Ist das noch mein Baby?

Familienmoment

Endlich wird es auch hier mal wieder Zeit für einen #Familienmoment! Die tolle Aktion der lieben Küstenmami hatte eine Zeit lang pausiert und findet nun im zweiwöchigen Rhythmus statt. Schaut unbedingt mal bei ihr vorbei für noch mehr kunterbunte #Familienmomente. Es lohnt sich!

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Mein #Familienmoment, den ich heute gerne mit euch teilen würde, hat etwas mit dem letzten Wochenende zu tun und ist mehr ein längerer Zeitraum als ein einzelner Moment. Wir waren auf einer Konfirmation innerhalb der Familie eingeladen und fuhren dafür nach Bochum. Das dies mit einer längeren Autofahrt verbunden war, buchten wir ein naheliegendes Hotel sowohl für den Vortag als auch für den Tag danach. Alles sollte so entspannt wie möglich ablaufen.

Und trotzdem sah ich dem Ganzen mit gemischten Gefühlen entgegen. In meinem Kopf gab es gleich mehrere Schwierigkeiten zu überwinden:

  1. Kiwi schlief nicht mehr im Auto ein, seit wir ihren Reboarder eingebaut hatten. Und sie bekam immer irgendwann ziemlich schlechte Laune.
  2. Kiwi schlief generell in den letzten Tagen eher schlecht und tat sich schwerer als sonst, in ungewohnten Umgebungen einzuschlafen.
  3. Sie mag es gar nicht, zu lange im Hochstuhl zu sitzen, was sich beim Essengehen aber ja meist nicht vermeiden lässt.
  4. Zu viele unbekannte Gesichter machten ihr (in meiner Vorstellung) Angst.

Abgesehen davon galt es natürlich an tausend verschiedene Dinge zu denken und zu hoffen, nicht in einen Stau zu fahren. Ich war also am Abreisetag… sagen wir „leicht“ angespannt.

Wir fuhren also nach dem Mittagessen los und da verflüchtigte sich irgendwann gleich meine erste Sorge, denn – Kiwi schlief ein. Auch die restliche Autofahrt brachten wir größtenteils gut hinter uns. Nur die letzten 10 Minuten waren der blanke Horror inklusive Verfahren und einer schreienden Kiwi.

Im Hotel angekommen brauchte ich dann erstmal etwas, um wieder runterzufahren. Dann bemerkte ich, wie sich Kiwi neugierig auf Erkundungstour gemacht hatte und sich sichtlich wohlzufühlen schien. Der nächste große Stein fiel mir vom Herzen als sie tatsächlich später im Hotel einschlief.

Am nächsten Tag fand dann die Konfirmation statt. Die Kirche ließen wir ausfallen, da hätte ein ständig „Da!“ oder „Brrrrr!“ rufendes Baby wohl eher gestört 😉 Gegen 12 Uhr waren wir dann auf der Feier, Kiwi bereits extrem müde. Und hier verflüchtigte sich dann meine nächste Sorge: Trotz totaler Müdigkeit und vieler ganz neuer oder zumindest noch sehr unbekannter Gesichter, saß die kleine Maus zufrieden in ihrem Hochstuhl, mümmelte ihre Bestechungs-Babykekse und ein wenig vom leckeren Spargel-Buffet und beobachtete neugierig und aufmerksam das Treiben um sie herum.

Gegen 14 Uhr siegte dann jedoch die Müdigkeit und mein Mann fuhr mit ihr ins Hotel, um sie schlafen zu lassen. Auch das klappte völlig unkompliziert und er kehrte nach etwa 1 1/2 Stunden mit einer gut gelaunten Kiwi zurück.

Die kleine Maus grinste, schäkerte, erkundete die Gegend, spielte mit den Kindern meiner Cousine und fühlte sich so wohl, dass sie richtig traurig wirkte als wir um 18 Uhr dann zurück ins Hotel fuhren. Dafür winkte sie zum Abschied allen möglichen Leuten noch fröhlich zu.

Und ich muss euch ganz ehrlich sagen: Ich erkannte in diesem Moment mein eigenes Baby kaum wieder. Und zwar nicht nur, weil sich diese ganzen Situationen, bei denen ich mir sicher war, dass sie ein Problem damit haben würde, als sogar total spannend und unkompliziert für sie entpuppten. Sondern auch, weil ich erkannte, dass da kein kleines, hilfloses Baby mehr neben mir saß, sondern ein auf der Schwelle zum Kleinkind stehendes entzückendes Wesen, das all meine Sorgen und Ängste zu Staub verfallen ließ.

Plötzlich ist sie schon so unglaublich groß! Ich weiß gar nicht, wo die Zeit geblieben ist! Und ich hätte noch vor einigen Monaten niemals glauben können, dass mein sehr früh, sehr heftig fremdelndes, sensibles Baby sich tatsächlich in so kurzer Zeit so entwickeln würde. Ehrlich nicht.

Und ich bin so froh, dass wir uns getraut und diese kleine Reise unternommen haben. Denn ansonsten hätte es wahrscheinlich noch ein wenig länger gedauert, bis ich realisiert hätte, dass viele meiner Sorgen und Ängste ganz unbegründet zu sein scheinen.

Gehe ich jetzt deshalb davon aus, dass jede Veranstaltung und Unternehmung ähnlich easy ablaufen wird? Keineswegs. Werden wir jetzt aber mehr Ausflüge wagen als zuvor? Auf jeden Fall! 🙂

4 thoughts on “Ist das noch mein Baby?

  1. Die Kleinen werden so schnell groß! Kaum hat man sich einmal umgedreht, können sie plötzlich Dinge, die man ihnen vorher nie zugetraut hätte 😉 Das ist mir mit meinem Küstenmädchen genauso gegangen…sie ist auf einmal total selbstständig gewaorden 🙂
    Und Ausflüge mit Kids kann ich nur empfehlen <3

    Viele liebe Grüße, Küstenmami

    1. Ja, Ausflugstipps kann ich mir ja jetzt auf deinem Blog immer holen! 🙂 Das war vorher immer etwas, bei dem ich (auch auf anderen Blogs) immer seufzend dachte: „Geht noch nicht…“ 🙂

  2. Es ist echt witzig, wenn man sich im Vorhinein tausend Gedanken macht, was alles schief gehen könnte und am Ende funktioniert alles relativ reibungslos. Damit rechnet man ja irgendwie nie.
    Wow, Kiwi wird echt groß. Mir kommt es ja immer ein bisschen so vor, als würde ich sie wirklich kennen. Und ich finde es auch Wahnsinn, wenn ich an die ersten Blogeinträge von dir denke,in denen Kiwi quasi noch ein Säugling war. Als wär es gestern gewesen und nun ist sie schon so alt wie das Bilderbuchmädchen in einem meiner ersten Blogartikel (in dem ich den Mittagsschlaf einführe). Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht!

    1. Ach was, wirklich? Das ist ja cool, da werd ich gleich nochmal in deinen früheren Blogbeiträgen schmökern! 🙂 Und wenn ich mir vorstelle, dass Kiwi dann irgendwann so alt ist wie ein süßes Bilderbuchmädchen jetzt, kommt mir das noch total surreal vor!

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