Das erste Mal bei Oma schlafen… (#Familienmoment)

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Kennt ihr Muse? Nein, ich meine damit weder eine besondere Form der Inspiration noch die altgriechische Göttin – sondern die Band.

Wie? Kennt ihr nicht? Tz, tz, tz… Na dann auf zu Google oder YouTube und diese Wissenlücke auffüllen! 😉 Wieso diese Musiker etwas mit unserem heutigen #Familienmoment zu tun haben? Lest selbst!

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Flashback #1

Kiwis Geburt ist gerade einmal wenige Wochen her.

Ich sitze vor dem Computer und stolpere ich im Internet auf eine Ankündigung, die mich mit einem breiten Grinsen vom Computer aufspringen und aufgeregt zu Kiwipapa eilen lässt.

„Muuuuuuse!“, rufe ich aufgeregt und fuchtele wie wild mit den Armen herum. „Ein Konzert in Deutschland! Mit ihrem neuen Album! In Hamburg! Nächstes Jahr an deinem Geburtstag!

Auch mein Mann ist sofort Feuer und Flamme. Dazu muss man wissen, dass Muse einer meiner absoluten Lieblingsbands ist – und das schon seit Teenagertagen. Meinen Mann hab ich dann irgendwann im Laufe unserer Beziehung mit meiner Begeisterung angesteckt und so kam es, dass wir vor einigen Jahren das erste Mal auf einem Musekonzert waren. Und es war das beste Konzert, auf dem ich jemals war! Auch Kiwipapa war begeistert, auch, wenn er immer wieder betonte, dass es nicht an das Limp Bizkit Konzert aus seiner Jugend heramkam – aber fast! 😉

Wir sind also schon kurz davor die Karten zu buchen, als unser Blick die Treppe hinauf zum Schlafzimmer geht. Mit einer friedlich schlummernden Kiwi darin.

Unser Dasein als Eltern war noch so neu für uns, dass wir an dieses kleine, niedliche Wesen da oben gar nicht gedacht haben.

„Ja… geht das denn? Wie macht man das denn dann? Kann deine Mama auf sie aufpassen?“, fragt mein Mann mit leichter Überforderung in der Stimme.

Ich zucke planlos mit den Schultern.

„Ich weiß auch nicht. Sie ist dann… fast genau ein Jahr alt. Ich kann das irgendwie nicht einschätzen…“

Einen Anruf bei der Babyfachfrau – aka meiner Mutter – später wussten wir: „Klar geht das! Ich pass auf! Das klappt, da ist sie doch schon ein Jahr alt!“

Zuversichtlich buchen wir also die Tickets und freuen uns riesig auf dieses Event.

Flashback #2

Kiwi ist etwa 5 Monate alt.

Kiwipapa parkt das Auto vor dem Haus meiner Mutter und ich widerstehe dem Drang, schon aus dem noch fahrenden Vehikel zu springen. In dem Moment, in dem der Wagen steht, spurten wir beide los zur Haustür und klingeln.

Die Tür wird sofort geöffnet und im Hausflur schlägt uns bereits auf dem Weg nach oben zur Wohnung ein herzzerreißendes Weinen entgegen. Die Treppen bis in den obersten Stock sind wir wohl noch nie so schnell hochgerannt.

Oben angekommen finden wir eine völlig aufgelöste Kiwi und eine fast ebenso aufgelöste Oma vor. Schnell überreicht mir meine Mutter die weinende und schluchzende Kiwi, die ich sofort an mich drücke und beruhigend auf sie einrede. Die kleine Maus beginnt augenblicklich sich zu beruhigen, während kleine Träne ihre Wangen hinunterlaufen. Ich reiße mich zusammen, um nicht mitzuheulen.

Ich hab alles versucht!„, höre ich meine Mutter ganz geknirscht sagen. „Sie konnte einfach nicht einschlafen. Dann fing sie irgendwann an zu quengeln und dann irgendwann zu weinen…“

Zu diesem Zeitpunkt hatte meine Mutter auf Kiwi aufgepasst, während wir uns das letzte Mal vor der Schlüsselüergabe mit den Vorbesitzern unseres Hauses trafen, schon einmal Räume ausmaßen usw. Das dauerte etwas über eine Stunde und auf dem Rückweg bekamen wir einen Anruf von meiner Mutter mit einer weinenden Kiwi im Hintergrund. Ob wir schon unterwegs seien? Kiwi weine ganz furchtbar, sei total müde, aber könne nicht schlafen.

Unnötig zu erwähnen, dass Kiwipapa die Rückfahrt in sehr sehr viel kürzerer Zeit zurücklegte, als üblich.

Kiwi beruhigte sich nach unserem Eintreffen schnell wieder, ich stillte sie noch und brachte sie dann bei meiner Mutter ins Bett, wo sie sofort erschöpft einschlief.

„Damit habe ich nicht gerechnet“, brachte meine Mutter anschließend hervor, die von Kiwi übrigens eigentlich abgöttisch geliebt wird. „Sie ist doch schon einmal bei mir eingeschlafen! Aber irgendwie… ging es nicht.“

Das war zu der Zeit, zu der Kiwi begann, niemand anderen außer mich zu akzeptieren, wenn es darum ging, sie ins Bett zu bringen. Selbst ihre geliebte Oma oder auch ihren eigenen Papa nicht.

Nachdem der kleine Schock verdaut war, sah ich unser großes Happening in Form des Konzert langsam davonsegeln. Auch noch Monate später war ich mir nicht sicher, ob wir würden fahren können…

Flashback #3

Gestern

Es ist vermutlich verständlich, dass wir fortan immer darauf achteten, Kiwi nicht im völlig übermüdeten Zustand bei meiner Mutter zu lassen, sollte diese mal kurz aufpassen. Das Risiko wollten wir einfach nicht eingehen – obwohl ich schon seit einiger Zeit das Gefühl hatte, dass es nun vielleicht doch funktionieren könnte.

Gestern dann war es tatsächlich soweit. Meine Mama war bei uns zu Hause, Kiwi war ziemlich müde und ich fragte sie, ob sie vielleicht mal probieren wollte, Kiwi ins Bett zu bringen. Sollte das nicht klappen wäre ich ja da und ich wusste, dass auch meine Mutter sich schon länger vorgenommen hatte, das noch einmal auszuprobieren.

Sie stimmte zu, ich erklärte ihr, wie ich und Kiwipapa immer vorgingen und die beiden gingen nach oben. Um ehrlich zu sein erwartete ich gar nicht, dass es klappte – und meine Mutter auch nicht. Umso überraschter war ich dann, als diese schon kurze Zeit später die Treppen wieder nach unten kam – mit Babyphone in der Hand.

Es hatte tatsächlich geklappt! Ziemlich reibungslos sogar und ziemlich schnell. Wir waren beide ganz irritiert, aber total froh! Meine Mutter deshalb, weil sie sich jetzt nicht mehr Kiwi-tragend durch die Wohnung wandeln sah, diese immer wieder ablenkend, damit sie nicht weinte, während wir in Hamburg waren und ich deshalb, weil ich wusste, dass wir nun vermutlich doch würden fahren können! Denn, wenn wir nicht gewusst hätten, dass das mit dem ins Bett bringen funktioniert, wären wir gar nicht erst gefahren. Das hätten wir weder Kiwi noch meiner Mutter antun wollen.

Also: Muse-Konzert, wir kommen!

…vermutlich… zumindest gibt es Hoffnung, na ja man weiß ja nie 😉

Wie war das bei euch? Mit welchem Alter haben eure Kinder das erste Mal bei jemand anderem übernachtet? Und wie ist es gelaufen?

—-

Weitere #Familienmomente findet ihr wie immer bei Küstenkids unterwegs.

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12 thoughts on “Das erste Mal bei Oma schlafen… (#Familienmoment)

  1. Unser Krümelchen war das erste mal mit sieben Wochen über Nacht bei Oma und Opa – und seitdem schon etliche Male. Es hat immer wundervoll geklappt, bzw. schläft sie dort sogar manchmal durch, während zuhause da nicht dran zu denken ist. Für viele ist das sehr früh, für uns war es genau der richtige Moment – auch wenn ich heulend dem Auto hinterhergewunken habe :p

    Schön, dass es bei euch jetzt gut geklappt hat und dass ihr euch nun auf das Konzert freuen könnt 🙂

    Liebe Grüße,
    Jessi

    1. Oh man, ich glaube, so ganz leicht werde ich es auch nicht wegstecken können, wenn es dann soweit ist und wir wirklich die ganze Nacht wegbleiben. Oh je!
      Aber super, dass das bei euch so gut funktioniert! Das ist schon eine riesige Erleichterung, finde ich 🙂
      Und ich finde, ein „zu früh“ (oder auch „zu spät“) gibt es nicht. Man merkt ja, ob sich das Kind Wohl fühlt, oder eben nicht. Und, dass euer kleiner Krümel bei Oma und Opa sogar durchschläft, ist ja mal ein deutliches Indiz dafür, dass es ihm an nichts zu fehlen scheint 🙂

  2. Super, dass es bei euch so gut funktioniert! Unser Mäusekind hat noch NIE auswärts genächtigt oder geschweige denn sich von jemand anderen ins Bett bringen lassen. Das wird so schnell auch leider nicht funktionieren. Meine Mama fällt gesundheitsbedingt als Babysitter aus und die andere Oma springt immer ein, wenn ich unsere Tochter wirklich nicht mitnehmen kann. Deshalb vermeide ich es sie abzugeben um mal was schönes für mich zu tun, da ich Oma 2 nicht übermäßig belasten will. Überdies hat Oma 2 noch einern weiteren Enkel, der nur 3 Wochen älter als unsere Maus ist, somit hat sie also volles Programm. Es ist schon viel Wert, wenn man eine Unterstützung hat. Ich weiß auch nicht genau, wann wir mal wieder zusammen abends das Haus verlassen können… Im Moment stört es mich nicht, nur manchmal habe ich ein wenig Wehmut, nach einem schönen Kinoabend zum Beispiel. (Wie gut, dasss es Netflix und Prime gibt 😉 Nunja, kommt Zeit, kommt Rat :-).

    1. Das kann ich gut nachvollziehen. Ich habe manchmal bei meiner eigenen Mutter auch die Befürchtung, dass sie uns „zu viel“ hilft. Auf der anderen Seite möchte sie natürlich auch ihre Enkelin (und ich nehme mal an, mich und Kiwipapa auch 😉 ) sehen und hat einfach das Bedürfnis, uns unter die Arme zu greifen. Manchmal muss man sie nur dran erinnern, dass sie sich doch jetzt auch mal ausruhen soll.
      So ein Kinoabend ist schon was Feines, das stimmt, haben wir tatsächlich auch schon einmal machen können (da habe ich Kiwi einfach vorher ins Bett gebracht und dann hat meine Mama aufgepasst). Aber das war ein komisches Erlebnis. Die erste Hälfte des Films habe ich bei jedem lauten Geräusch immer nur gedacht: „Nicht so LAUT! Das Baby schläft!“. Die andere Hälfte habe ich dann damit verbracht, auf mein Handy – das im Kino gar keinen Empfang hatte – zu starren, um zu kontrollieren, ob auch alles gut ist 😛
      Ach ja, irgendwann wird das aber wieder einfacher werden, mit dem Abends auch mal weggehen. Und vielleicht können dann ja Enkelin und Enkel gemeinsam bei Oma 2 übernachten? 😉

  3. Ich drücke euch für das Konzert alle Daumen, dass das klappt!!!
    NotYet hat in fast 5 Jahren einmal bei meinen Eltern übernachtet, weil ich mir es zum 30. Geburtstag gewünscht habe … Meine Eltern mögen das nicht. Ich habe in um 21 Uhr hingebracht und habe ihn um 9 Uhr morgens wieder abholen müssen. Tja, … was soll ich sagen. NotYet ist abends auch mal mit meinen Eltern allein geblieben, aber sie haben sich immer geweigert ihn ins Bett zu bringen. das hat bedeutet, dass ich auch um 23 Uhr noch ein waches Kind vorgefunden habe, dass dann erst einmal runter kommen musste. Es hat mich damals immer sehr aufgeregt. Heute bin ich schlauer: ich hätte es einfach nur genießen sollen. BusyBee lässt sich nämlich gar nicht betreuen. Juhu…. Seit 18 Monaten und noch kein Ende in Sicht. Weil ich ja zur Therapie muss/ will, musste sie ja ab und zu 1,5 Stunden von mir getrennt sein. Sie kann durchbrüllen. Sie ist der Angstgegner meiner Eltern. Die sind fertig mit den Nerven. Abends würde es gar nicht gehen. Auch nicht beim Herzensmann. Also auch alleine mit einer Freundin ausgehen, wie ich es bei NotYet schon mal gemacht hatte, geht jetzt überhaupt nicht… Ich hoffe es ändert sich noch 🙁

    Liebe Grüße
    Mother Birth

    1. Danke, ich hoffe, es hilft 🙂

      Oh je, das ist natürlich eine sehr vertrakte Situation. Ich drücke dir die Daumen, dass sich das bald ändern wird. Wenn es abends auch nicht bei deinem Mann funktioniert, kommst du ja auch alleine nicht mal raus :/ Aber irgendwann klappt’s! Da bin ich sicher 🙂

  4. Toll! Ja, manchmal funktioniert es plötzlich, einfach weil die Kids soweit sind 🙂 Gratulation und auf dass es so bleibt! Unsere Küstenkinder haben zugegebenermaßen noch nie auswärts geschlafen – jedenfalls nicht ohne uns… aber das wird schon noch, wenn die überbesorgte Küstenmami mal Loslassen lernt 😉

    Viele liebe Grüße!

    1. Danke!
      Ja, ich sag das mit dem Übernachten jetzt so leicht dahin. Ich bin gespannt wie es wird, wenn es dann wirklich so weit ist! Nicht, dass Kiwi überhaupt kein Problem damit hat und die Mami hängt dann da und kann nicht gehen. Wer weiß! 😉

  5. Ahhh, Muse sind der hammer!!!!!!!! Ich liebe diese Band. Kann ich voll und ganz verstehen, dass ihr so gerne auf das Konzert wollt! Klasse, dass es mit Kiwi nun klappt mit dem Schlafen bei der Oma – da kann das Konzert ja kommen :-).
    Bei uns?! Oh jeee!! Das Frühlingskind wird am 21. März 2 Jahre alt und hat noch nie woanders geschlafen. Er schläft von Anfang an bei uns im Familienbett und benutzt mich als Kuscheltier. Im allerschlimmsten Notfall (wie als ich im Januar im Krankenhaus war) wird der Papa noch als Schmusetier benutzt. Das war es dann aber auch :-/. Er war schon immer ein Mama-Kind. Seit meinem Krankenhausaufenthalt will er NUR noch zu mir und bekommt schon Panik, wenn wir irgendwo hin fahren und da sind andere Leute. Auch wenn wir zu meiner Schwester fahren, hat er jetzt immer Angst, dass ich ihn da lasse und weggehe und weint sehr. Es ist momentan recht anstrengend. Auch wenn ich kurz vor die Haustür gehe, um den Müll rauszubringen, herrscht hier schlimmste Panik :-(. Ich hoffe, dass sich das Ganze bald wieder beruhigt.
    Bei unserem Familienmoment der Woche geht es wieder um das Thema „Sprechen“ :-).
    LG
    Elena

    1. Ja oder? Schön, noch einen Muse-Fan gefunden zu haben! 😀

      Oh man, da hat ihn dein Aufenthalt im Krankenhaus wohl ganz schön mitgenommen. Ich kann mir vorstellen, dass es so ganz schön anstrengend ist, aber wenn er erstmal sieht, dass du ihn nicht alleine lässt, dann wird es bestimmt bald auch wieder besser. Ich drück die Daumen 🙂
      Dein Familienmoment ist übrigens totaaaal niedlich! Ich werd dir gleich mal nen Kommentar da lassen 🙂

  6. Hi liebe Kiwimama,
    Muse sind echt der Hammer!!! Hoffentlich klappt alles bis dahin wie ihr es euch vorstellt, aber das klingt doch schon mal super!!! Das Bilderbuchmädchen wird bald 18 Monate und hat noch nie woanders übernachtet. Meine Mum fällt leider auch gesundheitsbedingt aus, genau wie bei Anna. Ins Bett bringen lässt sich die Kleine übrigens vom Papa, von mir und der Tagesmutti. Das ist ja schon mal was. Aber als ausgemachte Klammer-Mama tue ich mich auch etwas schwer sie bei anderen zu lassen. Hab auch seit ihrer Geburt erst einmal allein bei Freundinnen übernachtet und sie sehr doll vermisst 😉 LG, Nätty

    1. Yeah, noch eine Muse-Begeisterte! Wir werden immer mehr! 😀

      Dass euer Bilderbuchmädchen sich auch von der Tagesmutter ins Bett bringen lässt (und vom Papa), ist ja aber schon mal super! Ich bin gespannt, wie es mir gehen wird, wenn es dann wirklich so weit ist. Ich sehe uns schon direkt nach dem Konzert nicht ins Hotel, sondern nach Hause fahren 😉

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