Einen Tagesrhythmus finden

Rhythmus

 

Eine der schwierigsten, aber gleichzeitig auch wichtigsten Aufgaben bestand in den letzten Wochen für uns darin, einen Tagesrhythmus zu entwickeln. Bei der Herangehensweise war ich mir allerdings zunächst etwas unsicher. Man hörte immer vom ominösen Rhythmus, der sich irgendwann einspiele. Oft las man, dass man sich dabei ganz am Kind orientieren solle.

Das war auch unser erster Ansatz. Wie bereits schon einmal beschrieben, endete das jedoch damit, dass Kiwi quasi Dauergestillt werden wollte, unsere Nächte mehr als bescheiden waren und sowohl Kiwi als auch wir unzufrieden.

Deswegen versuchten wir nun, Kiwis Schlaf- und Trinkgewohnheiten (die wir zumindest soweit steuerten, als dass die Stillabstände mindestens zwei Stunden betrugen) per App auf dem Handy aufzuzeichnen (dafür gibt es eine Vielzahl an Apps, die man sich besorgen kann) und anschließend zu analysieren. Auch achteten wir darauf, wann Kiwi besonders viel weinte.

Es stellte sich heraus, dass Kiwi stets morgens und abends wirklich quengelig wurde. Zu diesem Zeitpunkt standen wir mit ihr meist gegen 6 Uhr morgens auf und gingen runter in das Wohnzimmer. Da trank sie dann und wurde anschließend von uns „bespaßt“, bis sie immer irgendwann zu weinen begann. Meistens so gegen 10 Uhr. Wir änderten daraufhin zwei Dinge.

  1. Ich bemerkte irgendwann, dass ich zwar um 6 Uhr dachte, Kiwi hätte ausgeschlafen, aber eigentlich war sie nach dem Trinken schon wieder ziemlich müde. Rieb sich die Augen und gähnte. Ich stillte sie also, wenn sie um diese Zeit aufwachte, Kiwipapa wickelte sie und wir legten sie anschließend wieder in ihre Wiege. Und siehe da: Sie schlief sofort wieder ein und schlief noch einmal bis 8 Uhr weiter. Mittlerweile hat sich unsere Aufstehzeit auf 9 Uhr eingependelt.
  2. Wir gingen gegen 10 Uhr mit ihr spazieren. Dabei schlief sie eigentlich immer ein und danach zu Hause noch einige Zeit weiter. Ihre „Weinphase“ am Morgen hatten wir damit quasi ausgeschaltet.

Am abendlichen Quengeln arbeiten wir gerade noch, aber mittlerweile hat sich durch viel Beobachtung der folgende Rhythmus für Kiwi und mich entwickelt:

8/9 Uhr: Ich stille Kiwi im Bett und wickle sie anschließend. Danach kann ich sie meist noch einige Zeit in ihrem „großen“ Bett im eigenen Kinderzimmer (das momentan noch nicht benutzt wird) liegen lassen und mich in der Zeit fertigmachen. Wichtig ist nur, dass das Mobile bei ihrem Bett regelmäßig wieder angestubst wird 😉 (Dass ich mich vor Kiwipapa fertigmache habe ich schnell wieder verworfen. Viel zu früh! 😉 ).

9 Uhr: Ich gehe mit Kiwi nach unten in das Wohnzimmer und lege sie auf das Sofa auf eine Decke. Das Sofa ist breit und tief genug, so dass ich schnell in die Küche flitzen und mir Frühstück machen kann. Das esse ich dann und „unterhalte“ mich anschließend mit Kiwi (sie macht Geräusche vor, ich mache sie nach).

10 Uhr: Kiwi wird müde, kann aber meist schlecht einschlafen. Deshalb gehe ich mit ihr mindestens eine 3/4 Std. spazieren. Manchmal auch länger. So komme ich auch mal raus 🙂

11 Uhr: Wir sind wieder zu Hause und ich lasse sie im Kinderwagen weiterschlafen. Meist stelle ich noch die Waschmaschine oder den Trockner an, dann schläft sie länger 😉 In der Zeit kann ich gut Dinge im Haushalt erledigen.

Ab hier wird es etwas unbeständig.

Meist 12/13 Uhr: Kiwi wacht wieder auf und wird gestillt und gewickelt. Jetzt schläft sie erstmal nicht vom Stillen ein und ist wach. Mittags esse ich noch nicht warm, das kommt abends.

Meist 14 Uhr: Kiwi wird wieder müde und ich helfe ihr beim Einschlafen (mit diversen „Einschlaftricks“ 😉 )

Meist 16/17 Uhr: Kiwi wacht wieder auf und wird wieder gestillt und gewickelt. Auch jetzt ist sie erstmal wach.

Tja und dann haben wir den Dreh noch nicht so ganz raus. Die Abende laufen noch nicht ganz so routiniert, seit Kiwipapa wieder arbeitet. Oft ist sie dann auch quengelig oder weint sogar. Daran arbeiten wir gerade 🙂 Später kommt dann allerdings die nächtliche Routine.

Gegen 21 Uhr: Kiwi wird gestillt, gewickelt und ins Bett gebracht, dabei wechseln wir uns täglich ab. Wir möchten gerne, dass sie abends in ihrer Wiege einschläft (wenn sie nicht schon beim Stillen eingeschlafen ist). Dabei halten wir ihre Hand, legen uns neben sie und singen ihr manchmal noch etwas vor. Das kann dann schonmal eine 3/4 Stunde dauern.

Wir gehen dann meist auch recht schnell ins Bett. Spätestens um 22.30 Uhr.

3/4 Uhr: Kiwi wacht auf, trinkt, wird gewickelt und schläft sofort weiter. Manchmal verschläft sie um diese Zeit sogar das Wickeln.

6 Uhr: Kiwi wacht auf, trinkt, wird gewickelt und schläft wieder ein.

Und dann beginnt alles wieder von vorn. Über ihre Nächte bin ich wirklich froh. Wird sie nachts mal wach und hat keinen Hunger, genügt es, ihren Arm zu streicheln oder ihre Hand zu halten und sie schläft wieder ein. Weinen tut sie nachts mittlerweile sehr selten. Meist werde ich davon wach, dass sie neben mir in ihrer Wiege sehr unruhig wird, die Beine hoch in die Luft streckt und sich – mit geschlossenen Augen und halb schlafend – auf eine Seite auf die andere wirft (zu niedlich 🙂 ). Dann lege ich sie gleich an (vom Herausholen aus der Wiege wird sie dann auch richtig wach).

Problematisch wird es allerdings dann, wenn ihr Rhythmus unterbrochen wird. Kann sie morgens zum Beispiel nicht schlafen (z.B. weil wir irgendwo zu Besuch sind oder der Besuch bei uns), wird sie sehr schnell quengelig. Kiwi ist auch kein Baby, das einfach und überall einschlafen kann. Sie braucht dann eine ruhige Umgebung. Hintergrundgeräusche sind allerdings in Ordnung.

Tja, soweit zum aktuellen Stand der Dinge. Wie gesagt, bemühen wir uns gerade um einen gut funktionierenden abendlichen Rhythmus. Ich werde berichten, wie es läuft 🙂

2 thoughts on “Einen Tagesrhythmus finden

  1. Toll geschrieben! Hätte ich deinen Blog mal gehabt, als ich frischgebackene Mami war ;))) Ich nehm dich mal in meine Blogroll auf. Vielleicht finden dich ja darüber ein paar Mütter rechtzeitig, um deine Erfahrungen zu lesen 🙂

    1. Vielen Dank, liebe Nätty! Ich freue mich sehr, dass du mich aufnimmst! Das Projekt „Blogroll“ muss ich auch dringend in Angriff nehmen (vielleicht am Wochenende?), da darfst du dann natürlich auch nicht fehlen! 🙂

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