Katze und Baby – geht das?

Kiwikater

– Teil 1 – 

Kurz nach der Verkündung meiner Schwangerschaft mischte sich eine Frage unter die freudigen Glückwünsche, die mich, als sie mir das erste Mal gestellt wurde, zugegebenermaßen ziemlich irritierte.

„Sag mal, was macht ihr denn dann eigentlich mit eurem Kater?“

Ich konnte mit dieser Frage zunächst gar nichts anfangen. Wie jetzt, mit unserem Kater? Was sollen wir mit dem machen? Dann leuchtete es mir ein! Es ging sicherlich um die Toxoplasmosegefahr. Ich winkte ab.

„Das Katzenklo mache ich nicht mehr selber sauber, kein Problem.“

Energisches Kopfschütteln meines Gegenübers. „Nein, nein! Das meine ich gar nicht! Ich meinte, was macht ihr denn mit ihm, wenn das Baby geboren wurde?“

Ich stand völlig auf der Leitung. Ging es um die Betreuung, wenn ich im Krankenhaus bin? Um die Gewöhnung an das Baby? Um umherfliegendes Katzenfutter, das vom Kind in den Mund gesteckt werden könnte??

Aber nein, weit gefehlt. Es ging meinem Gegenüber um etwas ganz anderes. Es ging um: Allergierisiken, unhygienische Katzenhaare, zerkratzte Babygesichter und – das hörte ich von jedem, der seine Bedenken in dieser Hinsicht äußerte – im Schlaf von der Katze erstickte Babys. Umformuliert könnte die Ausgangsfrage also auch lauten: „Was macht ihr eigentlich mit dieser fauchenden, dreckigen, hochgradig gefährlichen, schwarz-weißen Gefahr, die sich sofort auf euer Baby stürzen und es zu Tode quälen wird, sobald ihr vom Krankenhaus nach Hause kommt?!“ Katze und Baby – geht das?

Als mir klar wurde, dass ich gerade danach gefragt werde, ob ich unseren Kiwikater weggeben würde, sobald unser Nachwuchs das Licht der Welt erblicken würde, wurde ich um ehrlich zu sein innerlich wirklich wütend. Ich versuchte mir immer wieder zu sagen, dass die Frage nicht böse gemeint war. Dass sich da jemand nur Sorgen um Kiwi machte. Aber für mich ging es hier um ein Familienmitglied. Das gebe ich doch nicht einfach woanders hin!

Ich erklärte also wieder und immer wieder, dass wir den Kiwikater natürlich behalten würden, erläuterte, wie wir bereits jetzt schon versuchten, Eifersucht seinerseits zu vermeiden und wie wir gedachten, das Zusammenleben mit Katze und Baby anzugehen. Die Belohnung für meine Ideen und Ausführungen war meist leider nur ein mitleidiges Kopfnicken und viel zu oft der Spruch „Ja, das muss man dann auch erstmal sehen, wenn das Baby da ist.“.

Da mich die Frage nach dem Zusammenleben mit Katze und Baby aber natürlich auch beschäftigte, brütete ich ebenfalls über dieses Thema nach und machte mir ein paar (unnötige) Sorgen. Denn eines stand fest: Unser Kiwikater war sicherlich keine Schmusekater, mit dem man machen konnte, was man wollte.

3 thoughts on “Katze und Baby – geht das?

  1. Liebe Kiwimama, jetzt hast Du bei mir so einen lieben Kommentar hinterlassen, da wollte ich bei Dir vorbeischauen. Schön hast Du es hier! Das Thema Tiere und Baby ist wirklich spannend, und die meisten Vorurteile stammen meist von Menschen, die eben keine wirkliche Erfahrungen mit unseren tierischen Freunden haben. Natürlich muss man da vorsichtig an die Sache ran gehen, damit keine Eifersüchteleien enstehen, aber das hängt auch immer von Tier zu Tier ab. Meine Hebamme fand es übrigens sehr gut, dass unser Baby gleich in Kontakt mit unserem Hund kam und sie betonte, dass das Zusammenleben mit Hunden und Katzen für Babys sehr gut sei, es Allergien mindere und die Sozialkompetenz stärke. Ich freu mich auf die Fortsetzungen Deiner Mini-Serie! Liebe Grüße, Anna

  2. Hallo Anna,
    schön, dass du vorbeischaust! 🙂
    Ja, die Leute, die mit mir darüber diskutieren wollten, hatten allesamt keine Tiere und auch nie Erfahrung mit Tieren gemacht. Ich selbst bin auch mit einer Katze aufgewachsen und das war total schön damals. Allergien habe ich überhaupt keine. Ich bin mal gespannt, wie dicke die beiden sich noch anfreunden werden!
    Liebe Grüße
    Kiwimama

  3. Ich wurde unverblümt gefragt: „Wann gebt ihr eure Katzen weg?“ Und öfter: „Ihr müsst aufpassen, weil die Katzen das Baby kratzen werden.“ – Ja, dann ist es so.
    Wenn Rini Katzenkind meint an Maggie und Cody wie eine wilde herumzuzerren, dann passiert es, dass mal eine Katze zuhaut. Diese sind aber immer so lieb keine Krallen rauszufahren. Da wir die Katzen behielten, zum Ärgernis meiner Mutter, bekomme ich laufend Anrufe, dass ich da gefälligst (!) jeden Tag staubsaugen soll, weil das Kind sonst Allergien bekommen wird.

    Komisch, irgendwie ist nichts dergleichen passiert… Und manchmal liegen wir alle 5 im Bett und kein Baby wurde zutode geschmust. Unfassbar! 😉

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