Update berichtete ich euch ja bereits von Kiwis ersten klitzekleinen Erfolgen in Punkto „robben“. An diesen Fähigkeiten hat sie im letzten Monat auch fleißig weitergearbeitet und konnte sich bis vor einigen Tagen wunderbar rückwärts und seitswärts bewegen. Vorwärts ging es aber nur ein gaaaanz kleines Bisschen – was Kiwi ziemlich frustrierte. Und, ihr kennt das: Wenn das Kind frustriert ist, ist man es selbst auch. Immerhin wird diese Frustration oft lautstark geäußert, was manchmal ganz schön am eigenen Nervenkostüm zerren kann. Tatsächlich hatte Kiwi dann irgendwann eine recht… ungewöhnliche Art entwickelt, einen Gegenstand ihres Interesses zu erreichen. Sie legte die Streckte nämlich zurück, indem sie sich einfach immer wieder im Kreis drehte. Das Ganze sah dann aber doch irgendwie unkoordiniert aus und stellte auch Kiwi nicht so recht zufrieden.

Tja, und was half? Einerseits natürlich die richtige Motivation – in diesem Fall ein Schlüssel oder ein Handy. Andererseits fiel bei Kiwis Fortbewegungsversuchen aber immer noch auf, dass sie nur den rechten Arm nach vorne ausstreckte und den linken so ziemlich unbenutzt ließ. Das bereitete mir Kopfzerbrechen und ich fragte mich, ob sie ihn nicht benutzen will oder nicht benutzen kann. Um das herauszufinden startete ich einen Versuch: Ich legte meinen Schlüssel einige Zentimeter aus ihrer Reichweite und „blockierte“ ihren rechten Arm, indem ich einfach meine Hand davor hielt. Und was passierte? Kiwi sah mich irritiert an… und benutzt dann den anderen Arm. Nach zwei, drei Versuchen passierte es dann plötzlich: Kiwi robbte richtig vorwärts und benutzt dafür plötzlich beide Arme. Ich glaube fast, sie war vorher einfach noch gar nicht auf die Idee gekommen, dass der andere Arm ja auch zu etwas gut sein könnte. Aaaaaaah! 😀

Seitdem ist sie so viel entspannter und zufriedener als zuvor. Ich konnte sie in letzter Zeit tatsächlich immer nur für sehr kurze Zeit alleine auf dem Boden spielen lassen, ohne, dass sie zu quengeln begann. Das war anstrengend! Und jetzt? Kiwi spielt vergnügt vor sich hin und ich komme tatsächlich dazu mal ein wenig aufzuräumen! Tatsächlich bin ich aber selbst so fasziniert von ihren ganzen neuen Moves, dass ich mich auch oft einfach hinsetze und ihr dabei zusehe wie sie spielt. Zu beobachten, wie froh sie selbst darüber ist, sich jetzt endlich, endlich, endlich auch einmal vorwärts bewegen zu können, ist einfach toll! Ihr neuer bester Freund ist dabei außerdem ein Wäschekorb, mit dem sie mittlerweile allerei Dinge anzustellen weiß.

Dennoch hat mich die Sache mit dem Arm ein wenig ins Grübeln gebracht. In Kombination mit der Tatsache, dass Kiwi manchmal ihren Kopf irgendwie ganz schön schief hält, haben wir vorsichtshalber jetzt doch noch einen Termin beim Arzt gemacht, nur um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist, denn der Kinderärztin ist ja bei der U5 auch schon ihr Arm aufgefallen.

– Sprache –

Hat Kiwi die Wörter „Mama“ und „Papa“ zwar beherrscht, aber doch eher in selteneren Situationen benutzt, wechselt sie nun dazu, mich tatsächlich so zu rufen, wenn ich mich morgens im Bad fertigmache und sie in ihrem Zimmer nebenan spielt. Wird es ihr zu langweilig, oder sie möchte einfach nur sichergehen, dass ich auch wirklich noch da bin, ertönt ein deutliches „Mama!“ aus ihrem Zimmer. Ich rufe dann entweder kurz zurück oder winke einmal um die Ecke und Kiwi ist oft wieder zufrieden. Auch nach ihrem Papa fragt sie jetzt gezielt. Ich werde nie den Tag vergessen, an dem sie ihren Papa morgens noch ein wenig länger zu Gesicht bekommen hat (meist ist er nämlich schon weg, wenn sie aufwacht). Nachdem er dann zur Arbeit fuhr, sah Kiwi mich im Laufe des Tages immer wieder an und stieß ein fragendes „Papa?“ hervor. Oftmals auch gefolgt von einem Blick zu der Tür, durch die mein Mann durch die Garage oft in das Haus kommt. Als mein Mann dann abends wieder nach Hause kam, war sie völlig aus dem Häuschen vor Freude und stieß in seinen Armen dann nur ein sehr zufrieden klingendes „Papa…“ hervor. Es war sooo niedlich! 🙂

Als wir übrigens beide einmal weg waren und meine Mutter auf Kiwi aufpasste, erzählte diese mir danach, dass Kiwi mehrmals nach „Mama?“ und „Papa?“ gefragt hatte. Da wär ich gern dabei gewesen!

– Schlafen –

An Kiwis Schlafverhalten hat sich eigentlich nicht viel geändert. Sie geht noch immer zwischen 18 und 19 Uhr ins Bett, schläft dann meist bis 3 oder 4 Uhr und dann noch einmal bis 7 Uhr. Vormittags und Mittags braucht sie dann definitiv noch ein Nickerchen. Das kleine Schläfchen am Nachmittag beginnt jedoch langsam wegzufallen.

– Ernährung –

Hier gibt es eine größere Veränderung, denn: Ich habe abgestillt. Oder Kiwi hat sich abgestillt? Ich bin mir da nicht ganz sicher. Längere Zeit habe ich Kiwi nachts und morgens noch gestillt, habe jedoch gemerkt, dass sie immer kürzer und weniger trank. Dass meine Milch dadurch immer weiter zurückging bemerkte ich ebenfalls, allerdings konnte ich natürlich nicht kontrollieren, wie viel sie denn nun tatsächlich noch zu sich nahm. Irgendwann wurde sie dann nachts definitv nicht mehr satt und begann bitterlich zu weinen. Ich bat meinen Mann darum, ihr eine Flasche zu machen, die sie gierig leerte und danach – sichtlich zufrieden – wieder einschlummerte.

Ich hatte jetzt zwei Möglichkeit: Entweder ich kurbelte die Milchbildung durch häufiges Anlegen wieder an, oder ich stieg auf die Flasche um.

Ich habe lange über diese Entscheidung nachgedacht und es fiel mir tatsächlich viel schwerer, als ich gedacht hätte, mich im Endeffekt gegen das Stillen zu entscheiden. Der Hauptgrund dafür war eigentlich, dass Kiwi das Stillen nicht mehr wirklich zu genießen schien. Sie wirkte eher gestresst und angespannt. Als ich ihr hingegen die Flasche gab, lag sie ruhig und zufrieden in meinen Armen. Vielleicht lag es an der geringen Milchmenge, dass sie so unzufrieden schien und es hätte sich wieder geändert, wenn ich die Milchproduktion wieder angeregt hätte? Ich weiß es nicht.

Irgendwann stand für mich einfach fest: Ich habe die kleine Maus jetzt knapp 8 Monate lang gestillt. Ich habe am Anfang sehr dafür gekämpft, dass es klappt und hätte kurz nach Kiwis Geburt nie damit gerechnet, dass ich tatsächlich so lange „durchhalten“ würde. Nachdem sich dann alles eingependelt hatte und so etwas wie ein Rhythmus eingekehrt war, hatte ich mich innerlich darauf eingestellt, Kiwi etwa ein Jahr lang zu stillen. Beim Gedanken daran, dass diese mittlerweile so entspannt funktionierende Form der Nahrungsaufnahme nun aber wieder zu einem Krampf werden sollte, wollte ich einfach nicht mehr.

Mir ist eine Sache aber ganz wichtig zu betonen: Ich hätte Kiwi weiterstillen können. Ich hätte meine Milchproduktion wieder anregen können. Ich möchte nicht, dass der Eindruck entsteht, meine Milch wäre „einfach weg“ gewesen, wie man es ja oft in irgendwelchen Foren zu lesen bekommt. Es war im Endeffekt meine Entscheidung, sie wurde mir nicht aufgezwungen.

Dadurch, dass das Ganze so langsam und gemächlich vor sich ging, hatte ich auch mit keinerlei Problemen beim Abstillen zu kämpfen. Manchmal spürte ich ein ganz, ganz leichtes Ziehen, aber das war es dann auch.

– Weinen –

Richtiges „Weinen“ gibt es eigentlich nur ganz selten noch mal. Meistens nachts, wenn sie aufwacht und sehr starken Hunger hat, oder, wenn sie ihren Schnuller verloren und nicht mehr finden kann. Quengeln kann sie dafür umso besser 😉

– Charakter –

Kiwi ist soooo verschmust! Sie zieht einen oft ganz nah an sich, verteilt kleine Küsschen oder streckt die Arme nach einem aus, wenn sie auf den Arm will. Manchmal hält sie in ihrem Spiel auch einfach mal inne, lehnt sich kurz an mich, lässt sich über den Kopf streicheln und spielt dann wieder weiter. Mein Herz schmilzt in solchen Momenten nur so dahin!

Außerdem ist ihr Fremdeln weniger geworden. Hat sie früher schon angefangen zu weinen, wenn ihr nur jemand, den sie nicht oder nicht so gut kannte, auch nur zu nahe kam, muss derjenige sie jetzt schon anfassen, damit sie protestiert. Einige völlig Fremde werden auch schon einmal angelächelt, die anderen werden zumindest geduldet 😉

So, das war’s mal wieder mit dem monatlichen Update! Wie immer bin ich gespannt, was ich euch im nächsten Monat zu berichten habe! 🙂

4 thoughts on “Kiwis 8 Monats Update

  1. Oh, ein schönes Update 🙂 Also, das mit dem vorwärts robben ist ja echt witzig … Dass du nur ihren rechten Arm „blockieren“ musstest und sie dann abging. Wow, auf manche Sachen muss man erst mal kommen. Irgendwann wäre sie bestimmt auch allein drauf gekommen. Ach, acht Monate ist echt ein süßes Alter. Wir waren damals zum ersten Mal im Urlaub mit der Kleinen. Es war schön, aber immer noch anstrengend 😉 Freu dich auf`s nächste Update: Frei sitzen. Das war einer meiner Lieblings Milestones. Ich liebe deine Update-Posts. Da schwelge ich immer in Erinnerungen!

    1. Wir hatten ursprünglich auch überlegt, bald mal gemeinsam Urlaub zu machen. Allerdings stell ich mir es gerade wesentlich entspannter vor bei wärmeren Temperaturen hier im Garten zu entspannen – mit gewohnter Umgebung und eigenem Bett drum herum. Deshalb haben wir den Urlaub auf das nächste Jahr verschoben 😉
      Frei sitzen, ja darauf freu ich mich auch schon! Und aufs Krabbeln… und Laufen! 😀

  2. Faszinierend, wie weit sie sprachlich ist. Unser Rubbelbatz ist von Mama und Papa noch sehr weit entfernt, läuft dafür fast 😉 und ich kann nur sagen, Genies die Zeit, in der sie vom Boden nicht hoch kommt und sich so auch nicht verletzen kann!!!!

    1. Ja, was das Sprachliche angeht, scheint sie nach mir zu kommen. Ich war da wohl auch so schnell.
      Aber auch toll, wenn die kleinen sich motorisch so fix entwickeln! Wir haben im Bekanntenkreis auch so ein Exemplar, das es ganz eilig hatte mit Krabbeln und Laufen. Total süß! 🙂

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