Bumm! Krach! Aua! – So schnell kann’s gehen… (#Familienmoment Nr. 10)


Cybex Sirona

Autounfall, Krankenhausaufenthalt und immer wieder die Erleichterung darüber, dass es rückwärtsgerichtete Kindersitze im Auto gibt. Den Tag gestern hatte ich mir definitv anders vorgestellt! Mehr davon im heutigen #Familienmoment.

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„Mein Nacken tut mir ziemlich weh, ich habe Kopfschmerzen und mir ist schwindelig.“

Der Arzt vor mir notiert sich meine Beschwerden. Irgendwie tut alles weh. Der Raum ist kahl und ungemütlich. Ich bin müde und will nach Hause.

„Waren sie angeschnallt?“

Ich runzle ein wenig verwirrt die Stirn. Gibt es tatsächlich Menschen, die sich im Jahr 2016 nicht anschnallen? „Natürlich“, erwidere ich nur knapp.

„Gut, dann ziehen sie mal die Jacke aus, damit ich sie untersuchen kann.“

Mein Kopf wird hin und hergedreht, mein Nacken abgeklopft und ich zeige auf die Stellen des Schmerzes. Der Arzt nickt, macht sich Notizen und schickt mich zum Röntgen der Wirbelsäule. Es dauert. Nach dem Röntgen dauert es noch länger.

Ich schaue immer wieder auf die Uhr und hoffe, dass es Kiwi gut geht und sie noch nicht allzu müde ist. So wohl sie sich bei ihrer Oma auch fühlt: Ins Bett bringen lässt sie sich noch nicht von ihr.

Nach einer Ewigkeit des Wartens, dann die Diagnose: HWS-Distorsion, auch Schleudertrauma genannt. Glücklicherweise nicht so dramatisch, dass es die Knochen in Mitleidenschaft gezogen hat, aber schmerzhaft genug, um mich mit Kühlakku und Schmerzmittel nach Hause ins Bett zu wünschen.

„Brauchen Sie ein Attest?“, fragt er Arzt.

„Nein, ich bin in Elternzeit.“

Hm, irgendwie blöd. Ein Attest wäre mir lieber, fast so, wie in dieser komischen Erkältungsmedizinwerbung. „Liebe Kiwi, ich muss mich heute leider krankmelden. Wir sehen uns nächste Woche!“

Kiwipapa und ich schleichen zurück zum Auto. Meine Kopfschmerzen werden schlimmer, meine Nackenschmerzen ebenfalls. „Aua…“, murmel ich grummelnd vor mich hin, während wir an der Unfallstelle vorbeilaufen.

Ironischerweise hatte sich der Autounfall, in den wir gestern verwickelt waren, tatsächlich auf dem Krankenhausparkplatz ereignet. Meine Mutter hatte mich und Kiwi zum Kinderarzt gefahren, dessen Praxis sich direkt neben dem Krankenhaus befindet. Auf dem Rückweg blieb auf dem Parkplatz das Auto vor uns einfach stehen.

„Was macht der da?“, wunderte sich meine Mama nach einiger Zeit.

„Ich glaube, der kann sich nicht entscheiden, wo er langfahren will“, erwiderte ich nur.

Tatsächlich fasste der Autofahrer vor uns in diesem Moment jedoch nun doch einen Entschluss, wohin er wollte: nämlich rückwärts! Und zwar schnell! Da wir einigen Abstand zu ihm hatten, hatte er auch die Möglichkeit, tatsächlich Geschwindigkeit aufzunehmen.

Ich machte mich innerlich auf ein leichtes „Tock“, also so eine Art leichtes Anstupsen bereicht, denn wir waren immerhin auf einem Parkplatz und nicht auf der Autobahn. So heftig konnte der Aufprall da doch nicht werden? Und Autos sind doch irgendwie dafür gemacht, sowas abzufedern, oder? (Komisch, was einem in einem solchen Moment für Gedanken durch den Kopf gehen) Der laute Knall und die heftige Erschütterung, die darauf folgten, trafen mich dann doch ziemlich unerwartet.

Mein Blick ging sofort zu Kiwi neben mir. Da wir in unserem eigenen Auto bereits ihren Folgesitz (einen Reboarder!) eingebaut hatten, nutzten wir für die Fahrt mit meiner Mama Kiwis ebenfalls rückwärts gerichteten Maxi Cosi, da sie dort immer noch gut reinpasste.

„Alles gut? Geht es dir gut?!“, fragte ich besorgt und inspizierte meine kleine Maus genau. Diese sah zwar etwas verwirrt aus, schien aber nichts abbekommen zu haben. Kurz darauf lächelte sie sogar. Ein Glück! Mir fielen tausend Steine vom Herzen… Trotzdem beobachtete ich sie genau.

Der Fahrer des anderen Wagens, ein älterer Herr, kam zu uns und entschuldigte sich sofort. Ich spielte kurz mit dem Gedanken die Polizei zu rufen, aber der Mann schien nett, der Schaden am Auto sah nicht dramatisch aus (nach dem Knall hatte ich um ehrlich zu sein mit einem völlig verbeulten Auto gerechnet und jetzt, nachdem der Wagen in der Werkstatt war, stellte sich heraus, dass sich tatsächlich einiges verzogen hatte und kaputt war), allen ging es – noch – gut. Wir schrieben uns also seine Daten auf, ich machte Fotos und wir fuhren nach Hause.

Schon auf der Fahrt meldete sich jedoch mein Nacken mit leichten Schmerzen. Immer inspizierte ich Kiwi neben mir, doch der ging es gut.

„Musst du zum Arzt?“, fragte meine Mama besorgt.

Ich winkte ab: „Halb so wild, ist nicht so schlimm.“

Während der Fahrt wurde der Schmerz stärker. Kurz vor unserem Ziel bekam ich Kopfschmerzen. Zu Hause angekommen wurde mir schwindelig.

Tatsächlich ging es mir immer schlechter und die Schmerzen wurden immer stärker. Es half nichts. Die mittlerweile hundemüde Kiwi brachte ich noch schnell ins Bett und legte mich dann auf die Couch. Nach kurzer Zeit war mir klar: Ich musste zum Arzt. Wir riefen also Kiwipapa an, der sämtliche Termine auf der Arbeit absagte und sofort nach Hause kam. Während meine Mama also auf Kiwi aufpasste, fuhren wir gemeinsam ins Krankenhaus.

An dieser Stelle möchte ich eine Sache ganz dringend loswerden: Liebe Eltern von kleinen Kindern, wenn ihr keinen haben solltet, denkt dringend über die Anschaffung eines Reboarders – also eines rückwärtsgerichteten Kindersitzes – nach! Wir hatten keinen super dramatischen Autocrash, sondern einen stinknormalen Auffahrunfall auf einem Parkplatz. Und trotzdem sitze ich hier mit ziemlichen Schmerzen und bin heilfroh darüber, dass ich für morgen Unterstützung habe. Ich mag mir wirklich nicht ausdenken, wie es Kiwi gehen würde, wäre sie nicht rückwärts gefahren! Einen super Artikel, der mich früher schon davon überzeugte, einen Reboarder anzuschaffen, findet ihr HIER. Tests zu den verschiedenen Modellen vom ADAC (aber Achtung! Hier haben lange Zeit die Reaboarder nicht so gut abgeschnitten, weil der „Einbau“ eines der entscheidenden Bewertungskriterien war, das hat sich jetzt geändert) könnt ihr HIER nachlesen. Wir haben uns für einen Cybex Sirona entschieden, zu dem ich gerne auch mal einen kleinen Testbericht schreiben kann, solltet ihr daran Interesse haben.

In diesem Sinne: Fahrt vorsichtig und passt auf euch und eure Lieben auf!

Mehr #Familienmomente gibt’s wie immer bei Küstenkids unterwegs.

18 thoughts on “Bumm! Krach! Aua! – So schnell kann’s gehen… (#Familienmoment Nr. 10)

  1. Holla die Waldfee, ein Glück geht es Kiwi gut. Und dir wünsche ich natürlich ganz schnell gute Besserung! Ich habe mich auf der Babywelt Messe auch ganz umfassend mit Autositzen beschäftigt, Reboarder sind wirklich wahre Lebensretter, wie man schon an so einem Paekplatzunfall sieht. Der Bericht über euren Autositz interessiert mich sehr. Ist der mit Isofix-Station?
    Liebe Grüße und gute Besserung!

    1. Danke für die Genesungswünsche! Einen Bericht über den Sitz kann ich sehr gerne schreiben, ich werde mich in der nächsten Zeit dann mal dransetzen. Ja, der ist auch mit Isofix! Für unser Auto ist das super, nur hat meine Mutter leider kein Isofix, das ist dann etwas blöd. Aber insgesamt sind wir sehr zufrieden!

    2. Da haben wir ein ähnliches Problem: Kein eigenes Auto, aber die zwei, die wir oft nutzen (Eltern und Schwiegereltern) sind 1x mit und 1x ohne Isofix…das macht die Wahl nicht leicht.

  2. Hey, super, dass nichts Schlimmeres passiert ist! Und allein, dass du höllische Schmerzen hast und Kiwi keine Symptome zeigt, wie toll Reboarder sind!!! <3

    In Puncto Plozei kann es allerdings zu Problemen kommen, wenn du den Kindersitz ersetzenlassen willst… Die Versicherung besteht auf ein polizeiliches Protokoll, welches du jetzt natürlicht nicht hast. Der Sitz muss natürlich getauscht werden, da schon ab 10km/h Haarnadelrisse entstehen können. Deim nächsten Unfall kann das dann nicht mehr für Schutz garantieren. Vor allem, weil das Kind im Sitz saß, war die Belastung gleich höher 🙁 Also auf jeden Fall tauschen und lass es dir vom Versicherungsgegner bezahlen. Wenn er schon was älter war, bekommst du den Neuwert zwar nicht, aber die Differenz lässt sich normal durch das Schmerzensgeld ausgleichen.

    LG
    Yasmin

    1. Eben! Wenn es mir schon so geht, möchte ich nicht wissen, wie es Kiwi mit ihrem viel zu großen Kopf und der noch nicht ausgebildeten Nackenmuskulatur gegangen wäre… Gruselig der Gedanke!

      Das mit dem Kindersitz ist ein guter Hinweis, darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Ich werd mich mal umsehen, ob ich einen guten Sitz ohne Isofix finde, damit der auch in das Auto meiner Mutter passt. Das mit der Versicherung ist ebenfalls ein guter Hinweis, da werd ich den Anwalt nochmal drauf hinweisen. Danke für die Tipps!

      Liebe Grüße
      Steffi

    2. Ich schreib auch bald noch was zu meinen Autositz-Recherchen, aber um schonmal was vorweg zu nehmen: Ein guter Reboarder OHNE Isofix ist nicht einfach zu finden, jedenfalls ist er mir noch nicht begegnet. Aber ich bin für jeden Hinweis dankbar, manchmal sieht man ja vor lauter Bäumen den Wald nicht 😉

    3. Kennst Du auf FB die Gruppe „Reboard – Unsere Kinder fahren rückwärts“? Da gibt es auch super Beratung, welcher Sitz in welches Auto passt. Wir haben z.B. einen Axkid Minikid, der ist ohne Isofix.

    4. Danke für den Hinweis, ich wende mich lieber direkt an die Profis. Wir haben hier vor Ort viele tolle Fachgeschäfte mit super Beratung, es gibt hier sogar reine Reboarder-Fachhändler.

  3. Puh, da hätte ich mich auch riesig erschrocken! Gut, dass nichts Schlimmeres passiert ist…. so ein Unfall lässt einem nochmal bewusst werden, wie wichtig die Sicherheit ist und wie leicht etwas passieren kann. Wir überlegen auch, welchen Autositz wir als nächstes anschaffen, insofern bin ich gespannt auf Deinen Testbericht!

    Gute Besserung für Dich; ich hoffe, Deine Schmerzen lassen bald nach!

    Liebe Grüße, Küstenmami

    1. Ja aber wirklich… Stehend auf einem Parkplatz rechnet man ja irgendwie mit allem, aber nicht mit sowas!
      Ich werd mich in den nächsten Tagen mal an einen Bericht setzen. Und danke für die Genesungswünsche 🙂

  4. Du Arme 🙁 Ich wünsche dir schnell gute Besserung. Zum Glück ist Kiwi nichts passiert! Da sieht man mal, wie wichtig rückwärtsgerichtete Sitze sind. Wir haben auch einen Reboarder. Bislang kam es zum Glück noch nie zum Unfall, aber man weiß ja nie – sicher ist sicher. Mensch, das tut mir echt leid, dass ihr diese Woche so einen böden Familienmoment hattet!
    Unser Familienmoment hat diese Woche wieder mit dem Sprechen-Lernen zu tun…
    Fühl dich gedrückt!
    LG
    Elena

    1. Danke!
      Ich war schon vorher sehr stark pro Reboarder eingestellt, aber jetzt werd ich glaub ich zur Missionarin! 😉
      Ich schau gleich auch mal bei euch vorbei! Sprechen-Lernen klingt nach Aufmunterung, das kann ich gut gebrauchen 🙂

  5. Hat man dir eine Halskrause verpasst? Das wäre besser, denn sie hält den Hals und somit den Nacken gerade und ruhig.
    Man soll sich nicht täuschen lassen. Ein Rumpser mit 20 km/h hat ziemlich viel Kraft.
    Zum Glück war Mini im MaxiCosi…

    Ich sehe öfters unangeschnallte Leute in ihren Autos. Die halten sich alle für unsterblich. Dann schaust mal wieder Nachrichten und dann hörst wieder von Personen, die bei Unfällen in die Pläne geschleudert werden…

    1. Nee, eine Halskrause hab ich nicht bekommen. Dafür wurden mir Massagen etc. verschrieben und ich soll mich schonen.
      Über die Wucht beim Unfall hab ich mich auch wirklich gewundert… Ich beobachte Kiwi immer noch auf mögliche Anzeichen, dass sie doch was abbekommen hat, aber konnte noch nichts festellen. Ein Glück und ein Hoch auf den Maxi Cosi! 🙂

      Sich nicht anzuschnallen finde ich echt dumm. 10 Sekunden ernsthaftes Nachdenken sollten einen eigentlich davon überzeugen, dass das ziemlich leichtsinnig ist…

    2. Ok, mag dran liegen, dass es „nur“ ein kleiner Zusammenstoß war. Vielleicht werden die auch gar nicht mehr verteilt… Ist bei mir schon lange her.
      Diese Maxis sind schon wirlklich gut.

      Bei der Jugend ist das doch uncool… mit dem Sicherheitsgurt…

  6. Oh man, da bleibt einem ja das Herz stehen. Zum Glück ist euch nichts Ernstes passiert. Nicht auszudenken … Wir haben auch einen Reboarder und ich bin froh darüber. Aber meine Tagesmutter hat keinen im Auto. Und die fährt mit den Kids auch manchmal durch die Gegend 🙁 Echt blöd, dass dieses EU-Richtlinie immer noch nicht durch ist. Dann müssten die Mäuse wenigstens per Gesetz etwas länger rückwärts fahren. Ich bin letztens (alleine im Auto) gegen eine Mülltonne gefahren. Max 15 km/h und auch da war ich echt überrascht, wie sehr es gerummst hat. Diese niedrigen Geschwindigkeiten fühlen sich im Auto ja an wie nichts…
    Naja, ich wünsche dir, dass es dir schnell wieder besser geht. Alles Liebe, Nätty

    1. Mhhh… könnte man die Tagesmutter da eventuell mal drauf ansprechen? Die Richtlinie wird ja kommen, dann braucht sie doch eh einen.
      Das mit den Geschwindigkeiten stimmt! Irgendwie kann einem ganz schön mulmig werden, wenn man das realisiert und dann auf der Autobahn fährt :/
      Danke für die Genesungswünsche! 🙂

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