„Du bist schwanger und nicht krank!“

Übelkeit

– Schwangerschaftsrückblick Teil II –

Da war sie also, die Schwangerschaftsübelkeit. Ich hatte gehofft, sie nicht kennenzulernen, denn mich übergeben zu müssen war mir schon immer ein Graus.

Es begann mit einem leicht mulmigen Gefühl im Magen und steigerte sich relativ schnell, bis ich eines morgens vor der Arbeit auf die Toilette sprinten musste. Mein Mann betrachtete mich mitleidig, als ich aus dem Bad trottete, weil er wusste, wie furchtbar ich es fand, mich übergeben zu müssen. Leider brachte auch das nur kurz Erleichterung, die Übelkeit an sich blieb und ich meldete mich krank.

Am nächsten Tag musste ich mich noch immer krank melden.

Und am darauffolgenden Tag…

Dann ging ich zum Arzt, der mich für eine Woche krankschrieb, doch in dieser Zeit wurde die Übelkeit eher schlimmer, als besser. Nach der Woche ging es mir richtig schlecht. Ich hatte entweder immer nur kurze Phasen über den Tag verteilt, in denen ich etwas essen konnte oder kaute permanent auf irgendwelchen Mandarinenstückchen herum, weil das irgendwie zu helfen schien. Das hatte ein Beschäftigungsverbot für die ersten drei Monate zu Folge. Nach diesen drei Monaten, so sagt man, haben sich die Hormone wieder etwas eingependelt und die Übelkeit lässt nach. Noch ein Grund mehr, sich darauf zu freuen!

Ich will gar nicht zu sehr ins Detail gehen, nur soviel: Die Übelkeit blieb und steigerte sich. Sie vermieste mir die Schwangerschaft ziemlich stark und – das muss ich ehrlich zugeben – ich wünschte mir manchmal, ich wäre nicht schwanger geworden. Na gut, aber da musste ich jetzt durch, immerhin war es nur ein Zustand auf Zeit. Aber beim Spruch „Du bist schwanger und nicht krank!“ wurde ich aggressiv. Zu hören bekommen habe ich ihn zwar nicht, aber gelesen. Oft. Im Internet, immer dann, wenn ich nach Linderung für mein Problem gesucht habe.

Verstehe, bei einer Magen-Darm-Grippe mit den selben Symptomen gilt man als krank, ist der Grund eine Schwangerschaft, zählt das also jedoch nicht?

Diese Zeit verbrachte ich also entweder im Bett oder auf der Couch – auf jeden Fall immer in der Nähe einer Toilette. Auch über den dritten Monat hinaus. Schlecht gelaunt, immer irgendwie hungrig und irgendwie dann auch wieder nicht, vor mich hinvegetierend. Ich versuchte oft, mich mit den Gedanken an Kiwi aufzumuntern, aber ich muss ehrlich sagen, es klappte nur manchmal.

Und dann kam der Tag der Tage. Ich wachte morgens auf und – merkte nichts! Kein eiliger Sprint ins Bad war nötig. Mir ging es gut.

Dem ganzen begegnete ich am ersten Tag noch skeptisch, doch es wurde tatsächlich immer besser. Und irgendwann war sie dann endlich ganz weg. Und ich begann, mich auf Kiwi vorzubereiten 🙂

Mittlerweile erscheint mir diese Zeit ziemlich weit weg. Damals allerdings war ich fest entschlossen, nie wieder schwanger werden zu wollen 😉 Der Gedanke verschwand allerdings relativ schnell wieder aus meinem Kopf. Ob es die Hormone sind/waren weiß ich nicht, aber an alle, die ebenfalls mit dieser elenden Übelkeit zu tun haben, will ich noch sagen:

Irgendwann geht sie vorbei. Auch, wenn es vielleicht doch länger als die magischen drei Monate dauert. Haltet durch! Der Zustand ist zeitlich begrenzt. Lasst euch nicht erzählen, ihr sollt euch mal nicht so anstellen, immerhin seid ihr ja nicht krank. Und, ganz wichtig, die Belohnung am Ende macht alle Strapazen wieder ungeschehen! Ehrlich! 🙂

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