Kiwimama lernt kochen #2 – Nudeln können nicht anbrennen… oder?

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Von meinem tiefgreifenden Kochhass habe ich euch ja bereits vor einigen Tagen berichtet.

Da Kiwi aber den eigenen Brei immer langweiliger findet und unser Essen immer spannender, bleibt mir nun nichts anderes übrig, als mit dem Kochen zu beginnen. Ursprünglich wollte ich euch am Ende der Woche einfach eine Zusammenfassung meiner ersten Kochwoche veröffentlichen. Allerdings habe ich gerade den Drang meine heutige Kocherfahrung etwas ausführlicher niederzuschreiben und euch morgen früh etwas zu Lachen zu liefern 😉

Fangen wir also an.

Tag 1:

Chaos-Level: entspannter Anfang, stressiges Ende

Geschmack: gut

Kochskill: – 500

Vorweg ist zu erwähnen, dass mein Mann den letzten Monat seinen zweiten Teil der Elternzeit hatte und wir die ganze Kochgeschichte in dieser Zeit wunderbar hätten gemeinsam starten können. Hätten. Denn Tatsache ist, ich habe mich gewunden wie ein Aal, um dem Ganzen zu entgehen. Tja, das habe ich nun davon, denn heute war der erste Arbeitstag von Kiwipapa und ich war mit Kiwi alleine zu Hause.

Als absoluter Koch-Noob wollte ich mit etwas Einfachem beginnen und versuchte mich an Nudeln. Was sollte da schon schiefgehen? „Bunte Nudelpfanne“ hieß das Rezept, dass ich im Buch „Babybrei – Der sichere Einstieg in die Beikost“ von Natalie Stadelmann gefunden hatte. Ein paar Farfalle Nudeln, ein paar Karotten, ein bisschen Zucchini – easy.

Das Kochen an sich sollte bei diesem Rezept kein Problem darstellen – dachte ich zumindest – und so konzentrierte ich mich in meinem Kopf auf die eigentliche Herausforderung: Essen zuzubereiten, während Kiwi dabei ist.

Man muss dazu sagen, dass man mittlerweile wirklich viele Dinge mit Kiwi gemeinsam erledigen kann. Wäsche waschen, aufhängen, zusammenlegen, Staubsaugen, oder ein wenig aufräumen sind Sachen, die eigentlich gut mit ihr zusammen zu managen sind. Vorausgesetzt man geht diese Unterfangen nicht gerade dann an, wenn die kleine Maus Hunger hat oder besonders müde ist.

Leider lässt sich ein leichter Hunger mittags nicht vermeiden – denn deswegen kocht man ja. Kombiniert mit der Tatsache, dass Kiwi eine Aversion gegen sämtliche Arbeiten zu haben scheint, die auf diesen doofen, viel zu hohen Küchentresen verrichtet werden, ahnte ich Böses.

Ich wollte daher Kiwis Vormittagsschläfchen nutzen, um schon einmal die Karotten und die Zucchini zu schälen und zu raspeln. Da ich in dieser Zeit eigentlich immer gemütlich einen Kaffee trank und ein bisschen Pause machte, wollte ich das Ganze zumindest so entspannt wie möglich angehen. Ich sammelte daher alle Utensilien zusammen und verfrachtete sie auf den Wohnzimmertisch vor den Fernseher, auf dem ich ein paar YouTube Videos streamen wollte. Hier zeigte sich jedoch das erste Problem: Ich fand den Sparschäler nicht.

Einige Minuten später, nachdem sämtliche Schubladen durchsucht und fluchend wieder geschlossen wurden, entschied ich mich, keine weitere Zeit zu verplempern und nahm ein Messer.*

Das Geschäle und Geraspel ging dann auch ganz gut voran – dauerte trotzdem seine Zeit und ich war froh, das Ganze jetzt schon zu erledigen – und ich deponierte mein Ergebnis zufrieden neben dem Herd.

Kurz darauf wurde auch Kiwi wach und die eigentliche Herausforderung begann.

Da die kleine Maus jedoch gut gelaunt war, war ich guter Dinge. Schließlich musste jetzt nur noch das Gemüse ein wenig köcheln und die Nudeln gekocht werden. Easy!

Ich ließ Kiwi also sämtliche Küchenschubladen ausräumen, während ich das Gemüse in den einen und die Nudeln in den anderen Topf deponierte, den Herd anstellte und damit begann, nebenbei ein wenig die Küche aufzuräumen.

Das Ganze war zu diesem Zeitpunkt noch richtig harmonisch und ich malte mir meine Zukunft als Kochprofi in den tollsten und buntesten Farben aus, als ich nach einger Zeit – eher zufällig – einen Blick auf den Herd warf.

Lektion 1: Man sollte schon auch darauf achten, ob da auch alles so funktionierte, wie es sollte. Tat es nicht. Der Gemüsetopf war schon viel zu sehr am vor sich hinbrodeln, während die Nudeln irgendwie noch etwas mehr Hitze hätten gebrauchen können. Das lag vielleicht daran, dass ich für den erstgenannten Topf einen Deckel benutzt hatte, für den anderen nicht. Mein kongenialer Einfall sah also vor, den Deckel einfach auf den anderen (gleichgroßen) Topf mit den Nudeln zu setzen. Ha! Welch Geniestreich!

Hochzufrieden mit meiner Idee widmete ich mich der mittlerweile etwas quengelnden Kiwi und spielte mit ihr auf dem Boden. Da hörte ich, wie Wasser auf die heiße Herdplatte tropfte.

Verdammt! Der Nudeltopf brodelte nun viel zu heiß vor sich hin und war am überkochen!

Schnell Kiwi ein wenig außer Reichweite gebracht, den Deckel entfernt und das Wasser beseitigt. Mittlerweile hatte ich jedoch schon wieder ein unzufriedenes Kind, das an meiner Hose zerrte und ich versuchte, Kiwis Laune zu heben, indem ich ihr zeigte, welche tollen Geräusche man mit einem Kochlöffel erzeugen konnte.

Da mir die Nudeln sowieso irgendwie noch nicht weich genug erschienen, wollte ich sie noch ein wenig kochen lassen und tüdelte mit Kiwi herum.

Irgendwann, Kiwi hatte mittlerweile wirklich schlechte Laune, beschloss ich, dass die Nudeln doch jetzt lang genug gekocht haben müssten. Als mein Blick in den Topf fiel, wurde mir jedoch klar, dass etwas schiefgelaufen war. Durch das Überkochen war nicht mehr so viel Wasser im Topf, wie nötig gewesen wäre. Und da ich vergessen hatte, die Nudeln ab und an auch mal umzurühren (Lektion 2), war die untere Schicht nun am Topf festgeklebt.

Ich sah schon das lachende Gesicht meines Mannes in meinem inneren Auge vor mir. Verdammt!

„Meeeeeeeeeeh!“, tönte es nun vom Fußboden nölend zu mir hoch. Gefolgt von einem ploppend-schmatzendem Geräusch, das bei Kiwi Hunger signalisiert.

„Ich beeil mich, mein Schatz!“, versuchte ich mit ruhiger Stimme hervorzubringen, heraus kam allerdings eher ein Knurren.

Schnell mixte ich die Nudeln mit dem, was mittlerweile wie Gemüsematsch aussah, zusammen und wunderte mich, wo die Zucchini hin waren? Ich sah nur noch Karotten. Ich hatte allerdings keine Zeit weiter darüber nachzudenken, denn ein gewisser jemand hatte nun begonnen, an meinem Bein hochzuklettern und seinem Unmut mal so richtig Luft zu machen.**

In gefühlt zehnfacher Geschindigkeit vermengte ich die Nudeln und das Gemüse, gab noch etwas Saft und Öl dazu, nahm den erstbesten Teller zur Hand und verfrachtete die lautstark murrende Kiwi gemeinsam mit dem fertigen Mahl hinüber zum Esstisch.

Schweißgebadet ließ ich mich ebenfalls auf einen Stuhl fallen und legte Kiwi eine der Nudeln auf ihren kleinen Tisch. Sie verstummte sofort und inspizierte dieses seltsame Etwas vor sich skeptisch. Danach führte sie es mehrere Mal zum Mund, um es dann doch nicht zu probieren und ich weiß nicht, ob es meine hochgezogene, zuckende Augenbraue war oder etwas anderes, aber dann begann sie tatsächlich zu essen. Es schien ihr sogar zu schmecken.

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Noch immer total fertig mit den Nerven wagte ich es, mir ebenfalls eine Portion aufzutun und mischte für mich noch ein wenig Pesto mit dazu.

Plötzlich kehrte Stille ein in der vom Kochdampf ganz stickigen Küche und ich hörte mich selbst erleichtert aufatmen. Ich öffnete ein Fenster und während Kiwi zufrieden an ihren Nudeln knabberte, konnte sogar ich ganz in Ruhe essen, während die Vögel im Hintergrund zwitscherten und die Hühner des Nachbarns gackerten. In dieser Idylle ging mir nur ein Satz durch den Kopf, bevor ich mich damit beschäftigte, sowohl die völlig eingesaute Kiwi als auch ihren kompletten Hochstuhl grundzureinigen:

Ich hasse kochen….

* Der Sparschäler lag übrigens genau dort, wo er sonst auch immer lag, wie mir Kiwipapa abends grinsend präsentierte. Wtf?!

**Im Nachhinein betrachtet denke ich, dass ich alles zusammen einfach zu heiß und zu lange haben kochen lassen, so dass sich die sehr weichen Zucchini einfach im Wasser aufgelöst haben.

14 thoughts on “Kiwimama lernt kochen #2 – Nudeln können nicht anbrennen… oder?

  1. Hallo Kiwimama. Kennst du den Lernturm (nach Montessori)? Lass ihn dir vom Kiwipapa zaubern und deine Kiwi und du können in Ruhe „zusammen“ kochen. 🙂
    Einfach bei Herr Google das Wort „Lernturm“ eingeben, dann müsste es sichtbar sein.

    1. Toller Tipp, vielen lieben Dank! Und bei Nele werd ich gleich mal reinschauen 🙂
      Ich bin nur etwas unsicher, weil Kiwi noch nicht so 100%ig sicher steht. Das sieht alles noch recht wackelig aus. Ob das wohl trotzdem schon funktioniert?

    2. Hi hi, cool.
      Also ich kann ihn nur empfehlen!
      Wir haben ihn am 1. Geburtstag unserem Sohn das erste Mal aufgestellt und er liebt ihn, obwohl er (jetzt 13 Monate alt) noch nicht alleine stehen kann.
      Ich habe lediglich hinten, wo der Lernturm offen ist, einen dicken Gurt montiert, den ich noch rumliegen hatte. Perfekt.
      Hier in der Schweiz haben alle Materialien, inkl. IKEA-Hocker sFr. 32.- gekostet und diese Anleitung habe ich verwendet: http://gluecksfluegel.blogspot.ch/2014/04/baunaleitung-fur-einen-learning-tower.html

    3. Das mit dem Gurt ist eine gute Idee! Ich werd mal sehen, ob ich meinen Mann überreden kann, mal so einen Turm zu bauen! 😉

    4. Ja, unbedingt.
      Wir haben das Holz direkt vom Holzlieferant, gemäss der oben erwähnten Anleitung zuschneiden lassen und so ist der Turm an einem regnerischen Sonntag Nachmittag ruck zuck montiert. 🙂

  2. Oh ja, solche chaotischen Szenen gab es hier leider auch schon. Habe dann heute gleich 500g Nudeln gekocht und davon gibt es dann morgen nochmal was, das erleichtert die Sache hoffentlich. 🙂

    Hast du gesehen, was Nele von „Nele und der kleine Prinz“ gebaut hat, bzw ihr Mann? So ein Turm könnte Kiwi vielleicht auch gefallen, dachte ich mir, als ich las, dass sie nicht erfreut ist, wenn du was am hohen Küchentresen machst. Schau mal hier: https://www.instagram.com/p/BFwUNL7mah9/?taken-by=neleundderkleineprinz
    Ich überlege, ob wir auch so einen Turm bauen sollten, damit Kringel genau sehen kann, was da oben passiert.

    1. Wie machst du denn dann die Nudeln wieder warm? Einfach in der Mikrowelle?

      Zum Turm hab ich ja oben schon was gesagt, wär vielleicht wirklich ne Idee. Aber eventuell warte ich lieber noch ein kleines bisschen, bis Kiwi noch etwas sicherer stehen kann? Gefallen würde ihr das aber glaube ich schon! 🙂

    2. Ja genau, Nudeln ein bisschen mit Wasser nass machen und dann in der Mikrowelle aufwärmen. Ist stressfreier als frisch zu kochen 🙂

      Gegens Überkochen von Nudelwasser etc hat sich bei uns so ein Überkochschutz sehr bewährt, damit kann man die Nudeln ohne Aufsicht kochen lassen und in der Zeit mit dem Baby spielen. 🙂

    3. Danke für den Tipp! So einen Überkochschutz brauche ich glaube ich definitv, wenn ich mir so meinen Herd anschaue 😀

  3. 😀 😀 😀

    ich stell mir das soooo bildlich vor, wie du die Zucchini suchst

    Ich mag kochen auch nicht so sehr, aber inzwischen klappts ganz gut… da auch meine Tochter irgendwann keinen gekauften Brei mehr wollte, musste ich notgedrungen anfangen damals.

    LG Ilka

    1. Es freut mich zu hören, dass es scheinbar irgendwann besser wird, das macht Mut! 😉

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