Fieber bei Babys – Kiwis erstes Fieber

Fieber

Die liebe Dajana vom Blog Mit Kinderaugen hat eine Blogparade zum Thema „Fieber bei Babys und Kindern“ gestartet. Bei diesem Thema horchte ich, quasi noch mit Fieberthermometer in der Hand, sofort auf und wollte euch an meinen persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Fieber teilhaben lassen.

Dass man beim Thema Fieber überhaupt unterschiedlicher Ansichten sein kann, habe ich erst gelernt, als ich mit meinem Mann zusammenkam.

Fieber hieß bei uns zu Hause immer: absolute Ruhe, absolutes „Betüddelt-Werden“ von Seiten der Mama („Mamaaaa! Ich komm nicht an die Fernbedienung. Kannst du uuuumschaaalteeeen?“ „Jaaaa, mach ich.“) und absolut Schulverbot. Da wurde ich erst wieder hingeschickt, wenn ich einen Tag fieberfrei war. Ich nahm Fieber also schon immer ernst. Wenn ich mich auch mit einer noch so dicken Erkältung zur Schule, zum Studium oder später zur Arbeit quälte – bei Fieber war das spätestens vorbei. Da wurde ausgeruht. Punkt.

Umso irritierter war ich, als sich mein Mann bei einer nur mittelschweren Erkältung, aber mit Fieber, noch zur Arbeit schleppen wollte. „Spinnst du? Du hast Fieber!“, kam es nur erschrocken aus meinem Mund, worauf Kiwipapa nur mit den Achseln zuckte und meinte: „Aber mir geht’s gut!“ Es folgte eine kurze Diskussion – die ich verlor 😉 – und er fuhr zur Arbeit. Ihr seht, wir haben da also unterschiedliche Einstellungen.

Das wiederum macht sich jetzt umso deutlicher bemerkbar, seit Kiwi auf der Welt ist. Während ich mir das Fieberthermometer als fast täglichen Gebrauchsgegenstand eigentlich am Gürtel festschnallen müsste, winkt mein Mann bei jedem von mir ausgestoßenen „Ich glaube, ihr Kopf fühlt sich warm an!“ nur ab, fühlt kurz und erwidert gelassen: „Nein, sie fühlt sich ganz normal an. Ihr geht’s gut.“ Es versteht sich von selbst, dass ich trotzdem nachmesse 😉 Aber auch die daraus resultierenden Ergebnisse werden von uns unterschiedlich gedeutet. Während ich bei gemessenen 37,6 Grad schon leicht nervös werde und von „schon fast richtig Fieber!“ spreche, bedeutet Fieber für Kiwipapa erst Temperaturen von 38,5 Grad aufwärts. Denn ab dieser Temperatur hatte uns damals die Kinderärztin nach Kiwis erster Impfung zu fiebersenkenden Mitteln geraten. Bei den ganz Kleinen sollte man noch nicht so stark fiebern lassen, meinte sie.

Tatsächlich war das auch der Moment, an dem Kiwi das erste Mal Fieber bekam. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich sie am Abend nach der Impfung stillte und wiedermal das Gefühl hatte, dass sie sich warm anfühlt. Routinemäßig griff ich zum Thermometer und mein Herzschlag setzte einmal aus, als dieses dann tatsächlich erhöhte Temperatur anzeigte. Die Worte der Kinderärztin schossen mir augenblicklich durch den Kopf: „Kontrollieren sie heute Nacht ruhig mal ihre Temperatur.“

Tja, an Schlaf war damit für mich erst einmal nicht mehr zu denken.

Kiwipapa schlug vor, sich einfach einen Wecker zu stellen und dann noch einmal zu messen, ich aber wusste, dass ich so nie und nimmer schlafen könnte. Da lag dieses kleine, zerbrechliche Wesen, schlummernd in seinem Bettchen neben mir und ich bekam es ganz furchtbar mit der Angst zu tun. Was, wenn ihre Temperatur sehr schnell drastisch steigen würde? Was, wenn wir das nicht mitbekämen? Wie gab man überhaupt so ein Fieberzäpfchen? Das hatte ich noch nie gemacht. Die Gedanken ließen mich nicht los und ich fand erst sehr, sehr spät in einen ganz leichten Schlaf. Tatsächlich stieg Kiwis Temperatur in dieser Nacht genau bis zur von der Kinderärztin genannten Grenze von 38,5 Grad und fiel dann wieder ab. Ich weiß allerdings nicht, wie oft ich in dieser Nacht aufwachte und ihre Stirn befühlte. Auch mein Mann schlief dieses Mal tatsächlich schlecht, was das Ganze für mich irgendwie noch schlimmer machte. Wenn sogar er sich Sorgen machte?

Die nächsten Tage waren auch nicht besser. Man merkte Kiwi deutlich an, dass es ihr nicht gut ging. Sie war schlapp und schlief sehr viel. Manchmal lächelte sie mich kraftlos an, wenn sie mich sah und es brach mir das Herz. Ihr warmer Kopf und ihr heißer Atem auf meinem Gesicht ließen mich schaudern. Ich hatte solche Angst um sie und sagte mir doch immer wieder, dass das albern und völlig unbegründet war. Trotzdem: Diesen kleinen, viel zu warmen und ganz schlappen Körper in den Armen zu halten, war nur schwer für mich auszuhalten.

Umso glücklicher war ich, als es ihr nach ein paar Tagen schon viel besser ging. Zwar bekam Kiwipapa immer noch Spaziergeh-Verbot von mir ausgesprochen („Aber ihr geht’s doch wieder gut!“ „Erst, wenn sie einen Tag kein Fieber mehr hatte!“ 😉 ), aber sonst wurde auch ich immer beruhigter.

Diese Erfahrung war nicht schön, aber sie hat mich irgendwo auch beruhigt. Wenn ich jetzt bei Kiwi Fieber messe und die Temperatur tatsächlich mal etwas von der Norm abweicht, verfalle ich nicht gleich in Panik, sondern weiß: Alles wird wieder gut! Und trotzdem messe ich dann einige Zeit später vorsichtshalber noch mal nach… 😉

Wie ist es bei euch? Seid ihr mehr von der gelassenen Sorte bei Fieber oder würdet ihr am liebsten auch ständig und überall bei euren Kleinen Fiebermessen?

#BraunFieberthermometer

14 thoughts on “Fieber bei Babys – Kiwis erstes Fieber

  1. Hm…schwierig…der Miniheld scheint zum Beispiel von Hause aus recht warm zu sein, so wie sein Papa. Ich denke auch oft „Huch, der fühlt sich aber warm an“ und dann kommt mein Mann und meint, dass er sich ganz normal anfühlen würde. Seitdem wir aber schon Fieber um die 41 mit Waden- und Armwickeln usw. hatten, bin ich da wirklich auch gelassener geworden. Man merkt dem Kind ja an, wenn das Fieber es schafft, weil es dann tatsächlich nicht sonderlich aktiv ist. Das ist bei uns so im Bereich von 38.7aufwärts…ansonsten sehe ich es ähnlich: Fieber heißt Ausruhen. Kita und Co erst wenn min. 1 Tag Fieberfrei, wobei ich Spaziergänge erlaube, da die frische Luft auch gut tut in guten Dosierungen.

    1. Ja, Kiwi scheint auch eher die Temperatur vom Papa zu haben 😉
      41 Fieber? Boah krass, ich glaub, ich wär durchgedreht. Aber wenn man das erstmal hinter sich hat, kann einen wahrscheinlich wenig schocken!
      Die Geschichte mit dem Spazierengehen war glaub ich echt etwas übertrieben, beim nächsten Mal dürfen die beiden wohl schon eher wieder losziehen! 😉

  2. Vielen lieben Dank für deine Beitrag. Ick kann dich sowas von verstehen. Beim Mini Chef fühlte ich auch im gefühlten 5 Minuten Takt die Stirn und holte ständig das Fieberthermometer raus. Beim zweiten wird man da „etwas“ entspannter. Auch wennn ich weiß, dass Fieber gut und wichtig ist, da es die Bakterien und Viren bekämpft, bin ick auch immer leicht panisch. Genau aus dem Grund den du geschrieben hast: Zu sehen wie schlapp und „anders“ die Kleinen dann sind – das ist furchtbar. Alles Liebe, Dajana

    1. Ja das ist wirklich ein furchtbarer Anblick! Aber ich bin ja beruhigt, dass es noch andere „dauernd-die-Stirn-Befühler“ gibt 😉

    2. Ja, ich fand das auch schlimm: Kalte Hände und Füße, heiße Stirn und er hat so furchtbar viel geschlafen, ich saß ganz ängstlich daneben und habe ihn aufmerksam beim Schlafen beobachtet und ständig gemessen. & dann die Panik, als nachts trotz Fieberzäpfchen die Temperatur stiegt und man nur alle sechs oder acht Stunden eins geben darf… 🙁

  3. Oliver hat gestern in der Früh seine erste Impfung erhalten. Die Ärztin sagte genau wie bei dir, ab 38,5 Grad sollen wir ihm ein Zäpfchen geben, es sei aber kein Fieber zu erwarten…natürlich bekam er Fieber! 38,5, ich gab ihm ohne zu zögern, voller Sorge das Zäpfchen und die Temperatur hielt sich noch eine zeitlang bei 38,5 bevor sie endlich sinkte. Viel schlimmer allerdings war, dass mein eigentlich entspanntes Baby, den halben Tag lang schrie! Richtig laut und schrill. Er lies sich kaum beruhigen und ich hatte schreckliche Angst, dass ihn der Impfstoff ins Hirn steig, oder ein anderer Impfschaden entsteht. Heute geht es ihm wieder etwas besser und ich hoffe der Spuk ist bald vorbei! Wie ist Kiwis Verhalten bei Fieber, oder generell nach einer Impfung? Ist sie nur schlapp oder schreit sie auch ungewöhnlich mehr als sonst?

    1. Oh je, gute Besserung für den Kleinen!
      Der kleine Kringel hatte auch nach der ersten Impfung Fieber, das waren zwei Spritzen und eine Schluckimpfung. Wegen des Fiebere schlug die Kinderärztin dann vor, beim nächsten Mal Schluckimpfung und Spritze eine Woche auseinander zu machen, damit hätte sie gute Erfahrungen gemacht. Das hat der kleine Kringel dann auch super vertragen, ganz ohne Fieber oder sonstige Auffälligkeiten.

    2. Hey Jasmin!
      Oh je, das klingt gemein 🙁 Ich glaube aber, das ist normal. Kiwi hat nicht wirklich geschrien, war aber durchaus quengeliger als sonst. Liegt wahrscheinlich einfach daran, dass es den Mäusen dann nicht so toll geht und sie das irgendwie verarbeiten müssen. Das wäre aber jetzt nur meine Prognose, ich bin natürlich auch kein Arzt :/

  4. Hi Kiwimama,
    wir hatten unser ersten Fieber (über 38) sage und schreibe erst jetzt mit 14 Monaten. Da sie vorher nie Fieber hatte, war ich auch etwas aufgeregt. Hab ihr ab 38,9 ein Zäpfchen gegeben. Die Ärztin hat später zu mir gesagt tagsüber kann man ruhig bis 39,5 warten, da man ja regelmäßig kontrollieren kann. Vor dem Schlafen hat sie auch ab 38,5 empfohlen. Naja, aber meine Kleine war sehr tapfer, hatte trotz Fieber gute Laune und war sehr aufgeweckt.
    Ein Mädel, dass bei der gleichen Tagesmutter ist wie meine Kleine hatte allerdings mal einen Fieberkrampf und dabei das Bewußtsein verloren. Das stell ich mir richtig unheimlich vor … Ihr ging es auch Recht schnell wieder gut, aber ich hoffe sowas werde ich nie mitmachen müssen …

    1. Da habt ihr ja echt Glück gehabt, ich glaube, mit 14 Monaten stecken die Kleinen sowas besser weg als mit 8 Wochen. Schön, dass sie trotz Fieber so gut drauf war.

      Ja, Fieberkrämpfe sind echt nicht schön, zumal es die meisten Eltern ja unvorbereitet trifft. Ich hab als Heilpädagogin häufig mit akut krampfenden Kindern zu tun, aber selbst, wenn währendessen alles routiniert professionell abläuft – danach könnte ich echt jedes Mal heulen, das ist schon echt hart, jedes Mal wieder.

    2. Hey Nätty!
      Da habt ihr ja echt Glück gehabt! 🙂 Das ist natürlich super.
      Die Sache mit dem Fieberkrampf stell ich mir auch total gruselig vor… Da mag ich gar nicht drüber nachdenken *schüttel* . Gut, dass es ihr dann aber schnell wieder gut ging.

  5. Bei uns war es auch so, dass die Kinderärztin bei der ersten Impfung sagte, wir sollen ab 38,5 das Fieberzäpfchen geben. Etwa 5 Stunden nach der Impfung war es dann soweit – ich hatte vorher regelmäßig gemessen und gesehen, wie die Temperatur stieg. Der kleine Kringel hatte kalte Hände und Füße und einen sehr warmen Kopf und schlief sehr viel. Das Fieberzäpfchen verhalf zu schneller Besserung und wir begannen die Nacht mit Normaltemperatur. Auch als ich beim nächtlichen Wickeln nochmal die Temperatur kontrollierte, war alles gut. Am nächsten Tag war ebenfalls alles im normalen Bereich, doch abends stieg die Temperatur erneut, bis 38,3 Grad. Nachts dann plötzlich 38,7 Grad, da gab es noch ein Fieberzäpfchen. Dann der Schock: Das Fieber ging nicht zurück, es stieg. 38,8. 38,9. Der kleine Kringel schlief weiterhin friedlich und ich schwankte zwischen „Ich ruf den Notarzt“ und „Alles gut, nicht so schlimm.“ Während der kleine Kringel friedlich schlummerte und die Temperatur stiegt, stieg mein Puls ebenfalls. Nachts um 5 Uhr rief ich dann das Familien-Notfall-Telefon unserer Krankenkasse an, die bieten rund um die Uhr ärztliche Beratung. Ich wurd sofort mit der Kinderärztin verbunden. Gemeinsam rechneten wir aus, wann er das nächste Fieberzäpfchen bekommen dürfe – um halb acht. Bis dahin soll ich seine Stirn mit einem lauwarmen Lappen kühlen. Sie sagte, wir sollen am nächsten Tag nochmal zur Kinderärztin und erklärte mir auch noch, wie ich einen Fieberkrampf erkennen kann und dass ich dann den Notarzt rufen müsse, aber mit dem Thema war ich schon durch meinen Job als Heilerzieherin sehr vertraut. Nach dem Telefonat war ich etwas entspannter, bekam aber dennoch kein Auge zu. „Halb acht“ war mein Lichtblick für das nächste Fieberzäpfchen und um acht Uhr machte die Kinderarztpraxis auf. Tja, und bei der Messung um 7 Uhr waren es dann 36,8 Grad. Ab da war es dann auch vorbei mit dem Fieber und das einzige Problem war meine Müdigkeit in Kombination mit einem putzmunteren Baby. 🙂

    1. Oh man, das hört sich auch nicht schön an! Aber war dann ja schnell alles wieder ok 🙂
      Magst du mal erzählen, woran man einen Fieberkrampf erkennt? Ich hab davon nämlich leider gar keine Ahnung :/

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