Früher Beikoststart – alles irgendwie schneller als gedacht!

IMG_5580

Irgendwann, als Kiwi schon wieder versuchte, die Hand mit meinem Brötchen in Richtung ihres aufgerissenen Mundes zu ziehen, als sich die durchschnittlichen Stillabstände von 4-5 Stunden auf 2 oder sogar weniger verkürzten, als Kiwi selbst trotz dieser kurzen Abstände über einen längeren Zeitraum hinweg immer noch Hunger zu haben schien nach dem Stillen, fasste ich den Entschluss, dass es nun Zeit wird. Zeit für ihren ersten Brei!

Auf diesem Moment hatte ich mich immer sehr gefreut. Bücher über den Breistart lagen schon seit einigen Wochen gut greifbar unter dem Wohnzimmertisch, um immer mal wieder träumend dieses oder jenes Rezept zu betrachten. Und um mich immer wieder selbst zu ermahnen – Beikoststart frühestens nach vollendetem vierten Monat! Meine Frauenärztin sprach sogar mal davon, dass es gut wäre, würde ich 8 Monate voll stillen. Die Kinderärztin hingegen winkte ab und meinte, 4 Monate seien schon gut. Ich muss ehrlich gestehen, ich war ein wenig verunsichert und tat im Endeffekt das, was man als Mutter wohl einfach mal öfter tun sollte – ich hörte auf mein Bauchgefühl. Und das sagte mir: Sie war soweit. Begonnen haben wir dann ganz kurz nach Beginn des vierten Monats. Ein früher Beikoststart also.

War diese Entscheidung erstmal gefällt, konnte es also losgehen! Die Möhren waren gekauft, der Pürierstab lag bereit. Da ich dieses Happening aber gemeinsam mit Kiwipapa erleben wollte, warteten wir, bis es Wochenende war. Meine Mutter war da gerade ebenfalls zu Besuch, als ich die magischen Worte sprach: „So! Ich mach jetzt Brei!“

Das Ganze Prozedere war dann irgendwie viel unspektakulärer, als ich es mir vorgestellt hatte. Karotten schälen, schneiden, kochen, pürieren – fertig. Gut, am Schluss kam vor dem Servieren noch Öl dazu, aber das war’s dann auch. Macht nichts! Ich war sowieso noch nie der große Koch-Fan, insofern, umso einfacher, umso besser. Blöd war nur, dass ich so wenig Brei machte, dass sich diese kleine Menge schlecht pürieren ließ und noch etwas stückig blieb.

Kiwi wurde auf Papas Schoß gesetzt, ihr eines der schon längst gekauften Lätzchen umgebunden und ich setzte mich breit grinsend vor die beiden. Ich war auf alles gefasst – von der kompletten Verweigerung bis hin zur absoluten Hingabe. Aber auch hier verlief der Versuch relativ unaufgeregt. Kiwi sah mich zwar im ersten Moment an, als hätte ich den Verstand verloren, als sie die Karotten in ihrem Mund schmeckte, aß dann jedoch zumindest eine Mini-Mini-Portion Brei. Dann wollte sie nicht mehr – das war ein kurzes Vergnügen! Aber darauf waren wir ja bereits eingestellt.

Sämtliche Utensilien wurden also wieder weggeräumt, die Küche und Kiwi gesäubert und ich stillte sie anschließend ganz normal. Abends kamen mir dann allerdings die ersten Zweifel: War es vielleicht doch falsch, jetzt schon mit Brei zu starten? Hatte ich mich getäuscht und sie wollte noch gar nicht essen?

Am nächsten Tag bereiteten wir wieder Brei zu, dieses Mal bei meiner Schwester. Allerdings hatte sie keinen Pürierstab und wir zerdrückten die Karotten so gut es ging. Auch davon war Kiwi allerdings wenig begeistert.

Am Montag gewannen meine Zweifel dann fast Überhand. Obwohl ich wusste, dass es völlig normal war, dass die ersten Portionen nur in sehr begrenzten Maßen verzerrt wurden, war ich schon kurz davor, erstmal zu pausieren und es in einigen Wochen erneut zu versuchen. Doch als ich morgens nach dem Stillen wieder bemerkte, dass Kiwi noch nicht satt und unzufrieden war, startete ich doch noch einen Versuch. Dieses Mal bereitete ich gleich eine große Menge Karotten zu, pürierte diese richtig, richtig gut und bereitete Kiwi vor. Tja, und was passierte? Sie aß fast den ganzen Teller leer. Mit Begeisterung! Riss den Mund auf, zog den Löffel zu sich heran und gab wohlige „Mhhhhh!“-Laute von sich. Es war so niedlich! Im Endeffekt hat sie fast 100 Gramm Brei verputzt – ja, ich habe nachgewogen 😉 – und schlummerte danach friedlich ein. Das war auch ihr erster längerer Mittagsschlaf nach langer Zeit. Den restlichen Brei konnte ich dann einfrieren.

Die nächsten Tagen verliefen ähnlich. Kiwi aß mal mehr und mal weniger, aber sie aß. Nachdem die Karotten allerdings ihre bekannten Nebenwirkungen verursachten, stiegen wir um auf Kürbis, dann auf Pastinake – ihr absoluter Favorit! Nach kurzer Zeit führten wir sogar schon den Abendbrei ein, den liebt sie sogar noch mehr als den Mittagsbrei. Eine Sache hat sich allerdings geändert: Ich koche nicht mehr jeden Brei selbst. Nachdem ich festgestellt habe, dass es Gläschen ohne jegliche Zusätze gibt, bekommt sie auch die und isst – die kleinen – auch in der Regel komplett auf.

Ich lege sie zwar noch immer nach ihrem Essen an, aber trinken will sie meist nicht mehr. Dafür versucht sie jetzt gerade, das Handling ihrer Trinklerntasse zu meistern. Sie findet sie toll! Danach ist sie allerdings immer völlig durchnässt 😉

Der frühe Beikoststart war für Kiwi also im Endeffekt genau die richtige Entscheidung. Das ist aber bei jedem Kind natürlich völlig unterschiedlich und man sollte wohl einfach auf sein Bauchgefühl vertrauen 🙂

7 thoughts on “Früher Beikoststart – alles irgendwie schneller als gedacht!

  1. Also unser bekam genau mit 4 Monaten seinen ersten Brei und wenn es nach ihm gegangen wäre, hätten wir auch noch früher loslegen können, da die Milch alleine ihn einfach nicht satt gemacht hat. Erst Möhrchen, dann Kartoffeln…und er war so begeistert. Sicher wird es einen Richtwert geben, wann was ideal ist, aber letztendlich hängt es ja doch von individuellen Kind ab. Nimm doch alleine die Zähne…es soll Babies geben, die kommen schon mit 2 auf die Welt und andere brauchen 1 Jahr bis der 1. sich zeigt 😉

    1. Ja, ich glaub, manchmal les ich einfach echt zu viel 😉 Aber was einem da „angedroht“ wird! Lebenslange Schäden, wenn man zu früh beginnt oder der Vorwurf, dass man ja „einfach nur keine Lust mehr hat, zu stillen“ und das Kind das ja definitv noch nicht brauche. Gruselig!

  2. Das ist so ein schöner und entspannter Bericht. Toll, dass du auf dein Gefühl gehört hast, darauf sollten wir uns Mütter öfter besinnen. Bei uns war der Anfang wirklich hart aber mittlerweile klappt es auch bei uns zum Glück ganz gut. So unterschiedlich sind doch die Kleinen. Viel Spaß noch beim Füttern

    1. Ich erinnere mich an deinen Bericht und war wohl auch deshalb mental auf alles vorbereitet 😉 Das hat mich etwas gelassener gemacht 🙂

  3. Das hört sich wirklich super an.
    Ich finde es toll, dass du dich so gut vorbereitet hast. Denn wenn man erwartet, dass das Baby gleich mit voller Begeisterung die ganze Portion isst, kann es ja nur schief gehen. Aber Kiwi scheint es ja richtig geschmeckt zu haben und sie hat dann ja schnell auch größere Portionen gegessen. Ich denke, daran sieht man, dass ihr genau den richtigen Zeitpunkt gewählt habt.
    Hier gibt es auch bald den ersten Pastinakenbrei, ich bin schon ganz gespannt.

    1. Werde ich machen, in etwa einer Woche geht es los. 🙂 Total irre, dass man sich da so viele Gedanken macht und am Ende isst das Baby vielleicht einen halben Löffel voll 😀

Kommentar verfassen