Kiwis 3 Monats Update

Windeln

 

Seit drei Tagen ist Kiwi nun offiziell 3 Monate alt. Und seit gestern trägt Kiwi nach zwei Windelsprengungen hintereinander nun auch offiziell Windelgröße 3. Ein „Level-up“, wie Kiwipapa zu sagen pflegt 😉 Eine einsame 2er Windel blieb übrig, aber zumindest den Rest der Packung haben wir noch aufbrauchen können.

So, und wie war das doch gleich? Ab dem dritten Monat soll doch alles „besser werden“? Alles ganz easy? Na dann ziehen wir doch mal ein Resümee:

 

– Motorik – 

Am deutlichsten wird Kiwis Entwicklung natürlich, wenn man sich ihren körperlichen Fortschritt ansieht. Da liegt nicht mehr das kleine, zarte Etwas in gekrümmter Neugeborenenhaltung und geschlossenen Augen. Kiwi strampelt, quietscht und beobachtet aufmerksam ihre Umwelt. Sie greift gezielt nach ihren Spielzeugen, befühlt ihr Mobile mal sanft, mal haut sie voll drauf und hält ihren Kopf schon recht sicher, wenn man sie trägt. Nach dem Baden, so ganz ohne Klamotten, schafft Kiwi es auch ihrer oft verhassten Bauchlage zu entgehen und rollt sich ohne Hilfe vom Bauch auf den Rücken. Aber auch nur in dieser Situation! Die Motivation scheint hier besonders groß zu sein 😉

Sie lacht und strahlt, wenn ihr etwas gefällt, genauso wie die Mundwinkel nach unten gehen, wenn ihr etwas unheimlich ist. Mittlerweile kann man auch richtig Quatsch mit ihr machen. Insbesondere liebt es Kiwi, wenn man lustige Laute mit dem Mund erzeugt, die sie versucht zu imitieren und dabei fröhlich Spucke verteilt. Ihr erstes Fülhlbuch haben wir ihr auch besorgt. Am liebsten befühlt sie allerdings das Buch selbst und weniger dessen Inhalt 😉 Außerdem steckt sie sich schon seit einiger Zeit alles in den Mund. Am liebsten ihre eigene Faust, ihr Spielzeug oder wahlweise auch Mamas Hand. Wahnsinn, wie schnell das alles ging! Ich kann es kaum erwarten, bis sie wie ein kleiner Wirbelwind durch die Wohnung flitzt!

Ist das denn jetzt „besser“, als am Anfang? Definitiv! Es ist einfach schön zu sehen, dass sie auf ihre Umwelt reagiert. Das erste bewusste Lächeln war unbeschreiblich, denn es zeigte, dass sie zufrieden war. Das konnte man vorher nur versuchen zu erraten. Auch, dass sie körperlich anfängt, mit mir zu interagieren ist toll! Nur beim Stillen zappelt sie jetzt auch mehr herum. Das macht es manchmal etwas anstrengend 😉

– Schlafen – 

Um ihren momentanen Schlafrhythmus vergleichen zu können, hier mal ein Bild von ihrem anfänglichen Schlafverhalten, das sehr kurz in Worte zu fassen ist: Meistens wachte sie alle zwei Stunden auf. Tags und nachts! Selten – außer vielleicht in den ersten zwei Wochen – gab es lange Schlafphasen von 4 oder mehr Stunden. Wir waren alle! Was half, war die Stillabstände nach einiger Zeit zu verlängern, wie ich es ja bereits in einem älteren Post beschrieb. Danach pendelte sich ihr Schlafrhythmus erst auf zwei Mal die Nacht aufwachen (gegen 2 Uhr und gegen 5 Uhr) und schließlich auf ein Mal (meist gegen 3 oder 4 Uhr) ein. Tagsüber macht sie dann noch einige kürzere Schläfchen. Vor kurzem schaffte sie es sogar mehrmals, bis 5 oder 6 Uhr zu schlafen (wenn wir sie um 21 Uhr ins Bett gebracht hatten). Ein Traum! … würde ich jetzt schreiben, wenn sich das nicht vor etwa einer Woche wieder geändert hätte 🙂 . Es gab eine Nacht, da wachte sie wieder alle zwei Stunden auf, nachdem sie vorher am Tag 5 (!) Stunden am Stück geschlafen hatte. Seitdem scheint ihr Rhythmus etwas durcheinander. Dazu kommt, dass wir sie mittlerweile etwas früher ins Bett bringen (manchmal schon um 19 Uhr, weil sie dann einfach hundemüde ist). Seither wacht sie eher wieder um 2 und dann um 5 oder 6 Uhr auf. Aber wirklich beschweren kann ich mich eigentlich nicht. Also beim Thema Schlaf eine definitive „Verbesserung“! 🙂

– Stillen –

Das wir am Anfang Probleme mit dem Stillen hatten schrieb ich ja bereits. Mittlerweile klappt es aber seit langer Zeit sehr gut. Zwei Stunden liegen tagsüber mindestens zwischen den Mahlzeiten, eigentlich im Normalfall eher drei, manchmal vier. Schwierig ist nur, dass sie mittlerweile sehr zappelig ist. Da wird dieses ruhige, gemütliche Ritual manchmal etwas stressig! Sie trinkt mittlerweile sehr viel kräftiger und effektiver als vorher. Dadurch dauert das Stillen mittlerweile 20 bis 30 Minuten. Mit Beikost sind wir noch nicht gestartet, da wollen wir uns an die Empfehlung halten, erst mit vollendetem vierten Lebensmonat zu beginnen.

– Verdauung – 

Lange Zeit hatte Kiwi extrem mit Blähungen zu kämpfen. Sie lag da, man spielte mit ihr, sie lachte… und plötzlich zuckte sie zusammen, krümmte sich und fing fürchterlich an zu weinen. Bis dann der erlösende Pups kam. Dann lachte sie wieder. Wir schilderten unserer Kinderärztin das Problem und seither bekommt Kiwi drei Mal am Tag Sab Simplex und ein Mal BiGaia Tropfen. Das hilft ihr sehr!

– Weinen – 

„Oh Gott, wir haben ein Schreikind…“, ging es mir irgendwann in der fünften Woche durch den Kopf. Kiwi weinte und weinte, nichts half, alles war doof, wir genervt – der Haussegen hing schief! Schreikind… Was für ein furchtbarer Begriff, bei dem sich mir gleich die Nackenhaare aufstellten. Mal ehrlich, wer hat sich diesen blöden Begriff eigentlich ausgedacht? Und ab wann ist ein Kind ein Schreikind? Tatsächlich gibt es dafür eine Definition, die ich – besorgt, wie ich war – gleich mal ergoogelte und ein wenig erleichtert feststellte, dass sie nicht auf Kiwi zutraf (über den Sinn und Zweck einer solchen Definition möchte ich mich an dieser Stelle mal nicht auslassen…). Trotzdem fühlte ich mich so, als sei Kiwi extrem schwierig zufriedenzustellen. Und unglücklich! Das war das Schlimmste für mich. Ich hatte das Gefühl, dass es ihr nicht gut geht. Die Situation besserte sich glücklicherweise wieder deutlich. Geholfen hat eine „Behandlung“ ihrer Bauchschmerzen, ein strukturierter Tagesablauf und ihre Müdigkeitssignale zu erkennen und darauf zu reagieren. Seitdem weint sie morgens bis nachmittags gar nicht bis wenig, am Abend dann wieder mehr, aber lange nicht so wie früher. Mittlerweile versuche ich sie allerdings nicht mehr in Kategorien wie „Schreikind“, „pflegeleicht“ oder gar „Anfängerbaby“ einzuteilen. Sie ist eben so wie sie ist und das ist auch in Ordnung so! Und wir versuchen alles, um sie glücklich zu machen.

– Charakter – 

Geändert hat sich an diesem Punkt, dass man mittlerweile tatsächlich etwas über ihren Charakter schreiben kann! Und das ist toll!

Kiwi liebt zum Beispiel alles, was mit Geräuschen zu tun hat. Sei es selbst welche zu erzeugen, zu hören oder nachzumachen. Auf Musik reagiert sie extrem sensibel! Sie hilft ihr unheimlich, um sich zu beruhigen oder einzuschlafen. Neulich habe ich eine DVD meines Lieblingskonzerts angemacht (ein Konzert von Joe Hisaishi, dem Komponisten der Studio Ghibli Filme <- absolute Empfehlung! Sowohl die Filme, als auch das Konzert) und es begann mit einem eher traurigen Lied. Ich dachte eigentlich, ich lass es ein wenig im Hintergrund dudeln, aber Kiwi hielt sofort inne, drehte den Kopf zum Fernseher und lauschte gespannt. Plötzlich füllten sich langsam ihre Augen mit Tränen, ihre Mundwinkel gingen nach unten und sie fing an zu weinen! Ich brauchte kurz, um zu merken, dass das tatsächlich an der Musik zu liegen schien. Ich skippte zu einem fröhlicherem Lied und – siehe da – Kiwi fing sofort an zu strahlen. Das hat mich etwas umgehauen, denn die Reaktion erschien mir sehr extrem. Ich habe das Konzert oft in der Schwangerschaft gehört. Ob sie sich daran erinnert hat? Ich weiß es nicht. Fest steht aber, dass man Kiwi über Geräusche und Töne wunderbar erreichen kann.

Und sonst?

Sie ist sehr auf mich fixiert, was es manchmal schwierig macht für mich, auch mal etwas freie Zeit zu haben. Sie ist ein großer Quatschmacher, aber auch sehr sensibel, wenn sie zu vielen Reizen ausgesetzt wird. Es ist zwar schön, dass sie so aufmerksam ist, aber manchmal auch anstrengend, weil man sie nicht „mal eben so“ irgendwo mit hinnehmen kann. Das muss schon gut geplant werden, damit sie dann nicht gerade müde ist, oder Hunger hat. Ist sie aber gesättigt und wach, ist es weniger ein Problem. Neulich haben wir mit ihr zusammen ihre – hoffentlich – zukünftige Kita angeschaut. Sie saß die ganze Zeit im Maxi Cosi und hat alles aufmerksam auf sich wirken lassen. Es schien ihr zu gefallen! 🙂

– Und wie geht es mir? –

Mittlerweile wunderbar! Der Anfang war wirklich eine schwierige Zeit, ich brauchte etwas, um mich an mein neues Leben mit Kind zu gewöhnen. Ich genieße die Zeit mit ihr und mir graut es ehrlich gesagt schon vor dem Ende meiner Elternzeit in zwei Jahren. Nicht, weil ich meinen Beruf nicht mag, sondern, weil ich sie dann so lange alleine lassen muss! 🙁 Gut, aber darüber darf ich noch gar nicht nachdenken. Ansonsten merke ich, dass es mir recht wenig ausmacht, mit ihr viel Zeit zu Hause zu verbringen. Auch das „Hausfrauen-Gen“ ist in mir erwacht – das hätte ich nie gedacht! Plötzlich macht es mir furchtbar viel Spaß zu putzen, Wäsche zu waschen oder aufzuräumen. Das war früher definitiv anders. Trotzdem sieht es hier nicht immer toll aus, denn leider hat mein neues Gen einfach ein bisschen zu wenig Zeit, um ausgelebt zu werden 😉 Nur Kochen, das hasse ich immer noch wie die Pest. Dafür kocht Kiwipapa gerne und es gibt gute Lieferdienste 😉

Soviel zu Kiwis erstem Update! Ich bin gespannt, was sie alles beim nächsten Mal schon kann! Und, ob ich bis dahin wieder mehr Schlaf bekomme! 🙂

4 thoughts on “Kiwis 3 Monats Update

  1. Das finde ich wirklich beeindruckend, wie so ein kleines Wesen schon so stark auf Musik reagiert! Ob sie die Musik und deine Gefühle dabei wohl wirklich schon im Bauch mitbekommen hat? Schade, dass sie uns das noch nicht erzählen kann…

  2. Wenn ich deine Artikel so lese, fühle ich mich direkt ein gutes Jahr zurückversetzt. Denn da erblickte meine Kleine das Licht der Welt.
    Haha, die Definition von „Schreikind“ habe ich damals auch gegoogelt. Ja, die ersten drei Monate sind kein Zuckerschlecken, aber gerade so aufmerksame kleine Kiwis, wie deine lernen sehr schnell und sind wahrscheinlich später um so zufriedener, je mehr sie können. Das war zumindest bei uns der Fall. Früher wurde viel geschrien, da meiner Tochter das Abschalten sehr schwer fiel, aber jetzt wo sie laufen kann, ist sie sehr entspannt 🙂
    Vielleicht hast du mal Lust auf meinem Blog vorbeizuschauen: http://www.bilderbuchbaby.com.
    Du hast einen tollen Schreibstil :)))
    Alles Liebe, Nätty

    1. Hallo Nätty,

      vielen Dank für das Kompliment! 🙂
      Danke, das macht mir Hoffnung. Ich habe auch jetzt schon das Gefühl, dass sie immer zufriedener wird, je mehr sie kann. 🙂
      Liebe Grüße
      Kiwimama

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