Der Kiwikater ging auf Abstand – Kiwis Ankunft zu Hause

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Im letzten Post dieser Mini-Serie beschrieb ich euch die letzten Vorbereitungen, die wir durchführten, um den Kiwikater auf das Baby vorzubereiten. In diesem Abschlusspost möchte ich euch nun erzählen, wie unser Kater sich bei unserer Rückkehr aus dem Krankenhaus verhalten hat und wie sich die Beziehung zwischen ihm und Kiwi bis heute verändert hat.

Da ich aufgrund des überraschenden Kaiserschnitts etwa eine Woche lang nach der Geburt noch im Krankenhaus bleiben musste, hatte ich den Kiwikater schon einige Zeit nicht mehr gesehen. Kiwipapa hingegen war immer wieder nach Hause gefahren, um sich um ihn zu kümmern, mit ihm zu schmusen und ihn auch nach draußen zu lassen. Trotzdem war er natürlich aufgewühlt, denn er war es nicht gewohnt, so lange alleine zu Hause zu sein.

Als wir mit Kiwi aus dem Krankenhaus ankamen, begrüßte mich der Kiwikater sofort mit lautem Miauen und schnurrte um meine Beine herum. Wegen der OP konnte ich mich allerdings nicht bücken und ihn richtig in Empfang nehmen. Ich verfluchte den Kaierschnitt einmal mehr.

Kiwi schlummerte weiterhin in ihrem Maxi Cosi. Um die beiden miteinander bekannt zu machen stellen wir diesen auf den Boden. Der Kiwikater kam auch gleich herbei geeilt und stockte, als er Kiwi erblickte. Auch ich hielt für einen Moment die Luft an. Denn obwohl Kiwipapa sich direkt neben den beiden positioniert hatte und ich dem Kiwikater keine plötzlich auftretenden Aggressionen zutraute, wusste ich nicht, wie er reagieren würde.

Unser Stubentiger schnupperte dann einmal zögerlich an dem kleinen Menschlein vor sich, zuckte zurück, als Kiwi sich leicht bewegte, betrachtete sie einen Moment lang unsicher und nahm dann Reißaus… und traute sich für lange Zeit auch nicht mehr an sie heran.

Auch um mich machte er ab sofort einen großen Bogen, denn schließlich hatte ich dieses unheimliche, kleine Wesen ja fast immer bei mir. Aber auch wenn Kiwi nicht da war, kam er nicht zu mir, sondern ging nur noch zu meinem Mann. Ich schien anders zu riechen, das war ihm nicht geheuer.

Ganz genau erinnere ich mich noch an die erste Nacht mit Kiwi bei uns zu Hause. Kiwi hasste es damals unsäglich, gewickelt zu werden. Das gab sich nach sehr kurzer Zeit, aber zunächst weinte und schrie sie teilweise wie am Spieß. Als wir also unsere nächtliche Wickelaktion starteten und Kiwi zu weinen begann, kam der Kiwikater völlig aufgelöst in das Zimmer gelaufen. Er miaute, strich um unsere Beine vor der Wickelkommode und schnurrte beruhigend. Ich hatte das Gefühl, er wollte helfen. Dieses Verhalten wiederholte sich einige Male, dann schien er nicht mehr ganz so aufgekratzt, aber er kam noch immer angelaufen und beobachtete das Ganze mit sorgenvoller Miene. Das rührte mich sehr und zeigte mir, dass er Kiwi nicht ablehnte, sondern nur mit der neuen Situation umzugehen versuchte.

Tagsüber war er dann sehr oft und sehr lange draußen. Das war er im Sommer zwar immer schon gerne gewesen, aber seit Kiwis Ankunft hatten sich die Zeiträume noch verlängert. Ich war ein wenig traurig darüber, denn ich hatte das Gefühl, dass unser kleiner Kuschelkater oft ein wenig zu kurz kam und hätte die kurzen Stillpausen gerne genutzt, um mit ihm zu schmusen. Allerdings wäre er in der ersten Zeit sowieso nicht zu mir gekommen.

Draußen ging es ihm hingegen prächtig und er machte in dieser Zeit sogar einige neue Katzenfreunde in der Nachbarschaft. Das beruhigte mich etwas.

Als es kälter wurde oder regnete, blieb der Kiwikater mit der Zeit auch wieder länger bei uns drinnen. Manchmal, wenn Kiwi in ihrem Kinderwagen im Wohnzimmer schlief und ich in der Küche nebenan etwas aufräumte, kam er sofort mit großen Augen und miauend zu mir gerannt, wenn sie aufwachte, wie, um mir Bescheid zu sagen. Mit der Zeit kam er auch wieder zu mir, wenn Kiwi nicht bei mir war und wir genossen unsere Kuscheleinheiten ausgiebig.

Nach und nach wurde auch der Abstand, den er zu Kiwi einhielt, immer geringer. Manchmal wagte er sogar einen kurzer Schnupperer an ihrer Hand oder ihrem Kopf. Auch Kiwis Plätze wie ihren Laufstall oder ihre Wiege mied er.

Ich forcierte nichts bei den beiden. Wenn unser Kater zu uns kam freute ich mich, manchmal hielt ich ihm Kiwis Hand leicht entgegen, das war’s. Er würde schon von sich aus kommen, wenn er soweit war.

Irgendwann machte ich es zur morgendliche Routine mit Kiwi nach unten in das Wohnzimmer zu gehen und dem Kiwikater ihre Hand zur Begrüßung hinzuhalten und nach einigen Malen, in denen er nur zurückwich, kam er näher und strich schnurrend an ihrer Hand entlang. Irgendwann ließ er sich auch  von ihr streicheln, wenn ich ihre Hand fühlte. Für Kiwi waren diese Augenblicke wahnsinnig toll, denn sie war vernarrt in den Kiwikater, das merkte man. Ab sofort begleitete er uns außerdem auf unseren täglichen Spaziergängen, was ich zunächst gar nicht so gut fand, denn wir liefen eine recht weite Strecke, die er nicht kannte. Meine Sorgen waren allerdings unbegründet, denn irgendwann blieb er einfach an einer Stelle sitzen und wartete dort auf uns, bis wir wiederkamen. So ein kluger Kater 🙂

Dann, eines Tages, geschah das wohl Unvermeidbare: Kiwi strich durch das weiche Fell des Katers und… griff beherzt zu. Nicht nur das, sie zog auch daran.

Das Ganze ging so schnell, dass ich nicht so schnell reagieren konnte und im ersten Moment fürchtete, dass der Kiwikater nun zur Gegenwehr ansetzen würde. Und was war? Gar nichts. Er schnurrte und ging ein bisschen auf Abstand. Das war’s. Ich war so froh und so stolz über sein sanftes Verhalten!

Ab sofort achtete ich darauf, dass Kiwi ihre kleine Hand um meinen Finger schloss und dann mit der geschlossenen Hand über das schwarz-weiße Fell streichelte, um dem Kiwikater nicht wehzutun. Dann irgendwann war Kiwi allerdings so fit und mobil, dass sie sich losriss und dem vorbeistreifenden Kater beherzt am Schwanz zog. Und zwar heftig!

Das war ein weiterer Moment, in dem mein Herzschlag für einen Moment aussetzte. Aber was passierte war: Der Kiwikater ließ sich schnurrend auf den Rücken fallen und räkelte sich genüsslich vor uns auf dem Boden. Ganz entspannt. Ich war völlig baff.

Noch heute weicht der Kiwikater eher zurück und geht nur sehr selten aktiv auf Kiwi zu. Mittlerweile sucht er allerdings liebend gerne die Plätze auf, an denen Kiwi sich auf aufhält. Und auch unser Verhältnis ist wieder ganz das alte geworden. Leider haben wir zwar nicht mehr ganz so viel Zeit zum Kuscheln, wie das vor der Schwangerschaft der Fall war, aber abends, wenn Kiwi schläft, ist dann seine Stunde gekommen und er wird ausgiebig von uns beschmust 🙂

Ich bin gespannt, wie sich die Beziehung zwischen den beiden noch weiterentwickeln wird. Insbesondere, wenn Kiwi krabbeln kann! Ich hoffe, dass es dem Kiwikater dann nicht zuviel wird. Auf jeden Fall müssen wir darauf achten, dass er ausreichend Rückzugsmöglichkeiten hat. Aber irgendwann sehe ich die beiden schon tobend durch den Garten laufen! 😉

Habt ihr auch Erfahrungen mit Baby und Haustier gemacht? Wenn ja, welche? Erzählt doch mal 🙂

3 thoughts on “Der Kiwikater ging auf Abstand – Kiwis Ankunft zu Hause

  1. Das Thema Katze und Kleinkind ist bei uns natürlich auch tagtäglich präsent. Unsere Katze hat unser Krümelchen als Neugeborenes gekonnt ignoriert und erst angefangen zu reagieren, als diese nach ein paar Monaten anfing die Katze zu bemerken und zu beobachten. Sehr schnell fing Madame Katz dann an, mit ihrem Köpfchen zu schmusen und sie wurden sehr schnell ein Herz und eine Seele. Heute ist das erste und häufigste Wort an jedem einzelnen Tag „(K)atzi!“ 🙂

    1. Hihi, Kiwi kennt den Namen des Kiwikaters auch schon. Wenn man fragt: „Wo ist …?“ sucht sie den Raum ab, bis sie ihn gefunden hat und ganz aufgeregt mit den Beinen zappelt. Auf die Kopfschmuser warten wir noch. Gab’s schon mal, aber sehr sehr selten 🙂 Hoffentlich freunden sich die beiden auch so an wie eure!

  2. Ein Teil habe ich ja bereits unter dem anderen Blogeintrag geschrieben, aber jetzt hier noch etwas mehr:
    Ganz so zutraulich und lieb wie dein Kater sind unsere Mietzen nicht, aber.. beinah 😉

    Zum Anfang war unsere kleine Maggie einige Tage unter dem Bett verschwunden und kam nur zum Fressen raus und Cody knurrte immer. Richtig böse Mietzekatze, aber gemacht haben sie nie etwas.
    Wenn Rini schrie, kam aber Cody sofort und schaute ob sie helfen konnte. Ihre Anwesenheit half auch, denn Rini liebt auch Katzen wie deine Kiwi. Einmal fiel mich Cody sogar an, weil sie meinte ich sei der Auslöser für Rinis Geschrei. War ich auch… Wollte ihr ein Schlafanzug anziehen! O.O

    Sie lassen sich mittlerweile streicheln, aber wenn es den Katzen zu viel ist, dann gehen sie auf Abstand. Find ich auch gut so. 2x wurde Rini auch schon gekratzt, aber da wusste sie sofort, dass sie zuweit ging.

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